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Edition 1, Mai – Juni 1998

Inhalt

Editorial
Pressestimmen
Ort der lebendigen Auseinandersetzung
Exposition
Archiv und Bibliothek
Stiftungsvorstand, Stiftungsbeirat, Gründer


Editorial

Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Centers, sehr geehrte Damen und Herren!

Die Eröffnungsfeierlichkeiten im März haben die Aufmerksamkeit der internationalen Medien ebenso gefunden wie ein überwältigendes Interesse bei den in- und ausländischen Besuchern. Die Eröffnung des Centers durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe sowie das Festkonzert mit einer Ansprache von Bundeskanzler Mag. Viktor Klima waren begleitet von Schönberg-Interpretationen, die den Wiener Philharmonikern und dem Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli sowie dem Hagen Quartett musikalisch bestens glückten.
Mit der ersten Ausgabe des Schönberg Center-Periodikums halten Sie bereits die nächste Premiere aus dem Palais Fanto in Händen: die Mai/Juni-Nummer unseres Newsletters, der Sie in Zukunft regelmäßig über Aktivitäten und Neuigkeiten aus dem Schönberg Center auf dem Laufenden halten soll. Wir senden diese erste Ausgabe all jenen zu, deren Adressen wir im vergangenen Jahr erhalten haben, also an die Besucher des Festivals, an unsere Kollegen aus Kunst und Medien, aus Lehre und Wissenschaft, sowie an alle Interessenten. In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir die folgenden Bitten: sollten Sie diese Aussendung doppelt erhalten oder an einer weiteren kostenlosen Zusendung nicht interessiert sein, kontaktieren Sie uns bitte kurz unter der Wiener Telephonnummer 712 18 88-50 DW, per Telefax (-88 DW) oder per e-mail unter »office@schoenberg.at«, damit wir die Adresse aus unserer Datei nehmen können. Auf demselben Weg können Sie uns aber natürlich auch gerne auf weitere Interessenten hinweisen, die wir in Zukunft kostenlos informieren sollen. Schließlich helfen all jene der Umwelt und unserem Portobudget, die uns ihre e-mail Adresse bekannt geben, denn die Newsletter des Schönberg Centers sind auch im Internet unter »www.schoenberg.at/news« jederzeit aktuell abrufbar.
Bis 21. Juni ist die »Exposition« geöffnet, unsere Ausstel-lung zentraler Werke aus dem Schönberg-Nachlaß; viele der Autographe, Bilder und Exponate sind erstmals in Europa, einige überhaupt erstmals öffentlich zu sehen. Auf Wunsch vieler Besucher bieten wir ab sofort einen fixen Termin für Führung und Vortrag zum Nachlaß Arnold Schönbergs in Deutsch und Englisch: jeden Mittwoch, 14 Uhr, gegen telephonische Voranmeldung unter 01/712 18 88-30 DW (weitere Führungstermine nach telephonischer Vereinbarung). Konzerte und Präsentationen, etwa jene des neuen Buchs von Schönberg-Enkel Arnold Greissle, dem sein Großvater das Bläserquintett op. 26 gewidmet hat, bieten laufend die Gelegenheit, diese neue Wiener Kulturinstitution zu entdecken.
Seit 14. April sind auch Bibliothek und Archiv des Arnold Schönberg Centers für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Bibliothek mit über 6.000 themenbezogenen Publikationen, die meisten davon auf englisch oder deutsch, steht Wissenschaftlern, Forschern, Studenten und der interessierten Öffentlichkeit zur kostenlosen Verfügung. Details sind in diesem Blatt zu finden, für Rückfragen und schriftliche Auskünfte steht die leitende Archivarin, Frau Mag. Therese Muxeneder, zur Verfügung.
Besuchen Sie das Schönberg Center: sei es in der »Exposition«, in der Bibliothek, in einer unserer Veranstaltungen - oder über das Internet!

