Briefe von Arnold Schönberg an Edward Clark

1918.07.12 Location handwritten postcard (1p.): Library of Congress
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.24, fr.685-686]
  Publication -
  Text Herrn Edward Clark
Ruhleben
Engl. Kriegsgefangenen Lager
Holland
nach Holland entlassen

[verso] Lieber Clark, sind Sie noch in Ruhleben? Lassen Sie einmal von sich hören. Ich lebe seit 3 Jahren in Wien; jetzt in Mödling. Herzl. Gruß
Schönberg

[stamped]
Arnold Schönberg
Mödling bei Wien
Bernhardg. 6.--Tel. 118
   
     
1921.05.10 Location handwritten letter (1p.): British Library
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.1-2]
  Publication -
  Text

stamped]
Arnold Schönberg
Mödling bei Wien
Bernhardg 6.-Tel.118

10. Mai 1921

Lieber Clark – d.h. wenn Sie derselbe Edward Clark sind, der 1911 – 1914 mit mir in Berlin verkehrt hat – einigemale während des Krieges (obwohl selbst Soldat und mit allerlei Sorgen belastet) habe ich mich bemüht über Sie Nachricht zu erlangen; zweimal deren auf dem Umweg über die Schweiz (durch Dr Wolf!) Nun lese ich in einer mir zugeschickten Chestrian-Nummer von Ihren Erfolgen als Dirigent und Ihrer Absicht, meine Kammersymphonieaufzuführen. Letzteres kann ich mir – Sie erinnern sich meiner wahrscheinlich – kaum denken,ohne persönliches Verhältnis zu mir und gebe Ihnen durch diesen Brief die Möglichkeit zur Wiederherstellung eines solchen. Daher hoffe ich zu erfahren, was mich auch beschäftigt hat: warum ich hier von nichts gehört habe. D.h. wenn Ihnen ein deutscher Musikant, der bloß etwas [...] kann, als auf den bekannten Continenten [...] üblich ist,dazu [...] als [...] ankommt, [...] ich Sie [...] noch herzlichst grüßt Ihr
Arnold Schönberg

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1927.02.11 Location typed letter (2p.):British Library [Add.ms.52257, fol.55]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.17-18]
  Publication
  Text Arnold Schönberg
Charlottenburg 2
Pens. Bavaria Steinplatz 2

11.II.1927

The British Broadcasting Corporation
Savoy Hall, London, W.C.2

Lieber Herr Clark, sehr gerne bin ich bereit, die Gurrelieder in London zu dirigieren und freue mich sehr darauf. Was Sie mir über das Orchester schreiben und über den Ort der Aufführung (Albert Hall fasst, wenn ich mich nicht irre 10,000 Personen? da kann man ja den Chor und das Orchester gut aufstellen) spannt ja meine Erwartungen aus Höchste. Jedenfalls möchte ich eine definitive Entscheidung gerne bald haben. Denn da ich wohl wenigstens 10-12 Tage werde dort sein müssen, brauche ich Urlaub vom Ministerium und darum kann man nicht früh genug einreichen. Ich hoffe bestimmt, dass ich genug Proben eingeräumt bekomme, um eine wirklich gute Aufführung machen zu können. Auch wüsste ich dann bald Näheres über die Grösse der mitwirkenden Chöre und über die Solisten. Von diesen ist dann besonders der »Sprecher« wichtig! Der muss sehr musikalisch sein. Am besten vielleicht ein Sänger, der gut spricht. Vielleicht ist es gut, wenn ich Ihnen gleich und aufrichtig, aber vertraulich meine Meinung über das Honorar sage. Ich will mit meiner Frau hinkommen und möchte unter allen Umständen die gesammten Kosten für uns beide gedeckt haben. Ueber die Höhe aber des eigentlichen Honorars zu verhandeln wird aber nicht sehr schwierig sein. Denn wenn ich auch natürlich ein höheres Honorar einem niedrigeren bei Weitem vorziehe (auch aus Prestige-Gründen!) so sehe ich doch den künstlerischen und moralischen Wert einen solchen Einladung ein und weiss ihn zu schätzen. Sehr gut wird es auch sein, wenn Sie mich bald über die Raumverhältnisse des Saales und die Grösse und Höhe des Podiums, resp. seins Aufbaues informieren, damit ich eventuell praktische Vorschläge mache. Ich freue mich sehr, wieder von Ihnen gehört zu haben und nun insbesondere, wo es eine so angenehme Nachricht ist. Meiner Frau und mir geht es jetzt sehr gut. Ich arbeite fleissig und habe ziemlich viel Schüler. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Nachricht und grüsse Sie inzwischen aufs Herzlichste, Ihr
Arnold Schönberg
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1927.02.24 Location typed letter (3p.): British Library [Add.ms.52257, fol.49-50]
  Copy microfilm (3fr.):Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.246-248]
  Publication -
  Text Arnold Schönberg
Charlottenburg 2
Steinplatz 2
Pension Bavaria

24.2.[19]27.

