| 1874 |
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Arnold Schönberg wird am 13. September als Sohn
des
Samuel und der Pauline Schönberg (geb. Nachod) in Wien II.,
Obere Donaustraße 5 (vor
der Eingemeindung der Wiener Vorstädte: Brigittenau 393), geboren.
Samuel Schönberg wird im dortigen »Handels- und Gewerbeadreßbuch«
als »Schuhw[aren]-F[abrikant]« geführt. Schönbergs am 20. Dezember 1872 geborene Schwester Adele stirbt am 8. Mai an Gehirnhautentzündung. |
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| 1876 |
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Übersiedlung in die Theresiengasse 5 (ehedem
Leopoldstadt 894). Geburt der Schwester Ottilie
am 9. Juni. |
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| 1880 |
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Übersiedlung in die Taborstraße
48. Eintritt in die Volksschule (Kleine Pfarrgasse 33). |
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| 1882 |
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Geburt des Bruders Heinrich am 29. April. Violinunterricht. |
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| 1883 |
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»Als noch nicht neunjähriges
Kind hatte ich angefangen, kleine und später größere
Stücke für zwei Violinen in Nachahmung solcher Musik zu
komponieren, die ich mit meinem Lehrer oder einem Cousin zu spielen
pflegte. Als ich Violinduos von Viotti,
Pleyel und anderen zu spielen vermochte, ahmte ich ihren Stil nach.«
(»Bemerkungen zu den vier Streichquartetten«
1949) |
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| 1885 |
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Besuch der k.k. Oberrealschule in der Vereinsgasse. |
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Komponiert Märsche, Polkas. |
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| 1886 |
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Samuel Schönberg unterhält ein Kommissions-
und Inkassogeschäft in der Kleinen Pfarrgasse 31. |
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| 1889 |
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Tod des Vaters an einer Lungeninfluenza. |
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| 1891 |
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Verläßt am 22. Januar die Schule und beginnt als Lehrling in der Privatbank Werner & Co.
»Alle Kompositionen, die
ich vor meinem siebzehnten Jahr geschrieben habe, sind nichts als
Imitationen solcher Musik, die mir zugänglich war. Die einzigen
Quellen, aus denen ich schöpfen konnte, waren Violinduette und
Arrangements von Opernpotpourris für zwei Violinen, wozu noch
die Musik gerechnet werden darf, die ich durch Militärkapellen
kennenlernte, die in öffentlichen Gärten Konzerte gaben.« (»My Evolution«
1949) |
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| 1892 |
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Übersiedlung in die Große Stadtgutstraße
10. |
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»Meyers Konversationslexikon
(eine Enzyklopädie, die wir auf Raten kauften) hatte den langersehnten
Buchstaben 'S' erreicht und ermöglichte es mir, unter 'Sonate'
zu erfahren, wie ein erster Satz eines Streichquartetts gebaut sein
sollte. Zu der Zeit war ich ungefähr achtzehn Jahre alt.«
(»Bemerkungen zu den vier Streichquartetten« 1949) |
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| 1893 |
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Übersiedlung in die Theresiengasse 5 (im folgenden
Jahr umbenannt in Adambergergasse). |
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Komponiert im Sommer in Kierling
bei Wien das erste vollständig erhaltene Werk »In hellen
Träumen hab ich Dich oft geschaut« für Gesang
und Klavier nach einem Text von Alfred Gold, den Schönberg durch
seinen Freund und Mentor David Josef Bach kennenlernte. |
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| 1894 |
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Als Mitglied des Dilettantenorchesters »Polyhymnia«
lernt er seinen künstlerischen Mentor und späteren Schwager
Alexander
Zemlinsky kennen. Übersiedelt in die Leopoldgasse
9. |
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Erhält für das »Schilflied«
einen Preis der »Polyhymnia«. Komponiert im Oktober Drei
Klavierstücke. |
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| 1895 |
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Kündigung der Anstellung bei Werner & Co.
Übernimmt Dirigate beim Mödlinger Gesangsverein »Freisinn«,
dem Männergesangsverein Meidling sowie die Chormeisterstelle
des Metallarbeiter-Sängerbunds Stockerau. |
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»Ei du Lütte«
für vierstimmigen gemischten Chor a capella. |
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| 1896 |
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Auf Anregung Richard Heubergers
entstehen die Sechs Stücke für Klavier zu vier Händen.
Arbeitet zwischen dem 1. September und 30. November an einer Serenade
für kleines Orchester, welche unvollendet bleibt. |
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| 1897 |
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Beginnt am 22. März mit
einer Gavotte und Musette für Streichorchester (im alten
Style).
Scherzo F-Dur für Streichquartett (datiert mit 27. Juli).
»Mädchenfrühling« für Gesang und
Klavier (datiert mit 15. September).
Legt Alexander Zemlinsky ein Streichquartett D-Dur vor. |
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| 1898 |
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Konvertiert am 25. März vom mosaischen zum protestantischen
Glauben.
Unterrichtet seine erste Schülerin Wilma Weber von Webenau. |
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Bricht im Juli die Komposition
der symphonischen Dichtung »Frühlings Tod«
nach Nikolaus Lenaus Gedicht »Warum, o Lüfte, flüstert
ihr so bang« ab. Zwei Gesänge op. 1 für eine
Baritonstimme und Klavier (Herbst).
Auf Vermittlung Zemlinskys wird Schönbergs »Nulltes«
Streichquartett D-Dur am 20. Dezember im Wiener Musikverein
durch das Fitzner-Quartett aufgeführt. |
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| 1899 |
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Leitet den Männergesangsverein »Beethoven«
in Heiligenstadt. Beginn der Beziehung zu Alexander Zemlinskys Schwester
Mathilde.
Sommeraufenthalt in Payerbach. |
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»Die Beiden«
für Gesang und Klavier (datiert mit 2. April). »Mailied«
für Gesang und Klavier (8. bis 9. Mai). »Gethsemane«
von Richard Dehmel für eine Männerstimme und Orchester (unvollendet).
Vier Lieder op. 2 für eine Singstimme und Klavier (Sommer-Winter).
Im September entsteht während eines Ferienaufenthalts mit Alexander
von Zemlinsky und dessen Schwester Mathilde in Payerbach das Streichsextett
»Verklärte Nacht« op. 4 (Endfassung datiert mit
1. Dezember) nach einem Gedicht von Richard Dehmel. |
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| 1900 |
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Leitet Arbeiterchöre. Begegnung mit Alma Maria
Schindler, der späteren Frau Gustav Mahlers. |
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Beginnt am 12. Februar mit einer
Symphonie in G-Dur (Fragment). Durch ein Preisausschreiben
des Wiener Tonkünstler-Vereins wird Schönberg
zur Komposition der »Gurrelieder« angeregt. Über
die kompositorischen Eckdaten gibt er in einem Brief an Alban Berg
Auskunft: »Im März-April 1900 habe ich den ersten und II.
