Briefe von Arnold Schönberg an Hannenheim

1927.10.27 Location printed letter (1p.): Acad. d. Künste
  Copy photocopy (1p.): Arnold Schönberg Center [SatCollA2 (folder 3, "101")]
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  Text

 

ARNOLD SCHÖNBERG
CHARLOTTENBURG 3
KANTSTRASSE 4/IVa
BISMARCK 3443

27. X. 1927

Herrn Nobert von Hannenheim
Reissenfelsgasse 5 
Rumänien

Sehr geehrter Herr,
ich bin erst jetzt dazu gelangt, Ihre Kompositionen anzuschauen und will Ihnen nun folgendes sagen:
Ich bin bereit, Sie in die Meisterklasse der Akademie aufzunehmen und zwar mehr auf Grund Ihrer älteren Arbeiten, aus welchen ich mir einen besseren Eindruck verschaffen kann, als aus den neueren. In jenen finde ich eine recht klare Ausdrucksweise und Formensinn, während ich in ersteren, zunächst wenigstens, jedwede Gliederung vermisse. Auch mangelt es den dort auftretenden Gestalten an Deutlichkeit, and Plastik, sodass ich bis jetzt zu keinem Eindruck gelangen konnte.
Sollten Sie in die Akademie eintreten wollen, so würde es sich empfehlen, recht bald zu kommen, denn ich werde im heurigen Winter öfters für einige Wochen verreisen. jetzt aber bin ich ca 6 Wochen ununterbrochen da.
Zu Ihrer Anmeldung können sie eventuell gleich beiliegenden Aufnahme schein[!] von mir an die Akademie einsenden. Verständigen Sie mich von Ihren Plänen. 
Mit besten Empfehlungen, hochachtungsvoll
Arnold Schönberg

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1930.09.16 Location typed letter (1p.)
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.14, fr.983]
  Publication  
  Text

 

Berlin W 30
Nürnberger Platz 3
Tel: Bavaria 4466

Lugano, 16. IX. 1930 

Herrn Norbert von Hannenheim
Berlin W 15
Fasanenstrasse 59 III
bei Zadek

Lieber Herr von Hannenheim, 
ich habe mich endlich dazu aufgeschwungen, Kestenberg Ihretwegen zu schreiben. Solche Entschlüsse fallen mir darum so schwer, weil ich unter der Vorstellung einer eventuellen Ablehnung schon im Voraus leide. Aber nun ich es doch getan habe, bin ich eigentlich nicht ohne Hoffnung. Ich habe ihm Ihre Adresse geschrieben und denke, er wird Sie zu sich rufen. Er ist ein Mensch, mit dem Sie sicher gut werden reden können. Irgendetwas wird vielleicht doch herausschauen. Aber machen Sie sich keine zu grossen Hoffnungen: Was man gern hätte, oder auch nur, was braucht, bekommt man ja doch fast nie!
Nach Berlin werde ich vorraussichtlich nicht vor 20. Oktober kommen, da ich vorher noch ein Radiokonzert in Wien haben soll und eine[!] Vortrag in Prag.
Haben Sie Pierrot gehört? Wie war es? Haben Sie Kolisch gesehn? Haben Sie die Mitteilung vom Amerikanischen Preisausschreiben erhalten und weiterbefördert?
Wie gehts Ihnen sonst? Schreiben Sie einmal recht ausführlich.
Ich habe gut gearbeitet: ein Bühnenwerk: "Moses und Aron". Was in den Zeitungen darüber gestanden ist so unrichtig, wie gedruckt. Ich weiss nicht, woher es dahin kommt.
Viele herzlichste Grüsse und auf baldiges Wiedersehn.
Ihr Arnold Schönberg

Skalkottas kommt nicht mehr zurück? Das wusste ich garnicht!

     
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