Edition 1 Mai – Juni 1998 Inhalt: Editorial Pressestimmen Ort der lebendigen Auseinandersetzung Exposition Archiv und Bibliothek Stiftungsvorstand, Stiftungsbeirat, Gründer, Impressum, Informationen Veranstaltungskalender Editorial Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Centers, sehr geehrte Damen und Herren! Die Eröffnungsfeierlichkeiten im März haben die Aufmerksamkeit der internationalen Medien ebenso gefunden wie ein überwältigendes Interesse bei den in- und ausländischen Besuchern. Die Eröffnung des Centers durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe sowie das Festkonzert mit einer Ansprache von Bundeskanzler Mag. Viktor Klima waren begleitet von Schönberg-Interpretationen, die den Wiener Philharmonikern und dem Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli sowie dem Hagen Quartett musikalisch bestens glückten. Mit der ersten Ausgabe des Schönberg Center-Periodikums halten Sie bereits die nächste Premiere aus dem Palais Fanto in Händen: die Mai/Juni-Nummer unseres Newsletters, der Sie in Zukunft regelmäßig über Aktivitäten und Neuigkeiten aus dem Schönberg Center auf dem Laufenden halten soll. Wir senden diese erste Ausgabe all jenen zu, deren Adressen wir im vergangenen Jahr erhalten haben, also an die Besucher des Festivals, an unsere Kollegen aus Kunst und Medien, aus Lehre und Wissenschaft, sowie an alle Interessenten. In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir die folgenden Bitten: sollten Sie diese Aussendung doppelt erhalten oder an einer weiteren kostenlosen Zusendung nicht interessiert sein, kontaktieren Sie uns bitte kurz unter der Wiener Telephonnummer 712 18 88-50 DW, per Telefax (-88 DW) oder per e-mail unter »office@schoenberg.at«, damit wir die Adresse aus unserer Datei nehmen können. Auf demselben Weg können Sie uns aber natürlich auch gerne auf weitere Interessenten hinweisen, die wir in Zukunft kostenlos informieren sollen. Schließlich helfen all jene der Umwelt und unserem Portobudget, die uns ihre e-mail Adresse bekannt geben, denn die Newsletter des Schönberg Centers sind auch im Internet unter »www.schoenberg.at/news« jederzeit aktuell abrufbar. Bis 21. Juni ist die »Exposition« geöffnet, unsere Ausstel-lung zentraler Werke aus dem Schönberg-Nachlaß; viele der Autographe, Bilder und Exponate sind erstmals in Europa, einige überhaupt erstmals öffentlich zu sehen. Auf Wunsch vieler Besucher bieten wir ab sofort einen fixen Termin für Führung und Vortrag zum Nachlaß Arnold Schönbergs in Deutsch und Englisch: jeden Mittwoch, 14 Uhr, gegen telephonische Voranmeldung unter 01/712 18 88-30 DW (weitere Führungstermine nach telephonischer Vereinbarung). Konzerte und Präsentationen, etwa jene des neuen Buchs von Schönberg-Enkel Arnold Greissle, dem sein Großvater das Bläserquintett op. 26 gewidmet hat, bieten laufend die Gelegenheit, diese neue Wiener Kulturinstitution zu entdecken. Seit 14. April sind auch Bibliothek und Archiv des Arnold Schönberg Centers für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Bibliothek mit über 6.000 themenbezogenen Publikationen, die meisten davon auf englisch oder deutsch, steht Wissenschaftlern, Forschern, Studenten und der interessierten Öffentlichkeit zur kostenlosen Verfügung. Details sind in diesem Blatt zu finden, für Rückfragen und schriftliche Auskünfte steht die leitende Archivarin, Frau Mag. Therese Muxeneder, zur Verfügung.

Besuchen Sie das Schönberg Center: sei es in der »Exposition«, in der Bibliothek, in einer unserer Veranstaltungen - oder über das Internet!