Theil komponiert. [...] März (also anfangs 1901) Rest vollendet!!
Dann Instrumentation im August 1901 begonnen [...] Mitte 1902 fortgesetzt.
[...]1903 zuletzt daran gearbeitet und fertig gestellt bis ca. Seite
118. Daraufhin liegengelassen und ganz aufgegeben! Wieder aufgenommen
Juli 1910. Alles instrumentiert bis auf den Schlußchor. Den
vollendet in Zehlendorf 1911.« »Gruß in die Ferne«
für Gesang und Klavier (die 1. Fassung ist mit 19. August datiert). |
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| 1901 |
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Am 18. Oktober heiratet Schönberg Mathilde von
Zemlinsky in der lutherischen Pfarre, Wien, Innere Stadt. Die erste
Wohnung des jungen Ehepaares liegt in Wien IX., Porzellangasse 53.
Übersiedlung nach Berlin im Dezember. Anstellung als Kapellmeister
an Ernst von Wolzogens literarischem Kabarett »Überbrettl«. |
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Vom 18. Juni bis 28. Juli Arbeit
an dem Opernfragment »Die Schildbürger« (dramatische
Einrichtung der gleichnamigen Erzählung von Gustav Schwab). Komponiert
zwischen April und September acht Lieder aus einer Anthologie »Deutscher
Chansons« und bietet sie Ernst von Wolzogen (Gründer des
Berliner literarischen Kabaretts »Überbrettl«) an,
der aus dem Kompendium sowohl den »Nachtwandler« als auch
»Jedem das Seine« erwirbt. Für das Wiener Theater
»Zum lieben Augustin« komponiert Schönberg »Seit
ich so viele Weiber sah« aus dem »Spiegel von Arkadien«
von Emanuel Schikaneder. Die nach ihrem Entstehungsanlaß erst
posthum benannten »Brettllieder«
führen zu einer Anstellung Schönbergs als Kapellmeister
am Berliner »Überbrettl«, welche er am 16. Dezember
antritt. |
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| 1902 |
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Geburt der Tochter Gertrude
am 8. Januar. Auf Empfehlung von Richard Strauss wird Schönberg
eingeladen, am Sternschen Konservatorium in Berlin Unterricht
in Harmonielehre zu erteilen. |
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Uraufführung der »Verklärten
Nacht« im Kleinen Musikvereinssaal in Wien durch das Rosé-Quartett
am 18. März. Unterbrechung der Arbeit an den »Gurreliedern«.
Begegnung mit Oscar Straus, Viktor Holländer, Bogumil Zepler
sowie Robert Fischhof, deren Operetten er instrumentiert. |
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| 1903 |
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Im Spätsommer kehrt Schönberg mit Frau und
Tochter nach Wien zurück. Begegnung mit Gustav
Mahler.
Bezieht mit Mathilde und Gertrude eine Wohnung in der Liechtensteinstraße
68/70. |
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|
»Deinem Blick mich
zu bequemen« für Gesang und Klavier (1. Fassung datiert
mit 3. Januar).
Im Februar vollendet Schönberg die im April des Vorjahres begonnene
symphonische Dichtung »Pelleas und Melisande« op. 5.
Arbeitet an dem als Fragment erhaltenen Chorlied mit Orchester »Darthulas
Grabgesang« nach einer Goethe-Übersetzung. Schließt
mit den Gottfried-Keller-Vertonungen »Geübtes Herz«
und »Die Aufgeregten« die Sechs Lieder op. 3 ab
darunter auch »Freihold« (November 1900), »Hochzeitslied«
(1901) und »Warnung« (Mai 1899).
Instrumentationen, Arrangements für Klavier zu zwei oder vier
Händen, darunter die vierhändigen Klavierauszüge aus
Rossinis Oper »Der Barbier von Sevilla«, Lortzings »Waffenschmied«
sowie Schuberts »Rosamunde« für die Universal Edition
in Wien. Beginnt Ende November mit der Erstniederschrift von »Das
Wappenschild« (op. 8 Nr. 2, abgeschlossen im April 1904). Es
folgt »Natur« nach einem Text von Heinrich Hart (op. 8
Nr. 1, komponiert zwischen 18. Dezember 1903 und 7. März 1904). |
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| 1904 |
|
Gründet mit Zemlinsky die »Vereinigung
schaffender Tonkünstler«. Verbringt die Sommermonate bei
den Eltern seines Jugendfreundes David Josef Bach in Mödling.
Im Wintersemester 1904/05 unterrichtet Schönberg an den »Schwarzwaldschen
Schulanstalten« in der Wallnerstraße am Kohlmarkt. Seit
Herbst zählen Alban
Berg und Anton Webern zu seinen Schülern. |
| |
|
Skizziert im März eine
Fuge für Streichquartett d-Moll, welche unvollendet bleibt.
Arbeitet im Sommer zusammen mit Alexander Zemlinsky an Instrumentierung
und Klavierauszug der Oper »Bergkönig« von Robert
Fischhof sowie an seinem Ersten Streichquartett d-Moll op. 7 und den
Orchesterliedern op. 8. Schließt am 3. Juli die Partiturreinschrift
von »Nie ward ich, Herrin, müd« op. 8 Nr. 4 ab und
beginnt mit »Voll jener Süße« op. 8 Nr. 5 nach
einem Text von Petrarca. Arbeitet an einem Streichquintett in D-Dur
(als Fragment überliefert) sowie weiter an den Orchesterliedern. |
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| 1905 |
|
Verbringt den Sommer mit seiner Familie in Gmunden
am Traunsee. |
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|
Uraufführung von »Pelleas
und Melisande« op. 5 unter Schönbergs Leitung am 25. Januar
im Großen Musikvereinssaal. Schließt am 6. April mit »Sehnsucht«
die Sechs Orchesterlieder op. 8 und am 26. September in Gmunden
am Traunsee das Erste Streichquartett d-Moll op. 7 ab. Vollendet
im September/Oktober Acht Lieder op. 6, deren Entstehung teils
bis Dezember 1903/Januar 1904 (»Verlassen«, »Traumleben«,
»Ghasel«) zurückgeht und arbeitet an dem einsätzigen
Fragment »Ein Stelldichein« (datiert mit 21. Oktober).
Zwischen April und September enstehen sieben Kanons sowie Liedentwürfe
und die Skizze zu einer Symphonie g-Moll. |
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| 1906 |
|
Geburt des Sohnes Georg
am 22. Juni. |
| |
|
Vollendet am 25. Juli in Rottach-Egern
am Tegernsee die Kammersymphonie für 15 Soloinstrumente op.
