Gloriettegasse 43, Wien, XIII. Bezirk
Alser Straße 32, Wien, IX. Bezirk
Rechte Bahngasse 10, Wien, III. Bezirk

Oktober 1915 – September 1917

 

"Wir übersiedeln schon nächste Woche (ungefähr 9./IX) nach Wien XIII. Gloriettegasse 43 wo uns Frau Lieser eine Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Den Entschluß haben wir schließlich ganz plötzlich gefaßt, wies stets bei uns geht." (Schönberg an Zemlinsky, 3. September 1915) Nach Schönbergs Rückkehr aus Berlin, wo er eine Vortragsreihe über "Ästhetik und Vortragslehre" am Stern’schen Konservatorium gehalten und Privatschüler unterrichtet hatte, stellte ihm eine Freundin Alma Mahlers, Silvia "Lilly" Lieser, kostenlos

eine Wohnung in ihrem Landhaus in der Gloriettegasse 43 zur Verfügung. Unstimmigkeiten mit ihr lieferten letztendlich den Anstoß für Schönbergs Umzug in die Pension Astra, Alser Straße 32, wo die Familie zwischen 1. Oktober und 10. November 1917 logierte. "Denn erstens ist bei Frau Lieser bestimmt nichts zu machen, weil (wir fühlten, wir wußten es sogar schon längst) ihr das zuviel ist, was sie für mich tut, obwohl sie 20 Millionen hat und ich wahrscheinlich ihre einzige derartige Budgetpost bin. Sie ist von märchenhaftem Geiz und Schmutz. Dann aber: wir würden um keinen Preis mehr etwas mit der Person zu tun haben wollen. […] geschehen ist nichts. Sie hat sich bloß die ganze Zeit so ekelhaft benommen, daß mans nicht ertragen konnte. Sie hat langsam auf diese Kündigung hingearbeitet." (Brief an Zemlinsky vom 29. August 1917) "Ich habe mich also entschlossen, beim Wohnungsmieten, meinen Beruf nicht mehr zu nennen, sondern mich ›Theorie-Professor in der Schule Schwarzwald‹ zu nennen." (Brief an Webern vom 29. August 1917) Im Herbst 1917 bot Schönberg erneut ein "Seminar für Komposition" an den – von Adolf Loos neugestalteten – Schwarzwald’schen Schulen in der Wallnerstraße 9 an. Eine Wohnung in der Rechten Bahngasse 10 wurde nur vorübergehend (November 1917– März 1918) bezogen. Die Übersiedlung in das Mödlinger Domizil, wo Schönberg bis zu seinem dritten und letzten Aufenthalt in Berlin wohnen sollte, war bereits Anfang 1918 geplant: am 6. Januar 1918 bat Lilly Lieser Schönberg die Wohnung bis zum 20. des Monats zu räumen, da sie das Haus verkaufen wolle. Schönberg antwortete: "Sehr geehrte gnädige Frau, die Räumung der Wohnung war für den 10. Januar geplant, es fand sich aber wegen des Schneewetters bis jetzt kein Spediteur […]" Am 5. Februar 1918 berichtete Schönberg an Alma Mahler: "Wir kamen gestern aus Mödling, wo wir unsere Wohnung in cirka vier Tagen halbwegs in Ordnung gebracht haben. Nun sind wir von der Gloriettegasse ganz fort."
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