 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Schüler
in Berlin
 |
|
Norbert von Hannenheim
1898 – 1945 |
Norbert
von Hannenheim, sicher einer der interessantesten Studenten Schönbergs,
wurde 1898 im Siebenbürgischen Hermannstadt geboren, wo er auch das
Gymnasium besuchte. Musikalische Grundkenntnisse erwarb Hannenheim
sich im Selbststudium. Nach dem Abschluß der Handelsakademie in Graz
begann er 1922/23 ein Kompositionsstudium bei Paul Graener in Leipzig,
1929 erfolgte der Umzug nach Berlin und der Eintritt in die Meisterklasse
Schönbergs. Dieser hielt ihn für einen seiner begabtesten Schüler.
|
| |
|
|
|
Auch von Hannenheims Mitschülern sind
einige Beschreibungen überliefert, die seine Sonderstellung unter
den Meisterschülern zeigen. So berichtete etwa Erich
Schmid: »Er war absolut selbständig in seinen Urteilen und
ließ sich auch von Schönberg nicht belehren. Er war
wohl der Einzige, der Schönberg hemmungslos widersprach.« Wie
Natalie Prawossudowitsch
schilderte, lebte der finanziell schlecht ausgestattete Komponist
zurückgezogen in einer Berliner Dachkammer und »schlief soviel
als möglich, um sich das Essen zu sparen«. Hannenheim war
so der Musikwissenschaftler und Kritiker Hans
Heinz Stuckenschmidt, der Schönbergs Analysekurse besuchte
»zu ungeschickt und wohl auch zu nachlässig, um sich sein Geld
als Musiker zu verdienen. Schönberg machte ihm darüber Vorhaltungen
und redete ihm immer wieder zu, er solle sich im Klavierspiel und
im Dirigieren vervollkommnen. Es nützte nichts. Hannenheim fühlte
sich im Grunde nur am Schreibtisch wohl, wenn er mit seiner großen
deutlichen Schrift Partituren malte.« Hannenheims Werke, die
als sehr eigentümlich und eruptiv aufgefaßt wurden, waren oft in den
akademischen Schülerkonzerten präsent und machten ihren Schöpfer rasch
in Berlin bekannt, so daß sich für ihn auch bald Konzerte außerhalb
der Akademie ergaben. Einer seiner Interpreten war die Pianistin Else
C. Kraus, die Hannenheims Klaviersolowerke und -konzerte mit großem
Erfolg aufführte. Durch sie haben sich zumindest die Klavierparte
von zwei Klavierkonzerten erhalten. Von Hannenheim, der im zeitgenössischen
Berliner Musikleben gut dokumentiert ist, sind nämlich bedingt
durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges leider nur sehr wenige
Werke überliefert. Während dieser Zeit hielt sich der Komponist mit
Volksliedbearbeitungen über Wasser, politische Aufträge wie
etwa eine Komposition für die Berliner Olympiade lehnte er
ab.
Im Juli 1944 erlitt Hannenheim einen schizophrenen Anfall und wurde in die pommersche Landesheilanstalt Obrawalde bei Meseritz eingewiesen. Nachdem
Hannenheim die Unterbringung in der nationalsozialistischen
Euthanasieklinik überlebt hatte, verstarb er dort kurz nach Kriegsende,
laut Totenschein an Herzversagen.
+ 29. September 1945 im Landeskrankenhaus Obrawalde bei Meseritz
Quelle:
Herbert Henck: Norbert von Hannenheims Todestag. Neue Erkenntnisse über das Schicksal des siebenbürgischen Komponisten in Meseritz-Obrawalde.
In: Jürgen Wetzel (Hg.): Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch
des Landesarchivs Berlin 2003. Redaktion: Werner Breunig, Gebr. Mann
Verlag, Berlin 2003, S. 109-135
ISBN 3-7861-2475-2 |
| |
|
|
|
| Werke |
|
Trio für Holzbläser; Klaviersonaten; Violinsonaten;
Suiten für Klavier; Konzert für Klavier und sieben Holzbläser; Symphonien;
Streichquartette |
| |
|
|
|
| Korrespondenz Schönberg - Hannenheim |
|
Schönberg an
Hannenheim |
|
| |
|
1927.10.27 |
ich bin erst jetzt dazu gelangt,
Ihre |
| |
|
1930.09.16 |
ich habe
mich endlich dazu |
| |
|
|
|
| |
|
Hannenheim an Schönberg |
|
| |
|
|
|
| |
|
1930.01.15 |
alles abgeschlossen.
Konzert |
| |
|
1930.04.03 |
es ist mir äußerst peinlich, daß ich
|
| |
|
1930.04.07 |
soeben war ich mit Skalkottas bei
|
| |
|
1930.07.15 |
bitte verzeihen Sie, daß ich Sie der
|
| |
|
1932.06.29 |
wie ich in Wien gehört habe, sind
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|