9, »das letzte Werk meiner ersten Periode, das aus nur einem
durchgehenden Satz besteht.« Beginnt die Zweite Kammersymphonie
(vollendet 1940 als op. 38). |
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| 1907 |
|
Beginn einer intensiven Beschäftigung mit der
Malerei. Befreundet sich mit dem Maler Richard Gerstl. |
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|
Komponiert für ein Preisausschreiben
»Friede auf Erden« op. 13 für gemischten Chor
a capella; Entwürfe finden sich zwischen 14. August 1906 und
9. März 1907. In derselben Periode entsteht das Opernfragment
»Und Pippa tanzt« nach Gerhart Hauptmanns »Glashüttenmärchen«.
Uraufführung der Kammersymphonie op. 9 durch die Bläservereinigung
des Wiener Hofopernorchesters und das Rosé-Quartett im Großen
Musikvereinssaal am 8. Februar. Zwischen März und April komponiert
Schönberg Zwei Balladen op. 12 für Gesang und Klavier.
»Ich darf nicht dankend« op. 14 Nr. 1 für
Gesang und Klavier (datiert mit 17. Dezember) und zahlreiche weitere
Liedskizzen. |
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| 1908 |
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Verbringt den Sommer am Traunsee. |
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|
»In diesen Wintertagen«
op. 14 Nr. 2 für Gesang und Klavier (datiert mit 2. Februar).
Schließt in Gmunden am Traunsee das II. Streichquartett op.
10 ab, dessen Kompositionsbeginn auf März des Vorjahres zurückgeht.
Der dritte Satz datiert mit 11. Juli, der zweite mit 27. Juli, auch
der vierte Satz dürfte noch in Gmunden komponiert worden sein.
Das Werk stellt sowohl in der Materialverwendung als auch gattungshistorisch
die Beteiligung einer Sopranstimme löst die Besetzungsnorm
des Streichquartetts auf eine Schnittstelle innerhalb Schönbergs
uvre dar, das in jener Periode durch einen Bruch mit der musikhistorischen
Tradition Auflösung der Tonalität und Übergang
zur expressionistischen Periode gekennzeichnet wird. Uraufführung
des II. Streichquartetts op. 10 am 21. Dezember durch das Rosé-Quartett
und Marie Gutheil-Schoder. |
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| 1909 |
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Verbringt den Sommer zusammen mit seiner Familie,
Alexander Zemlinsky, Alban Berg, Anton Webern und Max Oppenheimer
in Steinakirchen bei Amstetten.
Entwirft eine Notenschreibmaschine, welche dem Patentamt in Wien vorgelegt
wird. |
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»Am Strande«
für Gesang und Klavier nach Rainer Maria Rilke (datiert mit 8.
Februar). Komponiert im Februar und August Drei Klavierstücke
op. 11 (»die erstpublizierte Musik dieser Art«, welche
»demgemäß eine große Sensation herbeiführte«)
und vollendet den im März des Vorjahres begonnenen Liederzyklus
Fünfzehn Gedichte aus »Das Buch der hängenden Gärten«
von Stefan George op. 15, mit dem er »alle Schranken einer
vergangenen Ästhetik« durchbricht.
Schönberg komponiert von 23. Mai bis 11. August in der Sommerfrische
in Steinakirchen die Fünf Orchesterstücke op. 16
»(zwischen 1 und 3 Minuten Dauer) ohne cyklischen Zusammenhang
[...] ein bunter ununterbrochener Wechsel von Farben, Rhythmen und
Stimmungen.« Dort lernt er die junge Ärztin und Literatin
Marie Pappenheim kennen, welche den Text zum Monodram »Erwartung«
op. 17 verfaßt. Die Erstniederschrift dieser Komposition
für Sopran und Orchester entsteht zwischen 27. August und 12.
September. Die Partitur ist mit 4. Oktober datiert. |
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| 1910 |
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Bezieht eine Wohnung in Hietzing,
wo er sich intensiv mit der Malerei beschäftigt.
Erste Ausstellung der Gemälde in der Galerie Heller, Wien. Lesungen
an der Akademie für Musik. |
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Am 14. Januar wird in Wien der
erste Teil der »Gurrelieder« aus dem Klavierauszug erstaufgeführt.
Mit 8. Februar datieren zwei der Drei Stücke für Kammerorchester,
Nr. 3 bleibt Fragment. Schließt im Juni den Text zur Oper »Die
glückliche Hand« op. 18 ab und beginnt am 9. September
mit der Komposition, welche im November 1913 vollendet wird. |
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| 1911 |
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Begegnung mit Wassily Kandinsky. Bezieht Ende September
eine Wohnung in der Villa Lepcke, Berlin-Zehlendorf, Machnower Chaussee
& Dietloffstraße. Vorträge über »Ästhetik
und Kompositionslehre« am Sternschen Konservatorium. Vier
Gemälde werden in der Ausstellung »Der Blaue Reiter«
in der Münchener Galerie Thannhauser gezeigt. |
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Am 19. Februar entstehen die
ersten fünf der Sechs kleinen Klavierstücke op. 19,
das letzte wird unter dem unmittelbaren Eindruck von Gustav Mahlers
Begräbnis am 17. Juni 1911 skizziert. Im Juli schließt
Schönberg sein im Vorjahr begonnenes theoretisches Hauptwerk,
die »Harmonielehre«, mit einer Widmung an Gustav
Mahler ab; am 7. November die Reinschrift der »Gurrelieder«-Partitur,
am 9. Dezember »Herzgewächse« op. 20 für
hohen Sopran, Celesta, Harmonium und Harfe.
Uraufführung von »Friede auf Erden« op. 13 (Fassung
mit Orchester), mit dem Philharmonischen Chor und dem Wiener Tonkünstler-Orchester
unter der Leitung von Franz Schreker am 9. Dezember in Wien. |
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| 1912 |
|
Reist auf Einladung Zemlinskys nach Prag, wo er »Pelleas
und Melisande« dirigiert und eine Gedächtnisrede auf den
im Vorjahr verstorbenen Gustav Mahler hält. Schüler und
Freunde darunter Kandinsky, Webern und Gütersloh
geben im Verlag Piper & Co. in München die Anthologie
»Arnold Schönberg« heraus.
Am 12. Juni stirbt Mathildes Mutter Klara Zemlinsky. Reist nach einem
Amsterdam-Aufenthalt im Dezember nach St.
Petersburg, um dort im Rahmen der Siloti-Konzerte »Pelleas
und Melisande« zu dirigieren. |
|
|
Generalbaß-Bearbeitung
von Georg Matthias Monns Konzert für Violoncello und Orchester
g-Moll für die »Denkmäler der Tonkunst in Österreich«.
Vertont auf Anregung der Schauspielerin Albertine Zehme am 12. März
das erste von einundzwanzig Gedichten aus Albert Girauds »Pierrot
lunaire« für Sprechstimme und Kammerensemble, deren Stimmführung
und Klänge von Schönberg als »geradezu tierisch unmittelbarer
Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen« beschrieben werden.
