Schüler in Berlin

 

Adolph Weiss
1891 – 1970

Adolph Weiss wurde 1891 als Sohn einer deutschen Einwandererfamilie in Baltimore geboren und erhielt als Kind Unterricht auf den Instrumenten Fagott, Geige und Klavier. Seit seiner Jugend war er als geschätzter Fagottist in verschiedenen amerikanischen Orchestern tätig, so unter anderem bei den New Yorker Philharmonikern, bei denen er 1909 auch unter dem Gastdirigat Gustav Mahlers spielte. Während seiner Tätigkeit in Orchestern nahm er bei verschiedenen Lehrern Unterricht in Musiktheorie und Komposition.
       
Als Weiss im Wintersemester 1925/26 in die Meisterklasse Schönbergs eintrat, hatte er bereits mehrere Werke verfaßt und besaß eine solide kompositorische Ausbildung. Während seiner Studienzeit entstanden eine Kammersymphonie für 10 Instrumente, die Schönberg sehr lobte, sowie zwei Streichquartette. Nach seiner Rückkehr nach Amerika bemühte sich Weiss, die amerikanische Musikszene mit der Schönbergschen Zwölftonmusik bekanntzumachen. So faßte er in dem 1932 in der Zeitschrift »Modern Music« erschienenen Artikel »The Lyceum of Schoenberg« dessen wichtigste Kompositionsprinzipien, die er einerseits aus der Unterrichtszeit mitgenommen, andererseits aus Schönbergs Schriften exzerpiert hatte, zusammen. Abschließend schrieb er: »Schönbergs Meisterklasse an der Berliner Akademie der Künste ist ein wunderbares Erlebnis für jeden Teilnehmer. Ich war einer von dreizehn Studenten, die aus allen Teilen Europas und Amerikas stammten. Wir stellten unsere Werke zur Kritik vor, zuerst uns untereinander und danach Schönberg, der alle unsere Urteile zur Kenntnis nahm und dann seine eigenen Beobachtungen vorbrachte. Der Konflikt der Meinungen war oft feurig, manchmal sogar persönlich, aber höchst instruktiv. Offenheit und Aufrichtigkeit in furchtlosem Ausdruck bleiben das Erbe Schönbergs an seine Schüler.«
Vor allem in seinen späteren Kompositionen entwickelte Weiss ein intensives Verhältnis zu Zahlen: so notierte er neue Werke als Zahlenkolonnen, aus denen er sogar am Klavier spielte. »Aber das heißt nicht, daß man irrsinnigerweise annehmen solle, Weiss sei von irgendeiner ›Logik der Zahlen‹ angetrieben worden. Ganz im Gegenteil, er findet Freiheit und endlosen Ansporn zu neuen musikalischen Ideen in einer Tonreihe, und da seine kompositorische Haltung ungewöhnlich spaßliebend und spontan ist, unterliegt seine Phantasie keiner Begrenzung. Er hat im Laufe seiner Karriere als Komponist eine ungeheure Leichtigkeit entwickelt, mit Zahlen umzugehen. [...] Zahlen und Noten sind einfach die graphische Darstellung, eine Art Kurzschrift des Klanges, und als solche benutzt sie Weiss.«, schrieb der amerikanische Komponist Lester Trimble 1933.
       
Werke   Klavierwerke; Kammermusik; Streichquartette; Kammersinfonien
 
Korrespondenz Schönberg - Weiss  

Schönberg an Weiss

 

    1926.03.05 habe ich nach vorheriger Prüfung 
    [1927.10.??] ich würde mich sehr freuen, Sie 
    1931.06.27 Sie haben mir von Ihren 
    1931.10.10 ich sandte Ihnen heute das 
    1931.12.01 es ist für mich augenblicklich sehr 
    1931.12.18 gelegentlich Verhandlungen
    1932.02.06 sehr gerne würde ich einem Ruf 
    1932.05.23 verschafft Verleger für Violoncellsol
    1933.04.27 ich bin nicht dazu gekommen, Ihre
    1934.01.15 ich mußte leider den Vortrag in
    1935.06.24 meine Sommerkurse haben bereits
    1937.04.30 Lieber Herr Weiss, es ist nun einige
    1939.01.02 Es ist nun mehrere Wochen, seit
    1939.08.24 ich freue mich, daß Sie sich 
    1949.09.16 Erst nach dem Tode anerkannt
       
    Weiss an Schönberg  
       
    [19??].05.05 Vorgestern sprach ich mit Dr.
    1928.10.04 Es tut mir ernstlich leid, daß ich
    1929.09.16 Die Pro-Musica Gesellschaft würde
    [1929?.12.??] Prosit Neujahr! Fröhliche
    1931.09.23 Herzlichen Dank dafür, daß Sie an 
    1931.12.17 herzlichsten Dank für Ihren 
    1932.02.28 Leider konnte ich den Herrn Cowell
    1932.10.01 Nun sind wir schon einen Monat in
    [1933?].11.23 Wir haben hier eine kleine "Hou
    [1934.09].12 Best wishes for a happy birthday
    1934.09.17 Ihre Karte mit der Nachricht, daß
    1936.10.23 Jetzt sind wir fast in unserer 
    1937.05.26 herzlichsten Dank für Ihren liebens
    [194?.09.13?] For Your Birthday. This little fou
    1948.04.22 Perhaps you know that your
    1949.04.10 At last, we bought a house, and
    1950.11.17 I don't know what Jupiter Pluvius 
     
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