Ihr Dr. Christian Meyer Generalsekretär


Pressestimmen zur Eröffnung

Bereit für die Ewigkeit
»Kalifornien hat uns hinausgeworfen« - zur Eröffnung des Arnold Schönberg Center in Wien [...] um den Wienern jetzt in einem einzigartigen zeitlichen, organisatorischen und ideellen Kraftakt den kompletten Nachlaß Arnold Schönbergs zurückzubescheren - und ein brandneues, mit allen technischen, medialen und archivarischen Finessen ausgestattetes Center dazu. Im Herzen der Stadt ist es gelegen, am Schwarzenbergplatz. Ein ganzes Geschoß hat es inne im ehrwürdigen Palais Fanto samt Bibliothek, kleinem Konzertsaal, Shop und Ausstellungsräumen [...] Im April, wenn das Center seine Türen regulär öffnet, wird es gewiß kaum mehr nach Farbe riechen. Dann wird sich weisen, ob Schönbergs gestrenger Geist in Wien tatsächlich eine letzte lebendige Heimstatt gefunden hat. [...]
Christine Lemke-Matwey, Süddeutsche Zeitung, 27. März 1998

Toter Künstler, guter Künstler
Späte Heimkehr: In Wien wurde das imposante »Arnold Schönberg Center« eröffnet [...] Kein Zweifel: Mit dem Schönberg-Nachlaß ist nicht nur eine imposante Sammlung nach Wien zurückgekehrt, die jene entscheidenden Impulse für die Musik am Beginn dieses Jahrhunderts direkt an den Quellen studieren läßt. Österreich erhält vielmehr auch ein Stück seiner eigenen, nur allzu lange verdrängten Kulturgeschichte zurück.
Reinhard Kager, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. März 1998

Die Rückkehr
Eröffnung des Arnold Schönberg Center Schönberg und Wien, das ist ein Drama ganz eigener Art. [...] Am vergangenen Wochenende nun - und nicht zufällig sechzig Jahre nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich - hat das Drama sein vorläufig glückliches Ende gefunden: ist Schönbergs Werk nach Wien zurückgekehrt. [...] Und die äusserst entschieden vollzogene Errichtung des Arnold Schönberg Center in Wien ist eine politische Leistung, die hohen Respekt verdient. [...] Doch nicht nur der Archivierung und der Forschung soll das Arnold Schönberg Center dienen, es soll sich auch für eine angemessene Rezeption der Musik Schönbergs im breiten Publikum einsetzen - eine Aufgabe, die in der Zeit der abgeklungenen Postmoderne von neuer Aktualität ist. Was das heisst, davon zeugt das einwöchige Schönberg-Festival, das vom Center unter der Leitung seines Geschäftsführers Christian Meyer konzipiert worden ist. [...] Und die beiden Eröffnungskonzerte gaben einen Begriff von der Weite, welche die Schönberg-Interpretation heute erreicht hat. [...]
Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 17. März 1998

Heimkehr des Neuerers
[...] Christian Meyer, der auf drei Jahre bestellte Leiter des Centers, will nicht nur Ausstellungen aus dem Bestand des Archivs und einer Auswahl aus den rund 150 Gemälden Schönbergs zeigen, die als Dauerleihgabe der Erben gleichfalls nach Wien gelangten. Geplant sind auch kleinere Konzertabende, vor allem Workshops, in denen Künstler dem Publikum einen tieferen Einblick in die Werke Schönbergs geben sollen. Kernstück des Schönberg-Centers bildet aber natürlich das elektronisch streng bewachte Archiv. [...] Eine wahre Fundgrube für alle Schönberg-Forscher, zumal der gesamte Bestand - mit Ausnahme der Briefe - bereits katalogisiert wurde. Österreich erhält somit ein Stück seiner eigenen, nur allzu lange verdrängten Kulturgeschichte zurück. Bleibt zu hoffen, daß sie diesmal produktiver genutzt werden wird.
Reinhard Kager, Tages Anzeiger, 18. März 1998

Austere home for serialist master
Hilary Finch finds the new Schoenberg Center in Vienna as earnest as its subject [...] Arnold Schoenberg has made a final return to Vienna. [...] A steel-grey arrowhead of metal and wood, the 200-seater hall splits ist ever-diverging audience down the middle and forcefully directs ear and eye to the small stage at the apex of its V-form. The acoustic, clear and excitingly immediate, is little short of perfection for both chamber music and voice, as the Hagen Quartet's outstanding performance of Schoenberg's Second and Third String Quartets showed. That said, I find the entire Center, a state-of-the-art nucleus of offices, library, bookshop and exhibition space, oppressively severe. Whether intentionally or not, it certainly expresses the rigour, the relentless logic of Schoenberg's search for truth: something, too, of his hatred of triviality, superficiality and complacency is revealed in the Center's first multimedia exhibition. [...]
Hilary Finch, The Times, 1. April 1998