Uraufführung der Fünf Orchesterstücke op. 16 unter
der Leitung von Sir Henry Wood am 3. September in London. Uraufführung
des »Pierrot lunaire« op. 21 am 16. Oktober in
Berlin. Entwirft Ende des Jahres das Oratorium »Seraphita«
als Teil einer sich über drei Abende erstreckenden Trilogie (bleibt
Fragment). |
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| 1913 |
|
Skandal während eines Konzertes mit Werken von
Schönberg, Berg, Webern, Mahler und Zemlinsky Ende März
in Wien. Übersiedelt im Mai nach Berlin-Südende, Berlinerstraße
17a.
Erhält erstmals ein Stipendium der Mahler-Stiftung, weitere Stipendien
folgen 1914 und 1918. |
|
|
Uraufführung der »Gurrelieder«
unter der Leitung von Franz Schreker am 23. Februar im Großen
Musikvereinssaal in Wien. Skizzen zu Stücken für Kammerensemble
und Orchester. Vollendet am 9. November das Orchesterlied »Seraphita«
op. 22 Nr. 1 und am 20. November die Oper »Die glückliche
Hand« op. 18. |
| |
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| 1914 |
|
Dirigiert die »Gurrelieder« in Leipzig
und die Fünf Orchesterstücke op.16 in London. |
| |
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Uraufführung der Lieder
Nr. 2, 5 und 6 aus den Orchesterliedern op. 8 unter der Leitung von
Alexander
Zemlinsky am 29. Januar in Prag. November-Dezember: komponiert
die Orchesterlieder »Alle, welche dich suchen« op. 22
Nr. 2 (vollendet am 8. Januar 1915) und »Mach mich zum Wächter
deiner Weiten« op. 22 Nr. 3 (vollendet am 14. Januar 1915). |
| |
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| 1915 |
|
Dirigiert Beethovens IX. Symphonie im April in Wien.
Rückkehr nach Wien im Oktober, bezieht in Hietzing, Gloriettegasse
43, eine Wohnung. Rückt im Dezember zum k.k. Regiment Hoch-
und Deutschmeister Nr. 4 ein. |
| |
|
Setzt mit dem »Totentanz
der Prinzipien« (Textmanuskript, datiert mit 15. Januar)
die im Vorjahr begonnene Arbeit an einer großangelegten Symphonie
für Soli, Chor und Orchester (Fragment) fort. Beginnt kurz danach
mit dem Text zum (unvollendeten) Oratorium »Die Jakobsleiter«
(das ursprüngliche Konzept sah den »Totentanz« als
dritten und »Die Jakobsleiter« als vierten Satz der Symphonie
vor). |
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| 1916 |
|
Absolviert von März bis
Mai die Brucker Reserveoffiziersschule und wird im Juli aufgrund von
Atembeschwerden in die Ersatzkompanie versetzt. Vorläufige Enthebung
im Oktober nach einem Ansuchen des Wiener Tonkünstler-Vereines. |
| |
|
Komponiert für einen Kameradschaftsabend
den Marsch für Streichquartett und Klavier »Die eiserne
Brigade«. Bearbeitung des Kaiserlichen Grenadier-Marsches
und des Österreichischen Grenadier-Marsches von Neipperg für
Symphonieorchester (unvollendet). Schließt am 1. November mit
»Vorgefühl« die Vier Lieder für Gesang und
Orchester op. 22 ab. |
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| 1917 |
|
Wiedereinberufung
in die Armee
im September und endgültige Enthebung im Dezember wegen körperlicher
Untauglichkeit. |
| |
|
Konzipiert ein »Liebeslied«
für Violine, Bratsche, Violoncello und Harmonium nach einem Text
von Rainer Maria Rilke (unvollendet). Beendet im Mai den Text zur
»Jakobsleiter« und beginnt im Juni mit den musikalischen
Skizzen, welche 1918, 1921-1922 fortgesetzt werden. |
| |
|
|
| 1918 |
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Hält an der Schwarzwald-Schule ein »Seminar
für Komposition«.
Übersiedlung nach Mödling, Bernhardgasse 6, im Frühjahr.
Gründet den »Verein für musikalische Privataufführungen«. |
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|
Skizzen zu einer Komposition
für Streichseptett und zu einem Klavierstück. |
| |
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|
| 1919 |
|
Hanns Eisler, Rudolf Kolisch und Karl Rankl werden
seine Schüler. |
| |
|
Verfaßt Beiträge
für die von Adolf Loos herausgegebene Publikation »Richtlinien
für ein Kunstamt« sowie für ein Willem-Mengelberg-Gedenkbuch. |
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| 1920 |
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Besuch
des ersten Mahler-Festivals in Holland;
dirigiert in Amsterdam und wird zum Präsidenten des Internationalen
Mahler-Bundes ernannt. Hält Kompositionskurse. |
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|
Beginnt im März mit einer
Passacaglia für Orchester (Fragment) und bearbeitet für
den »Verein für musikalische Privataufführungen«
die Fünf Orchesterstücke op. 16 für Kammerorchester.
Komponiert im Juli die ersten beiden Klavierstücke aus op. 23,
skizziert Nr. 4.
Kompositionsbeginn der Serenade op. 24 im August. |
| |
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| 1921 |
|
Dirgiert die »Gurrelieder« in Amsterdam.
Reist im Juni zusammen mit seiner Familie und einigen seiner Schüler
in die Sommerfrische nach Mattsee und wird von der dortigen Gemeindeverwaltung
als Jude aufgefordert den Ort zu verlassen. Fährt weiter nach
Traunkirchen. Tod der Mutter Pauline Schönberg am 12. Oktober. |
| |
|
Bearbeitet für den Verein
»Rosen aus dem Süden« und »Lagunen-Walzer«
von Johann Strauß. Arbeitet im Juli in Traunkirchen an Präludium
und Intermezzo der Suite für Klavier op. 25 (abgeschlossen 1923).
Vollendet am 6. Oktober den Marsch aus der Serenade op. 24. Bearbeitungen
von Werken Schuberts, Denzas und Siolys. Konzipiert mit Rudolf Kolisch
die Bearbeitung von Regers Romantischer Suite op. 25 für Kammerensemble.
Bearbeitungen von Mahlers »Lied von der Erde« und »Lieder
eines fahrenden Gesellen« für den Verein bleiben unvollendet.
Arrangiert eine »Weihnachtsmusik« für Kammerensemble. |
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| 1922 |
|
Dirigiert »Pierrot lunaire« in Prag. Mödling-Besuch
von Darius Milhaud und Francis Poulenc. |
| |
|
Entwirft im Februar den Anfang
eines Violinkonzerts. Skizzen zu zwei Stücken für Kammerensemble
(März und Mai) bleiben ebenso fragmentarisch. Orchesterbearbeitungen
von Bachs Choralvorspielen »Komm, Gott, Schöpfer, heiliger
Geist« (Ende April in Mödling) und »Schmücke
Dich, o liebe Seele« (24. Juni in Traunkirchen). Unterbricht
die Arbeit an der »Jakobsleiter«, das Werk bleibt unvollendet
(Uraufführung am 16. Juni 1961 im Großen Konzerthaussaal).