Lieber Herr Clark,
ich war krank und bin es noch; daher die Verzögerung meiner Antwort. Ich bin etwas enttäuscht darüber, dass ich die Gurrelieder, zu welchen ich bisher immer mindestens zehn Proben hatte, nun mit 3 machen soll. Ich hoffe aber noch, dass Sie mir wenigstens noch eine 4. verschaffen können. Denn mit 3 ist es fast nicht einzuteilen, da ja das Werk 2 1/2 Stunden dauert! Wenn ich also abzüglich der Pausen doch höchstens ca 3 mal 2 3/4 Stunden, das ist also 8 und 1/4 Stunden zur Verfügung habe, so könnte man es gerade 3 mal ohne Unterbrechung durchspielen und ich weiss nicht, wie ich die schwierigen Stücke herausbringen soll; und mit dem Chor muss man die Sache doch unbedingt ein bischen studieren! Ich habe mir die Sache sehr gut überlegt: ich kann es irgenwie machen, aber eine schöne Aufführung kann es kaum werden. Ich werde die leichten Stücke alle überhaupt nur einmal spielen, dann bleibt mir etwas mehr Zeit für die schweren. Hoffentlich genügt das. Wenn ich wenigstens noch eine Generalprobe haben könnte. Dann gienge es eher. Was die Besetzung anbelangt, so ist das Orchester (150 Mann) eher etwas zu gross, denn mir genügen ca 130-135. Dagegen ist der Chor entschieden zu klein. Wenigstens der Männerchor für die wilde Jagd (der erste nämlich) müsste grösser sein. Das ist doch ein 12-stimmiger Chor. Da müsste jede Stimme doch mindestens von 12-15 Männern gesungen werden, so dass also der Männerchor mindestens 120-150 stark sein sollte. Im gemischten Schlusschor genügen dann ca 60 Soprane und 50 Alt, 50 Tenor, 50 Bass. Auch in dem 2. Männerchor könnte ich mit ca 30 1. Tenören, 24 II. Ten., 25 I. Bässen und 25 II. Bässen auskommen. Nur, wie gesagt, der erste Männerchor muss stärker besetzt sein. Eventuell könnte man ja hier, wie ich es schon anderwärts vorgeschlagen habe, die ersten Tenöre hier durch einige Altstimmen verstärken. Die Tenorstimmen sind nämlich hier durch die hohe Lage sehr anstrengend.
Jedenfalls ist es dringend nötig, sofort mit dem Studium zu beginnen. Das dringendste sind
1. Die Männerchöre
2. der Sprecher
diese beiden können gar nicht zeitlich genug zu lernen anfangen!
Ich möchte gerne wenigstens ca 10 Tage vor dem Konzert dort sein. Denn ich werde selbst folgende Proben [ilg.]
3-4 Orchester Proben (9-12 Stunden)  9-12 Stunde
je ei[n]mal mit jedem der 3 Männer Chöre      6    "
2 mal den ersten Männerchor alle zusammen     4    "
2 mal den 2. Männerchor       4    "
1-2 mal den Schlusschor       3    "
Mit jedem Sänger 1-2 mal ca 1 1/2 Stunden     8    "
mit dem Sprecher 4-5 mal  "   "       "      7    " 
zusammen ca.   45 Stunden
dazu brauch ich doch annähernd 8 Tage. Ich bitte Sie von vornherein die Probeneinteilung so anzulegen dass ich gleich mit den Männerchören und dem Sprecher zu arbeiten anfangen kann.
Vielleicht können Sie mir gleich eine ungefähren Probenentwurf senden. Ich kann ganz gut einigemale bis zu 9 Stunden im Tag probieren. Aber man muss es doch möglich einteilen, dass das nicht allzu oft nötig ist.
Bitte teilen Sie mir auch mit, ob die Chorproben abends sind, oder zu welcher Tageszeit sonst, und wie lange sie dauern dürfen.
Ich nehme an, dass die Chöre, bevor ich komme, schon fertig studiert sind! Wer macht das? Machen Sie das? Ebenso müssen natürlich die Sänger schon Ihre Partien vollkommen beherrschen, denn ich möchte ja mit Ihnen bloss den Vortrag studieren.
Hoffentlich werden Sie mir einen jungen Musiker zur Begleitung beim Chor und Solostudium zur Verfügung stellen können. Denn Sie wissen ja, dass ich nicht Klavier spielen kann!
Jetz[t] etwas sehr wichtiges: bitte lassen Sie mir sofort die englische Übersetzung in einen Klavierauszug eintragen und senden Sie mir diesen. Ich muss in[!] nämlich in meine Partitur übertragen lassen und womöglich auswendig lernen!
Wenn es Ihnen Schwierigkeiten macht, mir deutsch zu schreiben, so schreiben Sie englisch; ich verstehe es ja sehr gut.
Nun glaube ich alles gesagt zu haben und erwarte Ihre baldige Antwort. Mit vielen herzlichen Grüssen auch von meiner Frau bin ich Ihr
Arnold Schönberg
Meine beste Empfehlung Herrn Percy Pitt
Ich sehe seinen Nachrichten entgegen und danke ihm für sein freundliches Telegramm

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1927.07.?? Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.52]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.278]
  Publication -
  Text ad: FM/EC