Schönberg kehrt mit der endgültigen Übersiedlung seines Archivs nach Wien zurück
Maria Fokkelman berichtet, dass das künstlerische und persönliche Erbe Schönbergs, das sich bisher in Los Angeles befunden habe, jetzt in die Geburtsstadt des Komponisten - nach Wien - zurückgekehrt sei. [...] Es enthalte alles, was das Leben Schönbergs ausgemacht habe, wie Partituren, Manuskripte, Instrumente, Tagebücher, Fotos, etc.: »Mit dem Schönberg-Zentrum ehrt Wien seinen einstmals vergessenen Musiker.« [...]
Maria Fokkelman, ABC, Madrid, 14. März 1998

Wien erhält das prophetische Archiv
Schönbergs Nuria Schoenberg führt [...] aus, daß es sich dabei nicht um einen Akt der Wiedergutmachung an den Opfern des Nazismus handle, sondern um die Wiedergewinnung der Wiener Tradition, um die die Nazis die nachfolgenden Generationen betrogen hätten. [...]
Julieta Rudich, El Pais, Madrid, 19. März 1998

Wien feiert den Sieg
Eine Politikerrede, Musik und Streit ums Geld zur Eröffnung des Arnold Schönberg Centers Der Nachlaß des Komponisten Arnold Schönberg (1874-1951) ist kürzlich aus Los Angeles nach Wien verbracht worden. [...] Ein eigenes Schönberg-Center wurde eingerichtet. Dort werden ab sofort Konzerte, Symposien, Ausstellungen und Referate stattfinden, dort soll der Nachlaß gesichtet und erforscht werden, ein eigener Lehrstuhl gar wird eingerichtet, um die zu erwartenden Studien effektiv zu verwerten. [...] Niemand Geringerer als der österreichische Bundeskanzler erschien zum Festkonzert, das man aus Anlaß der Eröffnung des Centers im berühmten goldenen Musikvereinssaal musizieren ließ, am Rednerpult [...] Derzeit feiert Wien den Sieg. Und es ist ein Sieg. Denn in der Tat hat der Sohn der Stadt, in Wien zwar zeitlebens unbeliebt und heftig attackiert, die Musikgeschichte unseres Jahr-hunderts beeinflußt wie kaum ein anderer. Jetzt feiert man in seinem Namen einmal ausgiebig. [...] Jetzt hat man einmal den kulturpolitischen Sieg gefeiert. Bis Juni sind im neuen Wiener Center die schönsten Stücke des Nachlasses in einer Ausstellung zu bewundern. Mal sehen, was die Heimatstadt mit ihm sonst so alles vor hat.
Josef Schöndorfer, Berliner Zeitung, 16. März 1998

Arnold Schönbergs Heimkehr in die Geburtsstadt
In Wien wurde für den Komponisten ein großes Zentrum mit Archiv eingerichtet Schönbergs Oper »Moses und Aaron« ist heute schon im Repertoire auch mittlerer Opernhäuser. Aber die Partitur in den Händen zu halten, war bisher so gut wie unmöglich. Das soll anders werden im Wiener »Schönberg Center«, das am Wochenende in zentraler Lage eröffnet wurde. Das heißt nicht, daß jeder, der vorbeikommt, ein bißchen blättern darf. Aber für Musiker, Forscher, Studenten gibt es reiches Material. Denn der Komponist war ein fleißiger Sammler, der sogar Fahrscheine aufgehoben hat. [...] Unendlich viele Daten und Informationen sind abrufbar. Darüber hinaus gibt bis 21. Juni eine Ausstellung Auskunft über die Vielfalt des Archivs, das ja auch allerlei zum Teil skurrile Entwürfe und Basteleien enthält. [...]
Lothar Sträter, Nürnberger Zeitung, 16. März 1998