Beginnt im November mit »Gerpa«, Thema und Variationen
für Horn, Klavier, zwei Violinen und Harmonium (bricht nach der
vierten Variation ab).«Lied der Waldtaube« aus den »Gurreliedern«,
Bearbeitung für Kammerorchester und Gesang (Abschluß der
Niederschrift am 14. Dezember in Mödling). |
| |
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| 1923 |
|
Durch das »Mattsee-Ereignis« auf antisemitische
Handlungen und Äußerungen sensibilisiert bricht Schönberg
seine freundschaftliche Verbindung zu Wassily Kandinsky, der seit
1922 an das Weimarer Bauhaus berufen ist, ab und weist das Angebot
zur Leitung der dortigen Musikschule mit dem Hinweis zurück,
von antisemitischen Tendenzen am Bauhaus unterrichtet worden zu sein.
Verbringt den Sommer in Traunkirchen.
Schönbergs Frau Mathilde stirbt am 18. Oktober. |
| |
|
Uraufführung von »Lied
der Waldtaube« unter Schönbergs Leitung (Solistin: Marya
Freund) in Kopenhagen am 30. Januar.
Stellt eine »Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander
bezogenen Tönen« vor, welche den traditionellen Harmoniebegriff
durch Neuordnung des musikalischen Materials revolutioniert, und legt
damit »den Grund zu einem neuen musikalischen Konstruktionsverfahren,
das geeignet schien, jene strukturellen Differenzierungen zu ersetzen,
für die früher die tonalen Harmonien gesorgt haben.«
(»Komposition mit zwölf Tönen« 1941)
Vollendet in Mödling die im Jahr 1920 begonnenen Fünf
Klavierstücke op. 23 (Februar) sowie die Suite für
Klavier op. 25 (Februar-März) und die Serenade op. 24
(April-Mai), welche die neue Kompositionsmethode erstmals musikalisch
konkretisieren.
Setzt nach dem Tod seiner Frau Mathilde (18. Oktober) die Arbeit an
einem 1920 begonnenen »Requiem«-Text fort, welcher
jedoch unvertont bleibt. |
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| 1924 |
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Am 28. August Heirat mit Gertrud
Kolisch, Schwester seines Schülers Rudolf Kolisch, in der
Evangelischen Pfarrkirche zu Mödling. Sonderkonzerte anläßlich
seines 50. Geburtstages. |
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Entwirft am 5. Juli eine mit
»Magisches Quadrat« betitelte Zwölftonreihe
und setzt die zwischen April und Juli des Vorjahres begonnene Arbeit
am Bläserquintett op. 26 fort, welche durch Krankheit
und Tod seiner Frau Mathilde unterbrochen wurde. Vollendet den vierten
Satz aus op. 26 am 26. August (Widmung an seinen Enkelsohn »Bubi«
Arnold, geb. 1923 in Schönbergs Mödlinger Wohnung).
Dirigiert am 20. Juli die öffentliche Erstaufführung der
Serenade op. 24 in Donaueschingen.
Uraufführung der Oper »Die glückliche Hand«
op. 18 unter der Leitung von Fritz Stiedry am 14. Oktober an der Volksoper
in Wien. Beginnt Ende Oktober mit der Suite op. 29. |
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| 1925 |
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Wird im August in der Nachfolge des im Vorjahr verstorbenen
Ferruccio Busoni als Leiter der Meisterklasse für Komposition
an die Berliner Akademie
der Künste berufen. Antisemitische Proteste in der »Zeitschrift
für Musik« als Reaktion auf Schönbergs Professur,
welche er am 1. Oktober antritt. |
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Bearbeitung des »Kaiserwalzers«
von Johann Strauß für die Tournee des Pierrot-Ensembles
nach Spanien (datiert mit 1. April).
Arbeitet zwischen Juni und August an der Suite op. 29.
Komponiert zwischen 30. September und 10. November Vier Stücke
für gemischten Chor op. 27 (zwei der Texte verfaßt
Schönberg selbst, die beiden anderen sind Hans Bethges Nachdichtungen
aus dem Chinesischen entnommen). Nach Abschluß des vierten Chorstücks
aus op. 27 beginnt er am 12. November mit der Komposition einer zweiten
Serie, den Drei Satiren für gemischten Chor op. 28, welche
bis Silvester (noch vor Schönbergs Umzug nach Berlin) abgeschlossen
werden. |
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| 1926 |
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Ankunft in Berlin zu Jahresbeginn mit seinen Schülern
Roberto
Gerhard, Winfried Zillig und Josef
Rufer. Zu Schönbergs
Wirkungsbereich an der Akademie der Künste gehört neben
dem vertraglich auf jeweils sechs Monate im Jahr festgelegten Kompositionsunterricht
auch die Mitgliedschaft im Senat der Akademie. Wohnt mit seiner Frau
Gertrud bis Juni des folgenden Jahres in der Pension Bavaria am Steinplatz
in Charlottenburg. Zwischen Juli und November sporadische Wien-Aufenthalte.
Nimmt den Unterricht in Berlin aus gesundheitlichen Gründen erst
im November wieder auf. |
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Verfaßt am 26. März
in Berlin den Text zum erst 1934 komponierten Kanon »Wer
mit der Welt laufen will«. Vollendet am 1. Mai die in Mödling
begonnene Suite op. 29 und widmet sich den Variationen für
Orchester op. 31, in welchen er erstmals die Technik der Zwölftonkomposition
auf einen großen Orchesterapparat anwendet. |
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| 1927 |
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Wird als Dirigent eigener Werke zur Berliner Funkstunde
eingeladen. Konzept zu einer internationalen Schule für Stilbildung.
Verbringt den Sommer in Pörtschach am Wörthersee, wo er
nach vielen Jahren die Freundschaft mit Wassily
Kandinsky und dessen Frau Nina erneuert. Im September und Oktober
Reisen nach Wien. Zu den neuen Schülern
zählen Nikos Skalkottas, Alfred Keller und Peter Schacht. Sonderkonzerte
zu Ehren Schönbergs in Paris. |
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Komponiert zwischen 24. Januar
und 8. März im Auftrag der amerikanischen Mäzenin Elizabeth
Sprague Coolidge das III. Streichquartett op. 30. Entwirft
am 3. März ein dodekaphonisches Lied für Bariton nach einem
Gedicht von Oskar Loerke (Fragment).
Schließt am 12. Juli das im Juni des Vorjahres begonnene zionistische
Sprechdrama »Der
biblische Weg« ab und legt erstmals eine umfassende Auseinandersetzung
mit jüdischer Politik, jüdischem Glauben und der nationalen
Identität des Judentums dar, welche einen unmittelbaren Ausdruck
des selbsterlebten Antisemitismus darstellt. Eine für das Drama
konzipierte Prozessionsmusik in F-Dur bleibt unvollendet.