Lieber Herr Clark,
ich habe viel gearbeitet und kam deshalb nicht dazu, Ihnen gleich zu antworten.
Ich habe das Datum: 27. Januar 1938 für eine Londoner Gurrelieder Aufführung unter meiner Leitung vorgemerkt. Da ich jedoch im vorigen Jahre durch die späte Absage an einer Reise nach Frankreich, die ich verschoben hatte, weil ich dachte, sie mit der englischen zu verbinden, gehindert war, wäre es mir sehr erwünscht, wenn mir die Broadcasting Corp. rechtzeitig einen Vertrag, oder sonst etwas verbindliches schicken würde. Auch fände ich es angenehm rechtzeitig alle schwebenden Fragen: Proben, Besetzung, Honorar etc zu regeln. Ich soll nämlich im Winter auf einen Monat nach Moskau und muss eventuell rechtzeitig alle Daten verbindlich festlegen.
Wie geht es Ihnen? Kommen Sie heuer wieder nach Oesterreich?
Sie haben gewiss von dem schrecklichen Streik gehört, der gerade bei uns gewesen ist?
Viele herzlichste Grüsse; und: auf Wiedersehn, Ihr Arnold Schönberg

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1927.07.22 Location telegram (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.51]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.9-10]
  Publication -
  Text Poertschachsee 1469 8 22 14 =
Edward Clare Ethanuze London
Gurrelieder Datum vorgemerkt Schoenberg.
     
1927?.09.14 Location telegram (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.67]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.41-42]
  Publication -
  Text edward clark win grand hotel
poertschachsee 478 12 14 9 30
herzl dank erwarte sie myt vergnuegen schoenberg.
     
[1927.10.??] Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.54]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.279]
  Publication -
  Text Herrn Edw. Clark
BR. BROADCASTING CORP.
London, W C 2
Savoy Hill

Lieber Herr Clark,
ich habe heute den eben (!) eingetroffenen Vertrag an die BBC unterschrieben und mit verschiedenen Fragen, die ich Sie zu beantworten bitte, eingeschickt. Ihnen muss ich nun noch einiges privat sagen: Vor allem, dass ich gestern Zemlinsky erzählte, dass ich die Gurrelieder in London mit 4 Proben machen soll. Er erklärte, er halte das für vollkommen unmöglich! Ich muss Ihnen sagen, dass ich nun sehr, sehr grosse Angst bekommen habe. Zemlinsky meint, wenn das Orchester noch so gut ist, (und er hat doch viele Orchester dirigiert und hat 30-jährige Probenroutine) so ist eine hal[b]wegs gute Aufführung unter acht Proben nicht zu machen. Ich muss Sie nun also sehr bitten: machen Sie das möglich, dass ich entsprechend mehr bekomme. Sie sehen, ich wollte das Unmögliche wagen. Aber ich fürchte, es wird doch nicht gehn! Sie erinnern sich: wir sprachen im Sommer von der Möglichkeit, dass eine Grammophon Unternehmung einige Proben bezahlt. Ich bitte Sie dringendst, hier gleich energische Schritte zu unternehmen. Denn ich bin sehr aufgeregt und im höchsten Grade besorgt. Es wäre nahezu ein Unglück für mich (materiel gewiss sogar) wenn die Gurrelieder ein Misserfolg würden. Nun erinnere ich Sie noch an Klitsch (Sprecher) und an die englische Partitur sowie den Klavierauszug und bitte Sie auch um Nachricht über das Engagement der Solisten. Bitte antworten Sie sehr rasch, denn ich bin sehr unruhig.
Viele herzlichste Grüße, Ihr Arnold Schönberg
Bitte bedenken Sie:
Einmal die Gurrelieder
durchspielen,
kostet drei Stunden!

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1927.11.11 Location typed letter (1p.): British library
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.250]
  Publication -
  Text 11.XI.1927

Herrn Edward Clark
Britisch Broadcasting Corporation
Savoy Hill, London, WC2

Lieber Herr Clark,
ich schrieb Ihnen am 16. Oktober einen längeren Brief. Insbesondere erwartete ich Antwort
1. wegen der Probenzahl
2.    "     des englischen textes und der Zusendung eines Klavierauszuges mit englischem Text
3. wegen des Engage
ments des Sprechers: Klitsch
4.    "     der Grammophongesellschaften, die eventuell die Mehrproben bezahlen sollen.
Ich fahre Ende dieses Monats nach Paris (auf ca 2 Wochen) und möchte gerne bis dahin Klarheit über alle diese Fragen haben.
Ich bitte Sie also sehr, mir umgehend zu antworten.
Das untenstehende Telegramm habe ich heute an Sie abgesandt. Herzlichste Grüsse, Ihr

Könnten Sie nicht einen Sprung nach Paris machen ich habe am 8. und 15. Konzerte, u.a. die neue Suite am 15.