Denker und Künstler im Strom der Zeit
Heimkehr eines vertriebenen Sohnes: In Wien wurde das Arnold Schönberg Center eröffnet [...] An diesem Wochenende ist Arnold Schönberg, einer der herausragenden musikalischen Köpfe des 20. Jahrhunderts, heimgekehrt aus seinem amerikanischen Exil nach Europa. [...] Völlig unschätzbar ist der ideelle Wert dieser Transaktion. Nicht, daß damit etwas verziehen worden wäre; in dieser Illusion kann sich auch Wien nicht wiegen. Aber das Wiener Schönberg Center ist ein sichtbarer Beweis dafür, daß trotz Verfolgung und Vertreibung und über unheilbare Brüche hinweg wieder an die Geschichte angeknüpft werden kann. [...]
Reinhard Beuth, Die Welt, 17. März 1998

Dank en schuld en weemoed
De »aardigste Schönbergianen van de wereld« zitten in Nederland, vindt de zoon van de beroemde componist. Maar in Wenen moet voor Schönberg nog altijd »geknokt« worden en juist daarom verhuisde zijn kostbare nalatenschap niet naar Den Haag (of Berlijn) maar naar de »wereldmuziekstad«. »Wat hier gebeurt is politiek. De Weense jeugd is helemaal niet met Schönberg bezig.« [...] Hij is korter van stof, maar nauwelijks minder op dreef dan bondskanselier Viktor Klima. Buigend voor Nuria, Ronald en Lawrence Schönberg, schenkers van de »muziekcollectie van de eeuw«: »In naam van de republiek Oostenrijk, Thank you very much, welcome to Austria«. [...] De burgemeester van Wenen gewaagt van schuld en dank en deemoed. Wethouder Marboe feliciteert hem, omdat hij de burgemeester is van een »wereldstad, een heuse wereld-muziekstad«. Hij verwenst het verleden van »Gods- en geestverduistering«, en roept »nieuwe generaties« op. »Dit centrum is een Nucleus der Gegenwart, een Nucleus van de Twaalf tonen«, zegt de wethouder, waarschijnlijk niet geheel bijgepraat over de stand van zaken in het eigentijdse componeren. [...]
Roland de Beer, De Volkskrant, 20. März 1998

So gestaltet wie ein gutgestimmtes Instrument
Das Schönberg-Center am Schwarzenbergplatz Einen weiten Weg hat der Nachlaß Arnold Schönbergs hinter sich. Von Los Angeles nach Wien [...] In wenigen Materialien verdichtet sich die Nutzungsvielfalt zur baulichen Form. [...] Wer oberflächliche Sensationen liebt, wird mit Sicherheit enttäuscht. Die Räume hier sind subtil gestaltet. Und sie sind so flexibel, daß auch unterschiedliche Nutzungen möglich sind. Eine Architektur also, auf der man spielen kann - wie auf einem gutgestimmten Instrument.
Leopold Dungl, Kurier, 13. März 1998

Die Rückkehr eines großen Neuerers
»Arnold Schönberg Center« ab heute geöffnet [...] wird sich das neue Arnold Schönberg Center, das ab heute, Samstag, der Öffentlichkeit zugänglich ist, als wahre Fundgrube für die Forscher erweisen. [...] Bis 21. Juni läuft die erste Schau, die ein Kuriosum birgt, die Rekonstruktion von Schönbergs Arbeitszimmer in Los Angeles mit Möbeln aus Wien und Berlin - ein Stück Heimat, bewahrt im Exil.
Reinhard Kager, Der Standard, 14./15. März 1998

Laufstege über die Brüche
Heute nimmt das Arnold Schönberg Center im Wiener Palais Fanto mit einem Festakt und einem Eröffnungskonzert seinen Betrieb auf. [...] Der dreieckige Grundriß des Palais Fanto zwang die mit dem Innenausbau beauftragte Architektin Elsa Prochazka zu einer ungewöhnlichen Raumlösung. Sie läßt im spitzen Winkel zwei Sesselreihen, zwischen denen sie die technischen Einrichtungen plaziert, auf das Podium zulaufen. Ebenfalls außergewöhnlich nimmt sich auch die an der Vorderfront untergebrachte Bibliothek aus: Sie ist kreisrund. [...] Es soll ein »Zentrum der lebendigen Begegnung mit zeitgenössischer Musik werden«, hofft Marboe, dem es auch darum geht, die »Brüche unserer Geschichte mit einem kleinen Laufsteg zu versehen, über den man wieder gehen kann«.
Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung, 15. März 1998