Schönberg
skizziert am 14. September den Beginn eines Streichquartetts, am 14.
November die Reihentabelle zu einem Violinkonzert.
Uraufführung des III. Streichquartetts op. 30 durch das Wiener
Streichquartett (Kolisch-Quartett) am 19. September im Beisein der
Widmungsträgerin in Wien. |
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| 1928 |
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Reise nach Cannes zu Jahresbeginn. Dirigiert Ende
Januar die »Gurrelieder« in London. Konzertiert in der
Schweiz. Schönberg
und seine Frau beziehen im März eine Wohnung
in der Nussbaum-Allee, Berlin-Charlottenburg und verbringen Juli
bis Dezember in Roquebrune-Cap Martin an der französischen Riviera. |
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Beginnt am 2. Januar mit einer
Violinsonate, welche durch die Konzertreise nach London unterbrochen
und nach der Rückkehr nach Berlin wieder aufgenommen wird (bleibt
jedoch Fragment).
Vollendet am 7. März einen Kanon zu Ehren des Concertgebouw Orkest
Amsterdam, am 8. April einen dreistimmigen Kanon in drei Tonarten
zum 25jährigen Jubiläum der Genossenschaft deutscher Tonsetzer.
Schließt am 21. August in Roquebrune-Cap Martin an der französischen
Riviera die Komposition der Variationen für Orchester op.
31 ab und arbeitet bis 20. September an der Partiturreinschrift.
Beendet am 11. Oktober die im Mai begonnene Bearbeitung von Johann
Sebastian Bachs Präludium und Fuge Es-Dur für Orchester.
Befaßt sich im Libretto zur Oper »Moses und Aron«
erneut mit Fragen des Judentums und der Bedeutung der Religion für
den jüdischen Nationalgedanken. Der Text ensteht zwischen 3.
und 16. Oktober (zu diesem Zeitpunkt spricht Schönberg noch von
einem Oratorium), »Vorstudien und Entwürfe« datieren
mit Ende September, ein älterer Entwurf geht bereits auf Juli
1926 zurück. Der Stoff ist den biblischen Vorbildern im Alten
Testament entlehnt, von Schönberg bewußt umgestaltet und
durch nichtbiblische Elemente ergänzt.
Uraufführung der Variationen für Orchester op. 31 durch
Wilhelm Furtwängler und das Berliner Philharmonische Orchester
am 2. Dezember in Berlin. |
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| 1929 |
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Verbringt Januar bis Februar in Monte Carlo, August
bis September in Katwijk aan Zee, Holland. |
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Zwischen Januar und März
entstehen im Auftrag der »Deutschen Staatlichen Kommission für
das Volksliederbuch« für eine 1930 im Verlag Peters erscheinende
Anthologie Drei Volkslieder für gemischten Chor (begonnen
im Dezember des Vorjahres) sowie Vier deutsche Volkslieder
für eine Singstimme und Klavier.
Schönberg übersendet das mit 15. März datierte Chorwerk
»Glück« op. 35 Nr. 4 an den Deutschen Arbeiter-Sängerbund,
welcher im September des Vorjahres den Auftrag zu einer Komposition
für Männerchor gegeben hatte. Die Uraufführung findet
am 2. November in der Berliner Rundfunk-Sendung »Moderne Arbeiterdichter
und Arbeitermusik« mit dem Erwin Lendvai-Quartett statt.
Schließt im April das Klavierstück op. 33a ab. Beendet
am 3. August die Partitur der einaktigen Oper »Von heute
auf morgen« op. 32, das erste auf der Grundlage zwölftöniger
Reihen komponierte Bühnenwerk. Das Libretto von Max Blonda (Pseudonym
für Schönbergs zweite Frau Gertrud) »als Satire auf
das Eheleben eines sehr nahen Verwandten« entstand wahrscheinlich
im Herbst 1928 an der Riviera, die Niederschrift des Particells
die eigentliche Komposition zwischen Oktober 1928 und 1. Januar
1929. |
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| 1930 |
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Dirigat in London. April bis Mai: Kuraufenthalt in
Baden-Baden. Juli bis September: Lugano. Bezieht ein neues Quartier
am Nürnberger Platz. Hält im Oktober in Prag den Vortrag
»Neue Musik, veraltete Musik, Stil und Gedanke«. |
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Uraufführung der Oper »Von
heute auf morgen« op. 32 unter Wilhelm Steinberg am 1. Februar
in Frankfurt am Main.
Komponiert zwischen 19. Februar und 9. März vier der Sechs
Stücke für Männerchor op. 35 (sämtlich nach
eigenen Texten) und bietet sie zusammen mit den Vorjahreswerken »Glück«
und »Verbundenheit« dem Berliner Verlag Bote & Bock
an.
Beginnt am 7. Mai in Berlin mit den musikalischen Skizzen zu »Moses
und Aron«, Fortsetzung zwischen Juli und September in Lugano.
Nimmt die im Herbst des Vorjahres begonnene Arbeit an der »Begleitungsmusik
zu einer Lichtspielszene« op. 34 wieder auf, welche vom
Heinrichshofens Verlag Magdeburg, der Lichtspielhäuser
mit Stimmungsmusiken für Stummfilme versorgt, in Auftrag gegeben
wurde. Schönberg löst sich jedoch von einer konkreten Drehbuchsituation
durch Reduktion auf einen psychologischen Erlebnisablauf: Drohende
Gefahr Angst Katastrophe. Uraufführung der »Begleitungsmusik«
unter der Leitung von Otto Klemperer am 6. November an der Berliner
Kroll-Oper. |
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| 1931 |
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Vortrag im Berliner Rundfunk im März. Mai bis
September: Montreux-Territet. Hält sich aus gesundheitlichen
Gründen ab Oktober in Barcelona auf. |
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Setzt im Januar die Arbeit an
»Moses und Aron« zunächst in Berlin, zwischen Mai
und September in Montreux-Territet (Ende des ersten Aktes und Zwischenspiel,
Anfang des zweiten Aktes) und ab Anfang Oktober in Barcelona fort.
Komponiert zwischen 8. und 10. Oktober das Klavierstück op.
33b.
Uraufführung der Sechs Stücke für Männerchor op.
35 am 24. Oktober in Hanau mit dem »13er Quartett der AGV Vorwärts«. |
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| 1932 |
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Schiebt die Rückkehr nach Berlin vor allem aus
politischen Gründen auf. Antisemitische Widerstände der
Preußischen Akademie werden unter dem Vorwand formeller Probleme
an ihn herangetragen. Als Schönberg im Juni gezwungenermaßen
in das unsichere Berlin zurückkehren muß, wird ihm die
Situation der Juden in Deutschland drastisch klar. Durchbruch zum
politisch-jüdischen Engagement.