Clark Ethnahuze Rand London
Dratet ob meinen Brief vom sechzehnten Oktober erhalten erbitte Antwort
Schönberg

 11.XI.1927

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1927.12.23 Location handwritten letter (2p.): British Library [Add.ms.52257, fol.56]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.19-20]
  Publication -
  Text Arnold Schönberg
[printed]
California Palace
Cannes

23.XII. 1927

Lieber Clark, schade daß Sie nicht nach Paris gekommen sind. Die Konzerte hätten Ihnen gewiß Freude gemacht. Auch wäre es mir lieb gewesen, wenn jemand von London B.C. den Erfolg gesehen hätte!
Was ist eigentlich los? Ist es möglich, daß ich doch noch etwas mehr Proben zu den Gurreliedern bekommen kann? Vielleicht könnte man wenigstens eine "öffentliche Generalprobe" (gegen Entree) noch dazu geben, in der ich allerdings notfalls müßte "abklopfen" dürfen. In diesem Falle müßte ich dann die erste Orchesterprobe dreifach geteilt (Streicher extra, Holzbläser extra, Blech und Schlagwerk extra) machen.
Und: Ist etwas mit dem Grammophon spielbar?
Bitte antworten Sie mir hierher.
Ich bin anfangs Januar hier.
Viele herzlichste Grüßen und Weihnachtswünsche 
Ihr
Arnold Schönberg

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1928.02.08 Location printed card (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.60]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.27]
  Publication -
  Text [printed]
Arnold Schönberg
bittet seine neue
Adresse gefälligst 
notieren zu wollen:
Berlin Charlottenburg 9
Nussbaumallee 17
Tel: Westend 2266
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[1928.??.??] Location handwritten letter (2p.): British Library: Add.ms.52257, fol.58
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.25-26]
  Publication  
  Text Kurfürstendamm 203/III
bei Frau Cohn

Berlin Charlottenburg, 8.II. 1928

Lieber Clark, ich habe in London nicht Zeit und nicht Ruhe gefunden, allen denen zu danken, die für das Zustandekommen meiner Gurreliederaufführung gewirkt haben.
Vor Allem – und es ist der Hauptzweck dieses Briefes – Ihnen! Es ist wirklich sehr schön von Ihnen, daß Sie mir diese famose Treue und Anhänglichkeit durch Ihr Eintreten für mein Werk bezeugt haben. Ich habe mich über das besonders gefreut, und denke immer mit Vergnügen an den Moment, wo Sie mit großer Wärme sagten: Was die alten Gurrelieder noch für eine starke Musik sind!" – Das war echt und hat mir viel Freude gemacht.
So danke ich Ihnen also von Herzen für die schönen Tage, die Sie mir bereitet haben und bitte Sie allen beteiligten meinen innigsten Dank zu sagen.Vor Allem der B.B.C. und hier insbesondere Mr Percy Pitt.
Dann allen Solisten, denen ich für Ihre außerordentliche Leistung noch durch Zusendung der Fotographien danken werde (sobald ich sie bekomme)
Dann dem Orchester, das eine ausgezeichnete Leistung vollbracht hat und wirklich den Ruf rechtfertigt, den es hat: ein ausgezeichnetes Orchester!
Schließlich, aber nicht am wenigsten: den Chören, die mir sehr große Freude durch ihre schrankenlose Hingabe und ihren Fleiß und Ausdauer gemacht haben und dadurch eine wirklich gelungene Leistung erzielt haben.

Nun hoffe ich auch recht bald wieder von Ihnen zu hören. Jedenfalls denke ich, Sie im Sommer zu sehen – aber riskieren Sie acht Tage bevor Sie reisen ein Telegramm an mich, damit Sie mich sicher treffen!

Viele herzliche Grüße, Ihr Arnold Schönberg
Auch viele Grüße von meiner Frau

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1928.11.14 Location handwritten picture postcard (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.60]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.27]
  Publication -
  Text Lieber Clark, einmal habe ich Ihnen geschrieben; zu Beginn  meines hiesigen Aufenthaltes.Hoffentlich haben Sie es erhalten. Jetzt am Schluß werde einen
Gruß, welchem Sich eine eben anwesende  Bekannte anschließt. herzl Ihr Arnold Schönberg
Ich bin noch 2 Wochen hier.
Viele sehr herzliche Grüße
von Maria Seligmann
Gertrud Schönberg

Roquebrune-Cap Martin
Pavillon Sévigné

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1929.08.14 Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.61]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [microfilm (1fr.)]
  Publication  
  Text 14.VIII.1929

Lieber Clark,
ist es richtig, dass Sie in der letzten zeit in Deutschland waren? Warum haben Sie mich nicht aufgesucht?
Ich möchte Sie heute fragen, ob eine Radiosendung einer vor kurzem vollendeten neuen einaktigen Oper (Dauer etwa 50 Minuten), deren Erstaufführung in der ersten Hälfte dieser Saison in Frankfurt a/Main stattfindet, für Broadcasting in Betracht kommt. Eine englische Uebersetzung würde rechtzeitig hergestellt werden können (eventuell durch denselben Herrn der die Gurrelieder übersetz hat--oder könnten nicht Sie selbst sowas machen?). Das Stück ist aus vielen Gründen für Radio sehr geeignet. Ich könnte Ihnen ev. auch Besetzung vorschlagen. Wenn die Möglichkeit zu einem Abschluss gegeben wäre, könnte ich Ihnen für circa 8 Tage eine Partitur zur Ansicht senden. Soll ich mich vielleicht direkt an Mr. Pitt wenden? Schreiben Sie mir, bitte recht bald: Wenn es Ihnen bequemer ist, englisch.
Viele herzlichste Grüsse, Ihr Arnold Schönberg
Nb: die oper erscheint nicht in der UE, mit der ich mich überworfen habe, sondern im Selbstverlag.