»Großer, wichtiger Tag«
Bundeskanzler eröffnete Schönberg-Fest: Sinopoli, Philharmoniker Ein Festkonzert, das - wie Bundeskanzler Viktor Klima in seiner Begrüßungsrede meinte - »einen großen, wichtigen Tag markiert. Mit der Eröffnung des Schönberg Center wird Wien der Wiener Schule nicht nur den Namen geben, sondern auch der Ort mit der wichtigsten Sammlung unseres Jahrhunderts sein!«. [...]
Karlheinz Roschitz, Neue Kronenzeitung, 16. März 1998

Ein gleichsam innerer Glanz
Ein außergewöhnliches Konzert zu einem außergewöhnlichen Anlaß Ein Festkonzert der Wiener Philharmoniker eröffnete im Musikverein auf ebenso glanzvolle wie berührende Weise den Konzertreigen rund um das Debüt des neuen Wiener Arnold Schönberg Centers. Selten noch hat man das musikalische Wien so vollzählig versammelt gesehen wie an diesem Nachmitt-tag im Großen Musikvereinssaal. Und es war auch unverkennbar, daß der exzeptionelle Anlaß den Wiedergaben einen besonderen, gleichsam inneren Glanz verlieh. Zu feiern war ja die endgültige Heimkehr des großen Komponisten, Lehrers und Anregers Arnold Schönberg in seine Vaterstadt; besonders berührend, daß das in Gegenwart seiner drei Kinder Nuria, Ronald und Lawrence geschehen durfte [...]
Gerhard Kramer, Tiroler Tageszeitung, 16. März 1998

Arnold Schönberg »light« für den Anfang
Ein Philharmonisches stand am Beginn der neuen Wiener Schönberg-Ära. Der Bundeskanzler sprach, der Arnold Schoenberg Chor sang dazu im Musikverein. Der Nachlaß des Komponisten wartet nun auf Forschergeist. [...] Auf diese Weise sollte mit entsprechend würdigen Klängen die Tatsache begangen werden, daß ab sofort das für den heimgeholten Schönberg-Nachlaß geschaffene Palais ein Zentrum auch für die Erforschung und Pflege der nach der Stadt benannten musikalischen »Schule« sein soll. [...] Einen schöneren tönenden Start hätte man sich aus diesem Anlaß auch gar nicht wünschen können [...]
Die Presse, 16. März 1998

Drei Schönberg-Modellaufführungen
Festkonzert der Wiener Philharmoniker unter Sinopoli: [...] Drei Schönberg-Modellaufführungen wurden uns an diesem Samstagnachmittag beschert. Einleitend sang der Arnold Schoenberg Chor [...] Nach dem Chor gab es eine Festrede, und die hielt kein Geringerer als Bundeskanzler Viktor Klima. [...] Klima verlieh denn auch seiner Freude und Dankbarkeit gegenüber der Familie Schönberg Ausdruck und strich hervor, daß gerade in diesen Märztagen die Präsentation des Schönberg-Nachlasses in Wien erfolge, in denen wir der Ereignisse des Jahres 1938 gedenken. Auch sei es wichtig, daß Wien nicht nur der Namensgeber der Wiener Schule, sondern auch der Aufbewahrungsort ist. Und schließlich schloß Klima mit einem herzlichen »Welcome to Austria« an die Familie Schoenberg. Dann traten die Wiener Philharmoniker auf den Plan und spielten die »Verklärte Nacht«. Da wurde Schönberg in kostbaren philharmonischen Streichergoldklang getaucht. Nach der Pause gab es dann das Monodram »Erwartung«. Und da erlebte man eine geradezu exemplarische Aufführung. [...] Das Schönberg-Festival hat hochkarätig begonnen. Ovationen.
H.G. Pribil, Wiener Zeitung, 17. März 1998