Geburt der Tochter Dorothea
Nuria am 7. Mai in Barcelona. |
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Uraufführung der Vier Lieder
für Gesang und Orchester op. 22 unter der Leitung von Hans Rosbaud
(Solistin: Hertha Reinecke) am 21. Februar in Frankfurt am Main.
Beendet im März in Barcelona den zweiten Akt zu »Moses
und Aron«. Die mit umfangreichen Regieanweisungen und Aktionsbeschreibungen
als monumentales Gesamtkunstwerk konzipierte Oper bleibt unvollendet,
der dritte Akt beschränkt sich auf Libretto und wenige musikalische
Skizzen. |
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| 1933 |
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Verläßt Berlin; wird von den Nationalsozialisten
aus der Akademie ausgeschlossen. Rekonversion zur jüdischen Glaubensgemeinschaft
in Paris im Juli. Überfahrt
in die Vereinigten Staaten mit Frau und Tochter.
Ankunft in New York am 31. Oktober. Lehrt am Malkin-Konservatorium
in Boston und New York. |
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Auf Anregung von Pablo Casals
entsteht das Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur
in freier Umgestaltung nach dem Concerto per Clavicembalo von Georg
Matthias Monn (vollendet am 4. Januar).
Komponiert zwischen Januar und Februar Drei Lieder für Gesang
und Klavier op. 48 nach Texten von Jakob Haringer. Skizziert im
März den Anfang eines Klavierkonzerts. Widmung der im April komponierten
Geburtstags-Kanons an Carl Engel.
Auf Anregung des Kolisch-Quartetts entsteht ein Konzert für
Streichquartett und Orchester B-Dur in freier Umgestaltung nach
dem Concerto Grosso op. 6 Nr. 7 von Georg Friedrich Händel, welches
im September in Arcachon, fernab politischer Turbulenzen, vollendet
wird. |
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| 1934 |
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Dirigiert »Pelleas und Melisande« in Boston.
Vorträge an der University of Chicago. Übersiedlung von
Boston nach New
York und dann weiter nach Los Angeles. Vorträge über
die Lage der Juden. |
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Uraufführung des Konzerts
für Streichquartett und Orchester nach Händel durch das
Kolisch-Quartett und das Prager Rundfunkorchester am 26. September
in Prag.
Komponiert auf Anregung von Martin Bernstein die Suite für
Streichorchester (datiert mit 23. Oktober). |
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| 1935 |
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Vorlesungen an der University of Southern California.
Privatunterricht. John Cage wird sein Schüler. |
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Bearbeitung der Ersten Kammersymphonie
für Orchester op. 9B (datiert mit 18. April).
Uraufführung der Suite für Streichorchester unter der Leitung
von Otto Klemperer am 18. Mai in Los Angeles.
Uraufführung des Konzerts für Violoncello und Orchester
nach Monn im Rahmen eines Festkonzertes für Jean Sibelius am
7. November in London (Solist: Emanuel Feuermann).
Uraufführung der Kammersymphonie op. 9B unter Leitung des Komponisten
am 27. Dezember in Los Angeles. |
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| 1936 |
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Professur an der University of California in Los Angeles.
Läßt sich in Brentwood Park, West Los Angeles, nieder,
wo er bis zu seinem Tode lebt. Freundschaft mit George Gershwin. |
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Komponiert im Auftrag von Elizabeth
Sprague Coolidge von 27. April bis 26. Juli das IV. Streichquartett
op. 37.
Vollendet im September das im Vorjahr begonnene Konzert für
Violine und Orchester op. 36. |
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| 1937 |
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Im Mai erscheint die von Merle Armitage herausgegebene
Anthologie »Schoenberg«. Zu den Autoren zählen unter
anderen Ernst Krenek, Leopold Stokowski, Berthold Viertel und Eduard
Steuermann.
Geburt des Sohnes Ronald
am 26. Mai. |
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Uraufführung des IV. Streichquartetts
op. 37 durch das Kolisch-Quartett am 9. Januar in Los Angeles.
Bearbeitet zwischen Mai und September das Klavierquartett g-Moll op.
25 von Johannes Brahms für Orchester. |
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| 1938 |
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Schönbergs Tochter Gertrude Greissle und deren
Familie sowie Alexander Zemlinsky und seine Frau treffen in New York
ein. |
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Uraufführung der im Vorjahr
entstandenen Brahms-Bearbeitung unter der Leitung von Otto Klemperer
am 7. Mai in Los Angeles.
Auf Anregung von Jacob Sonderling, Rabbiner aus Los Angeles, entsteht
zwischen 1. August und 22. September die Chorkomposition »Kol
Nidre« op. 39. Schönberg erarbeitet aus den traditionellen
Vorlagen des am Vorabend des Versöhnungsfestes (Jom Kippur) gesungenen
jüdischen Gebetes eine eigene Melodieversion. Die Uraufführung
findet unter der Leitung des Komponisten am 4. Oktober (dem Vorabend
zu Jom Kippur 1938) in Los Angeles statt. |
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| 1939 |
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Versucht für Verwandte und Freunde Affidavits
zur Einreise in die USA zu beschaffen. Georg Schönberg und seine
Familie leben in schlechtesten Verhältnissen bis nach Kriegsende
in Mödling. |
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Komponiert auf Anregung des
Dirigenten Fritz Stiedry an der bereits im Jahr 1906 kurz nach
der Ersten Kammersymphonie op. 9 begonnenen Zweiten Kammersymphonie
op. 38. |
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| 1940 |
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Dirigiert »Pierrot lunaire« für Schallplatte. |
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Uraufführung des Violinkonzerts
op. 36 unter der Leitung von Leopold Stokowski (Solist: Louis Krasner)
am 6. Dezember in Philadelphia. |
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| 1941 |
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Geburt des Sohnes Lawrence
am 27. Januar. Arnold, Gertrud und Nuria werden US-amerikanische Staatsbürger.
Tod des Bruders Heinrich in Salzburg. |
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Zwei Fragmente einer Sonate
für Orgel (datiert mit 7. August).
Komponiert zwischen August und Oktober Variationen über ein Rezitativ
für Orgel op. 40. |
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| 1942 |
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Gibt Sommerkurse an der UCLA. Berichte von großen
Erfolgen des »Pierrot lunaire« in London. |
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Vollendet am 12. Januar die
Zweite Kammersymphonie op. 38B in einer Fassung für zwei
Klaviere.
Komponiert zwischen 12. März und 12. Juni im Auftrag der League
of Composers für deren Zwanzigjahrfeier die »Ode an
Napoleon Buonaparte op. 41 für Streichquartett, Klavier
und Sprecher.
Komponiert auf Anregung seines Schülers Oscar Levant in der zweiten
Jahreshälfte das Konzert für Klavier und Orchester op.
42 (vollendet am 29. Dezember).