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1929.09.22 Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.62]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.1, fr.273]
  Publication -
  Text Lieber Herr Clark,
damit Sie nicht zu lange auf Antwort warten müssen, schreibe ich statt meines Manns, der sehr viel momentan zu tun hat.
Er dankt Ihnen herzlichst für Ihren lieben Brief. Der Termin Anfangs Dezember wäre Ihm sehr erwünscht für das Konzert. Programm: Die neue Bachbearbeitung, (Preludium und Fuge in es dur) dann die Erwartung 2-3 Orchesterlieder Op. 8.-(-eventuell auch die Kammersuite Op. 29 für 7 Instrumente, wenn Ihnen das lieber ist.)
Das Datum der Uraufführung steht leider noch nicht fest, doch werde ich Sie so bald wir es wissen benachrichtigen. Nun noch etwas über die Honorarfrage! Wir sind voriges Mal mit dem Geld kaum für die Kosten ausgekommen da ja das Leben in London so entsetzlich teuer ist. Mein Mann bittet Sie nun eine wesentliche Erhöhung zu erreichen.
Wir freuen uns sehr dass Sie einen so schönen Sommer gehabt haben. Wir waren bis vor einigen Tagen in Holland wo es zwar sehr schön aber zu kalt war.
Antworten Sie uns bitte bald damit wir unsere Pläne danach einrichten können.
Wir freuen uns sehr Sie bald wieder zu sehn!
Mit den herzlichsten Grüssen von uns.
Gertrud Schönberg
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1929.10.14 Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.64]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.1, fr.274]
  Publication -
  Text 14.10.[19]29

Sehr geehrter lieber Herr Clark,
im Auftrage meines Mannes!: nach langwierigem Hin und Her mit Frankfurt, haben sie uns geschrieben, dass ein bestimmter Termin von Ihnen nicht garantiert werden könne. Nun werde ich ohne Rücksicht auf die Premiere die Londoner Aufführung ansetzen. Ich bitte Sie mir also über Termin und Honorar zu schreiben und zwar möglichst bald, da ja nicht mehr allzulange Zeit ist! Auch möchte ich Sie bitten, unabhängig von mir an Frau Hinnenberg zu schreiben, ob Sie im Stande ist den Termin einzuhalten und mit mir hier zu proben. Sie hat sich bis jetzt wieder nicht gemeldet, so dass ich ein bischen besorgt bin und mir eventuell eine andere Dame sichern möchte. Die die Erwartung mit Frau Gutheil-Schoder studiert hat und sie auch ausgezeichnet singen soll. Ich würde dieser Dame aber nur schreiben wenn eben Frau Hinnenberg keine Zeit dafür hätte. Ueber das Programm haben wir ja schon gesprochen.
Mit den herzlichsten Grüssen von meinem Mann und mir

Gertrud Schönberg

Auch herzliche Grüsse an Herrn Percy Pytt

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1929.10.15 Location typed letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.65]
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.1, fr.275]
  Publication -
  Text 15.X.1929

Lieber Herr Clark,
meine Frau hat Ihnen schon geschrieben, dass man in Frankfurt den Termin: 6.-10. Dezember nicht verbürgen kann und es für möglich hält, dass man sich um ein oder mehrere Wochen verspätet.
Da es jedoch immerhin noch möglich ist, dass die Verspätung nicht viel mehr als eine Woche beträgt, dass also die Oper ungefähr am 18.XII. herauskommt, so liesse es sich vielleicht doch machen, dass ich anfangs Dezember in London bin und dann gleich nach dem Konzert nach Frankfurt gehe um wenigstens die Schlussproben zu überwaschen. Wenn Sie nämlich mein Konzert zwischen 1. und 8., vielleicht am besten 5. oder 6. ansetzen würden, so komme ich ziemlich sicher noch zurecht, selbst wenn man in Frankfurt am 10. oder 12. herauskommt. Ich bitte Sie also, diesen Umstand in diesem Sinn zu berücksichtigen und mir recht bald alles Nähere zu schreiben. Haben Sie schon das Material erworben. Das kann man nicht früh genung tun, denn wer weiss,  wo das liegt!!! Für alle Programmnummern gleichzeitign. Am besten verlangen Sie sofortige Lieferung. Denn, wenn ich etwa 8-10 Tage vor dem Konzert eintreffe, möchte ich gleich probieren! Haben Sie schon an Frau Hinnenberg geschrieben? Das ist sehr dringend: mit mir hat sie noch nicht studiert! Wie gehrs Ihnen? Ich freue micht sehr auf unser Beisammensein ij[!] London und rechne darauf, dass Sie gleich mit mir nach Frankfurt kommen. Viele herzlichste Grüsse, Ihr Arnold Schönberg

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1930.04.08 Location letter (1. p.) Carbon Copy: Library of Congress
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [microfilm (1fr.)]
  Publication -
  Text derzeit:
Baden-Baden
Sanatorium Alleekurhaus

8.IV.1930

Herrn Edw. Clark
Britisch[!] Broadcasting Corporation
London Savoy Hill

Lieber Herr Clark,
ich bin sehr beunruhigt, ausser zwei Telegrammen, von Ihnen keinen Brief bekommen zu haben.
Trotzdem studiere ich bereits wieder die Partituren und habe für meine augenblicklich kranke Frau dieses Sanatorium wegen der anschliessenden Reise nach London gewählt! Ausserdem aber habe ich auch diesmal, wie schon im Oktober mit Frau Hinnenberg Proben gehalten, also auch diesmal Zeit und Geld angewendet!
Ich muss Sie nun dringendst bitten, mir umgehend einen Vertrag über mein Konzert zu senden und alle Details, die seinerzeit verabredet waren, darin zu verzeichnen.
Ferner muss ich womöglich telegrafisch das Programm wissen, das[!] ich aufführen soll? und ebenso dringend das Datum der ersten Probe und die Probeneinteilung.
Bitte vergessen Sie nicht, dass ich um rationell zu probieren, wenigstens die erste Probe teilen muss.
Herzlichste Grüsse, Ihr 

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[1930.04.15?]

