Schüler in Wien und Mödling

  Hanns Eisler
1898 – 1962




Eisler wurde im Herbst 1919 durch Freunde an Schönberg vermittelt, da er in der Kontrapunktklasse des Wiener Konservatoriums unzufrieden war; Schönberg unterrichtete ihn zunächst kostenlos. Als Schönberg die Konzertsaison 1920/21 in Holland verbrachte, war Eisler dort einer seiner Assistenten. Für den Verein für musikalische Privataufführungen arrangierte Eisler einen Teil von Bruckners Siebenter Symphonie für Kammerorchesterbesetzung. Während der Komponist Schönberg durch Eisler zutiefst verehrt wurde, standen sich Schüler und Lehrer in ihren politischen Ansichten nahezu unvereinbar gegenüber: Eisler hielt Schönberg für einen "Kleinbürger ganz entsetzlicher Art", Schönberg hingegen meinte, Eisler werde sich den "Sozialismus abgewöhnen", wenn er erst einmal "zwei anständige Mahlzeiten am Tag [...] und drei gute Anzüge und etwas Taschengeld" haben werde. Im Frühjahr 1926 kam es zum Bruch, da Schönberg zu Ohren gekommen war, Eisler bezweifle nun auch die musikalische Kompetenz des Lehrers, was freilich durch ein Mißverständnis zustande gekommen war. Nach einem längeren Aufenthalt in Berlin wurde Eisler 1933 zur Emigration gezwungen, die in über verschiedene europäische Stationen in die USA führte, wo weiterhin mit Schönberg verkehrte. 1948 kehrte er zunächst nach Wien, dann nach Berlin zurück, wo er einer der bekanntesten Komponisten der DDR wurde.

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