Beendet im September das Lehrbuch »Models for Beginners in
Composition« (»Modelle für Anfänger im Kompositionsunterricht«). |
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| 1943 |
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Schönberg
hält Sommerkurse. Arbeit an musikpädagogischen Werken. Entwirft
Modelle für ein »Rastral«, ein Gerät zum Ziehen
von Notenlinien. |
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Komponiert auf Anregung von
Carl Engel, Präsident des Verlages Schirmer in New York, zwischen
20. Juni und 3. Juli Thema und Variationen für Blasorchester
op. 43, welche das Repertoire amerikanischer Blasorchester durch
ein anspruchsvolles Werk eines herausragenden zeitgenössischen
Komponisten erweitern und zugleich zu Schönbergs Popularität
in Amerika beitragen sollten.
Schönbergs Schwiegersohn Felix Greissle schlägt im August
vor, das neue Werk auch für Symphonieorchester zu bearbeiten,
da die Komplexität des Bläsersatzes die technischen Möglichkeiten
der meisten amerikanischen Ensembles übersteigen würde.
Bis Oktober sind Thema und Variationen op. 43B abgeschlossen. |
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| 1944 |
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Emeritierung
von der University of California in Los Angeles. Schönberg
gibt Privatunterricht. |
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Uraufführung des Klavierkonzertes
op. 42 unter der Leitung von Leopold Stokowski (Solist: Eduard Steuermann)
am 6. Februar in New York.
Uraufführung von Thema und Variationen für Orchester op.
43B unter der Leitung von Serge Koussevitzky am 20. Oktober in Boston. |
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| 1945 |
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Das Ansuchen um ein Stipendium der Guggenheim-Stiftung
zur Fertigstellung von »Moses und Aron«, der »Jakobsleiter«
und von Lehrbüchern wird abgelehnt. |
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Komponiert auf Anregung von
Leopold Stokowski im August die Fanfare auf Motive aus den »Gurreliedern«
(unvollendet) für die Hollywood Bowl-Konzerte.
Im Auftrag von Nathaniel Shilkret entsteht zwischen 21. und 30. September
Prelude op. 44 als Teil der »Genesis-Suite«, welche
als Gemeinschaftskomposition von Shilkret, Alexander Tansmann, Darius
Milhaud, Mario Castelnuovo-Tedesco, Ernst Toch und Igor Strawinsky
unter der Leitung von Werner Janssen am 18. November in Los Angeles
uraufgeführt wird. |
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| 1946 |
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Herzattacke. Vorträge an der University of Chicago. |
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Im Auftrag des Music Department
der Harvard University entsteht für ein im Frühjahr 1947
stattfindendes Symposium das Streichtrio op. 45 (Juni-September).
Mit der Vollendung des Werks schreibt Schönberg zugleich das
traumatische Erlebnis einer Herzattacke, welche er im August erlitt,
in die musikalische Textur ein. Thomas Mann berichtet darüber
in der »Entstehung des Doktor Faustus«.
Uraufführung von Thema und Variationen für Blasorchester
op. 43 durch die Goldman Band am 27. Juni in New York.
Verfaßt das Lehrbuch »Structural Functions of Harmony«
(»Die formbildenden Tendenzen der Harmonie«). |
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| 1947 |
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Wahl zum Mitglied der American Academy of Arts and
Letters. |
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Uraufführung des Streichtrios
op. 45 durch Mitglieder des Walden String Quartets an der Harvard
University in Cambridge, Massachusetts.
Komponiert im Auftrag der Koussevitzky Music Foundation im August
die Kantate »A Survivor from Warsaw« (»Ein Überlebender
aus Warschau«) op. 46, dessen von Schönberg verfaßter
Text (deutsch/englisch mit hebräischem Gebet) auf eine Anregung
der Choreographin Corinne Chochem zurückgeht und die Shoah thematisiert. |
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| 1948 |
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»Dr. Faustus«-Kontroverse mit Thomas Mann.
Hält Kurse in Santa Barbara. |
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Drei Volkslieder op. 49
für gemischten Chor (24. und 26. Juni)
Schließt das 1937 begonnene Lehrbuch »Fundamentals
of Musical Composition« (»Grundlagen der musikalischen
Komposition«) ab.
Uraufführung von »A Survivor from Warsaw« op. 46
unter der Leitung von Kurt Frederick am 4. November in Albuquerque,
New Mexico. |
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| 1949 |
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Ist wegen seines schlechten Gesundheitszustandes nicht
imstande, zu Einladungen anläßlich seines 75. Geburtstages
nach Europa zu reisen. Verleihung des Titels »Bürger der Stadt Wien«. |
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Komponiert für den Geiger
Adolf Koldofsky eine Phantasie für Violine mit Klavierbegleitung
op. 47, welche dieser anläßlich Schönbergs 75.
Geburtstag im September uraufführt.
Vertont im April aus Dagobert D. Runes Gedichtband »Jordanlieder«
»Dreimal tausend Jahre« op. 50A für gemischten
Chor a cappella. Die Uraufführung findet durch den Lilla Kammarkören
unter der Leitung von Eric Ericson am 29. Oktober in Fylklingen statt.
»Israel Exists Again« für gemischen Chor und
Orchester (10. Juni)
Komponiert Ende Juni Drei Volkslieder op. 49 und greift dabei auf
jene in den späten 20er-Jahren für den Verlag Peters bearbeiteten
Volksliedmelodien zurück. |
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| 1950 |
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Beendet Anfang des Jahres die Kontroverse mit Thomas
Mann.
Schönbergs
Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Verfaßt sein
Testament. |
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Auf Anregung von Chemjo Vinaver,
der von Schönberg einen Beitrag für seine »Anthology
of Jewish Music« erbittet, komponiert dieser zwischen 20. Juni
und 2. Juli den Psalm 130 »De Profundis« op. 50B
für gemischten Chor a cappella. (Uraufführung durch den
Kölner Rundfunkchor unter der Leitung von Bernhard Zimmermann
am 29. Januar 1954 in Köln.)
Verfaßt im September Texte zu »Psalmen, Gebeten und anderen
Gesprächen mit Gott« (von Rudolf Kolisch im Jahr 1956 posthum
unter dem Titel »Moderne Psalmen« veröffentlicht),
daraus wird zwischen 29. September und 2. Oktober ein »Moderner
Psalm« op. 50C für Sprecher, gemischten Chor und Orchester
vertont. (Uraufführung unter der Leitung von Nino Sanzogno am
29. Mai 1956 in Köln.)
Veröffentlichung der Essay-Sammlung »Style and Idea«,
herausgegeben von Schönbergs Schülerin Dika Newlin, bei
der Philosophical Library in New York. |
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| 1951 |
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Ernennung zum Ehrenpräsidenten der Israelitischen
Musikakademie in Jerusalem.
Arnold Schönberg stirbt am 13. Juli in Los Angeles. |
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»Der Tanz um das goldene
Kalb« aus »Moses und Aron« wird unter der Leitung
von Hermann Scherchen am 2. Juli in Darmstadt uraufgeführt. |