Location microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.18, fr.784]
  Copy  
  Publication -
  Text [ilg.] Unmöglich wenn nicht mindestens sechs Vollproben. Verzichte auf Teilproben.

Schönberg
Alleekurhaus

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1930.04.18 Location handwritten letter (2p.)
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.20, fr.679-680]
  Publication -
  Text Baden Baden
Alleekurhaus
18. IV 1930

Lieber Herr Clark, Ihr Telegramm, in welchem Sie die "Erwartung" absagen ist im Ton eines Vorwurfes gegen mich gehalten: Den wollte eigentlich ich machen, aber ich will liebenswürdiger sein und ein Missverständnis annehmen. Allerdings: ein Missverständnis von Ihrer Seite. 
Wieso ich missvestanden werden konnte, ist mir allerdings ein Räthsel. Ich erinnere mich, dass ich bei unseren mündlichen Verabredungen ausdrücklich sagte: Nicht ich will 8-mal probieren, sondern das Orchester, jeder Mann soll 8-mal probieren. Und daran knüpften wir die Anektote von dem Londoner Paukisten, der in jeder Probe ein anderer war und zur Aufführung einen dritten sendete! Erinnern Sie sich?
Ich habe niemals zugesagt, dieses große Programm mit 4 Proben zu machen. Vielleicht kann das ein anderer machen. Ich aber weiss, wie solche Aufführungen klingen!
Bitte erinnern Sie sich, dass wir das erste mal als der Oktober Termin angesetzt war, weder das Datum noch das Programm noch das Honorar vereinbart hatten. Ich hätte mir die Zeit reserviert, mit meinen Vorbereitungen begonnen.  Und der [] war: ein Telegramm von Ihnen, worin es hieß, dass die Aufführung im Dezember unmöglich sei, und "Brief folgt". Dieser Brief wurde nie geschrieben und dennoch nahm ich in meinen  Dispositionen auf seine Möglichkeit Rücksicht!! Ich hörte hierauf nichts von Ihnen, bis zu dem Telegramm etwa Mitte März, worin Sie mich wegen Mitte Mai fragten und in welchem ich zusagt unter der Bedingung, dass ich acht proben erhalte. Auf Grund unserer mündlichen Besprechungen wäre mir nie der Zweifel gekommen, ob Sie mich richtig verstehen, das ich nämlich wieder meinte, dass das Orchester achtmal probieren müsse. (Ich hätte dann bei geteilten Proben eventuell auch noch öfter probieren müssen). Wenn IhrTelegramm 13. Mai fix auf GRund seinerzeitig verabredeten Probenplans lautete, so konnte ich danach nur annehmen, dass Sie mir acht volle Orchesterproben, die ich verlangt hatte, zusagen, dass aber zwei davon  geteilt abgehalten werden sollten. (NB. ich muß hier einschalten: ich erinnere mich sehr wohl daran,dass ich das erstemal halb und halb von meiner Forderung von acht Proben ein wenig nachgelassen hatte und ich glaube wir haben dennoch für die Vorstellung mit 6 Proben gerechnet und ich habe dann noch für die anderen Programm-Nummern wenigstens eine Probe mehr gefordert Bei unseren Verhandlungen im März aber kam ich auf acht Proben wieder zurück, weil es mir nicht angenehm ist, meine Werke unprobiert herauszuschleudern) 
So ist es nicht meine Schuld, dass Sie annahmen, ich werde weniger Proben bedingen, telegrafisch bedingen, als Sie mir mündlich bereits zugesagt hatten. Hier liegt das mir unfassbare Missverständnis - aber ich glaube, Sie müssen zugeben, dass es nicht meine Schuld ist.
Ihr Telegramm erwähnt auch "Budget" und das betrifft meine Honorarforderung. Aber auch hier muss ich Sie erinnern, dass ich Ihnen bei der Unterredung sagte, dass mir vom Gurrelieder-Honorar so wenig geblieben ist, Es ist für mich doch unmöglich, immer [] [],
ohne entsprechendes  [] zu verreisen und ich meinte auch wegen meiner deutschen Konzerte []. Und Sie wissen doch, wie teuer London ist!! - Es tut mir sehr leid. Ich hätte Sie auch gerne wiedergesehen. Aber was kann ich machen? Ich weiss, dass Sie das Beste gewollt haben. vielleicht ein anderes Mal. Viele herzliche Grüße Ihr Arnold Schönberg 

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1930.07.09 Location typed letter (1p.), carbon copy: Library of Congress
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.256]
  Publication -
  Text [ilg.]
[meine] neue Adresse:
BERLIN, W 50
Nürnberger Platz 3

Bavaria 4466
derzeit: LUGANO-BESSO
Via Seminario 2
Schweiz

9.VII.1930

Lieber Herr Clark,
ich habe wieder nichts von Ihnen mehr gehört!
Ich möchte Sie sehr bitten, mir umgehend Bescheid zu geben, ob mein Konzert, sowie verabredet, am 15. Oktober 1930 stattfindet und bitte dann eventuell auch sofort einen bindenden Vertrag einzusenden, der alles zwischen uns verabredete in einer solchen Form enthält dass auch BBC daran gebunden ist. Denn ich habe das vorigemal wieder sehr grossen Schaden dadurch gehabt, dass ich auf Grund unserer Verabredungen meine Dispositionen getraffen[!] habe. Ich muss auch diesmal wieder disponieren und soll mich schon nächste Woche über einige Termine fixieren.
Seien Sie nicht böse: aber ich muss wirklich wissen woran ich bin; meine ganze Arbeitseinteilung und die Frage, was ich jetzt zuerst arbeiten soll, hängt davon ab, ob ich mir meine Konzerte und Vorträge für Oktober oder für einen anderen Monat ansetze.
Leider haben wir uns in Berlin nicht mehr gesehn, obwohl ich mich im Konzert nach Ihnen umgesehn habe. Wie gehts Ihnen? Ich gedenke jetzt viel zu arbeiten.
Ich hoffe, bald von Ihnen Nachricht zu haben und grüsse Sie inzwischen aufs herzlichste, Ihr 

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1930.09.16 Location typed letter (1p.): carbon copy: library of Congress
  Copy microfilm (1fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollL10, rl.13, fr.258]
  Publication -
  Text BERLIN, W 50
Nürnbergerplatz 3
Tel: Bavaria 4466

16.IX.1930

at: P/M/EC

An The British Broadcasting Corporation
Savoy Hill, London W.C.2

Lieber Herr Clark,
ich habe gedacht, von Ihnen noch Bescheid zu bekommen, ob Frau Hinnenberg zu dem angegebenen Termin: Freitag 9. Januar 1931, kommen kann.
Da ich Sie nun nicht länger warten lassen will, nehme ich an, dass Sie meine Antwort früher erwartet haben und teile Ihnen also mit:
Ich bin mit Ihrem Vorschlag, was Datum, Proben, Programm und Honorar (welches letzere in Ihrem Brief zwar nicht genannt ist, aber wohl unserer letzten Verabredung gemäss einzusetzen ist).[!]
Ich muss Sie aber bitten, falls eine Verschiebung neuerdings nötig ist, mich wenigstens sechs Wochen früher davon zu verständigen, da ich wiederholt Unkosten durch Verschiebungen im letzten Moment gehabt habe, welche zu tragen für mich nicht gerade leicht ist.
Ich bitte Sie deshalb mir freundlichst umgehend einen beiderseits verbindlichen Vertrag zu senden.
Ich bin in Lugano noch bis Ende September und möchte ihn gerne noch hier haben, weil ich noch einige Konzertdaten dementsprechend legen kann.
Mit besten Grüssen, Ihr

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1931.01.20 Location handwritten letter (2p.): British Library [Add.ms.52257, fol.68]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.43-44]
  Publication -
  Text 20/ I. 1931
[stamped]
Arnold Schönberg
Berlin W 50 9
Nürnbergerplatz 317
Tel. B4 Bavaria 2266

Lieber Clark ich wollte Ihnen gleich schreiben, komme aber als erst heute dazu: Also: Ich habe mich einmal mehr ausschließlich und (bis auf den Nebel) über alles in London gefreut. Wir haben sehr nett und angenehm geplaudert miteinander und trotz der schwesten Zeiten über viel Erfreuliches.Dann hat mir das Orchester sehr sehr große Freude gemacht. Ich kann sagen, daß ich ein so schwieriges Werk vielleicht noch nie so leicht probiert habe. Ich will Ihnen aufs herzlichste für all das danken!
Wann kommen Sie wieder nach Berlin?
Ja richtig  []: ich habe einmal davon in London angefangen zu sprechen. Aber wir wurden gleich dann gestört. Sie erinnern Sich vielleicht: ich fragte, warum Sie Schreker nicht auch einmal einladen, sein Werk bei Ihnen zu dirigieren. Denn es gibt eine ganze Menge von ihm, das ich wirklich sehr gut finde und das auch sehr vom Publikum gerne gehört werden wird: nicht  [] Musik. Und schließlich ist er doch ein führender deutscher Komponist. – Ich denke auch an Pfitzner im selben Sinn. Da das Radio ja  doch []Podium  sein will! Allerdings wunderts mich, daß Scherchen oder Furtwängler nicht daran denken.
Ich hoffe wir sehen uns bald. Viele herzlichste Grüße und sagen Sie bitte dem Orchester meinen innigsten Dank
Ihr
Arnold Schönberg

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1931.05.17 Location handwritten postcard (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.69]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.45-46]
  Publication -
  Text Lieber Clark, herzlichsten Dank für Ihre Grüße nach dem Webern-Konzert. Leider konnte ich es nicht hören, weil ich nichts davon wusste. In meiner deutschen Radiozeitung war es nicht angekündigt und Webernhatte mir das Datum nicht mitgeteilt. Ich möchte gerne die officielle Londoner B=B=C-Zeitung abonnieren. Können Sie veranlassen,daß mir das irgendwie mitgeteilt wird? Oder gibt es sonst einen einfachen Weg, damit ich das bald erhalte? Wie geht es Ihnen? Wohin gehen Sie auf Urlaub? Und wann? Wie wäre es mit Territet? Viele herzlichste Grüße, Ihr ArnoldSchönberg
17.V. 1931
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[1931.12.21?] Location handwritten picture postcard (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.70]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.47-48]
  Publication -
  Text [stamped]
Arnold Schönberg
Barcelona
Bajana de Briz 14

Herzlichste Weihnachts und Neujahrswünsche!
Sie glauben natürlich kein Wort!
Ihr Arnold Schönberg

Ihnen und Ihrem lieben Buben die herzl. Weihnachtsgrüße
Gertrud Schönberg

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1933.05.30 Location handwritten card (2p.): British Library [Add.ms.52257, fol.71]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.47-48]
  Publication -
  Text Lieber Clark, am 16. V. haben wir Deutschland verlassen; zunächst um meinen vertraglichen Urlaub im Süden zu verbringen. Am 26. erhielt ich aus berlin die Mitteilung, daß ich "beurlaubt" werde. Damit ist also meine Berliner Stellung zu Ende und ich muß mir eine neue schaffen. – Ich will Sie nun fragen:1. Kann ich auf ein oder das andere Konzert in BBC rechnen? 2. Wissen Sie einen Verleger für mein Violoncell.-Konzert? (Oxford Press??) – 3. Ich schreibe für die 4 "Rudis" ein Konzert für Streichquartett und Orchesternach einem Conc. gr. von Händel. Ich suche auch hierfür einen Verleger und ein Konzert-Engagement. – 4. Wissen Sie einen jüdischen Verleger,der für ein jüdisches Drama von mir Interesse hätte? Es ist 1925/26 geschrieben und behandelt eine Jüdisch nationale Erhebung, deren Notwendigkeit ich bereits damals erkannt habe.– 5. Habe ich eine Oper "Moses und Aron" fast fertig und einen Band gesammelte Schriften.
Ich sollte nicht fverloren sein. Höchstens wenn Alles und Alle mich im Stich lassen. Sie werden wohl an mich denken – nicht wahr?
Schreiben Sie nur.
Herzlichste Grüße
Ihr
Arnold Schönberg
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1949.09.16 Location handwritten letter (1p.): British Library [Add.ms.52257, fol.73]
  Copy microfilm (2fr.): Arnold Schönberg Center [SatCollB15, rl.1, fr.51-52]
  Publication -
  Text To Mr. Edward Clark
Erst nach dem Tode anerkannt werden.....!
ich habe in diesen Tagen viel persönliche Anerkennung gefunden, worüber ich mich sehr gefreut habe, weil sie mir die Achtung  meiner Freunde und anderer Wohlgesinnter bezeugt. Andererseits aber habe ich mich seit vielen Jahren damit abgefunden, dass ich auf volles und liebevolles Verständnis für mein Werk, für das also, was ich musikalisch zu sagen habe, bei meinen Lebzeiten nicht rechnen darf. Wohl weiss ich, dass mancher meiner Freunde sich in meine Ausdrucksweise bereits eingelebt hat und mit meinen Gedanken vertraut worden ist. Solche mögen es dann sein, die erfüllen, was ich vor genau siebenunddreißig Jahren in reinem Euphorismus voraussagte:
"Die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts wird durch Ueberschätzung schlecht machen, was die erste Hälfte durch Unterschätzung gutgelassen hat an mir."
Ich bin etwas beschämt über all diese Lobpreisungen.
Aber ich sehe dennoch auch etwas ermutigendes darin. Nämlich: Ist es denn so selbstverständlich, dass man trotz dem Widerstand der ganzen Welt nicht aufgibt, sondern fortfährt aufzuschreiben, was man produziert?
Ich weiss nicht, wie Große darüber gedacht haben. Mozart und Schubert waren jung genug, dieser Frage nicht näher tretn zu  müssen. Aber Beethoven, wenn Grillparzer die Neunet konfus nannte, oder Wagner, wenn der Bayreuther Plan zu versagen drohte, oder Mahler, wenn ihn alle trivial fanden – wie konnten diese weiterschreiben?
Ich weiss nur eine Antwort: Sie hatten Dinge zu sagen, die gesagt werden mussten. Ich wurde einmal beim MIlitär gefragt, ob ich wirklich dieser Komponist A.S. bin.  "Einer hat es sein müssen" sagte ich; "keiner hat es sein wollen, so hab ich mich dazu hergegeben"
Vielleicht musste auch ich Dinge sagen, unpopuläre auch einmal, die gesagt werden mussten. 
Und nun bitte ich Sie alle, die Sie mir mit Ihren Glückwünschen und Ehrungen wirkliche Freude bereitet haben, dies anzunehmen als einen Versuch, meine Dankbarkeit auszudrücken – 
Vielen herzlichen Dank!  ArnoldSchönberg
Los Angeles, California, 16. September 1949
Dear Friend: itis very distressing that you never write me. We speak often of you – but I miss your response. 
Thank you for your kind []. I greet cordially yours ArnoldSchönberg.
     
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