Der Kanzler fand die richtigen Worte
Feste und Würdigungen zur Heimholung Arnold Schönbergs Das Arnold Schönberg Center in Wien ist Wirklichkeit geworden, und das sogar zum vorgesehenen Termin. Wer Wien kennt und die ganz besondere Struktur unseres Musiklebens und unserer Beziehung zum ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert, der darf dies als ein großes Wunder bezeichnen [...]
Kurier, 16. März 1998

Ein neuer Klangraum für Zwölfton-Feinheiten
Von seiner Form her ist der Saal im neueröffneten Arnold Schönberg Center ab nun als durchaus eigenartiger Konzertsaal zu betrachten. V-förmig in der Anlage, teilt er das Publikum in zwei Gruppen, die zwar nicht einander, die Musik aber sehr deutlich wahrnehmen können. Beim Eröffnungskonzert durch das Hagen Quartett am Sonntag zeigte sich: Es ist kein Raum der Verschleierung. Klar werden alle musikalischen Details transportiert - auch das Verklingen des Zweiten Streichquartetts op. 10 von Schönberg blieb da auch bis zu seinen dezentesten dynamischen Feinheiten problemlos erfahrbar. Das ist natürlich auch ein Kompliment an das Quartett und die Sopranistin Audrey Luna, die im dritten und vierten Quartettsatz so sattelfest wie delikat ihre Stimme zu dieser Feier der Rückkehr des umfangreichen Schönberg-Nachlasses erhob. [...]
Ljubisa Tosic, Der Standard, 17. März 1998

Im spitzen Winkel: Die Luft von anderem Planeten
Mit Arnold Schönbergs Streichquartetten Nr. 2 und 3 weihte das Hagen-Quartett den Konzertsaal im Arnold Schönberg Center ein. [...] Beeindruckend im restlosen Einsatz, in der technischen Beherrschung und im Aufspüren aller expressiven Interpretationsmöglichkeiten war die Wiedergabe des Hagen-Quartetts. [...] Vorangegangen war die Eröffnungsfeier des Centers. In Gegenwart der zahlreich angereisten Schönberg-Familie fanden Stadtrat Marboe und Bürgermeister Häupl gute, richtige Worte, plauderten die Schönberg-Kinder über Erinnerungen an den Vater, wurde die exzeptionelle Schau eröffnet. Generalsekretär Christian Meyer durfte mit Recht auf seine großartige Leistung stolz sein ...
Gerhard Kramer, Die Presse, 17. März 1998

Eine triumphale Heimkehr
Arnold Schönberg Center: Hagen Quartett Die Heimkehr ist nun offiziell vollzogen. Mit einem Konzert des Hagen Quartetts öffnete das Arnold Schönberg Center im Palais Fanto am Sonntag seine Pforten für die Öffentlichkeit. Ein grandioser Auftakt, der dem bedeutenden Komponisten zur Ehre gereichte. [...] Ein Abend, wohl ganz im Sinne des Komponisten. [...]
Peter Jarolin, Kurier, 17. März 1998

Akustische Feuerprobe bestanden
Attraktiv: Der Konzertsaal im neuen Schönberg Center in Wien kann sich hören lassen Das Festival rund um die Eröffnung des Arnold Schönberg Centers erwies sich auch in künstlerischer Hinsicht als voller Erfolg. Außer einem fulminanten Liederabend der Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager im Konzerthaus gaben das Hagen Quartett, das Ensemble Wiener Collage, das Klangforum Wien und der Pianist Michael Boriskin die ersten musikalischen Darbietungen in dem 200 Personen Platz bietenden Konzert- und Veranstaltungssaal des Centers. [...] Die Akustik erweist sich für kammermusikalische Darbietungen als gelungen, trennscharf und - bei vollem Saal - nicht zu hallig. [...]
Heinz Rögl, Salzburger Nachrichten, 20. März 1998


Ort der lebendigen Auseinandersetzung

Wir sind sehr froh darüber, daß das Arnold Schönberg Center nach intensiven Planungen und Vorbereitungen seine eigentliche Arbeit aufgenommen hat. Nach den außergewöhnlichen Eröffnungsfeierlichkeiten mit den Wiener Philharmonikern, dem Arnold Schoenberg Chor, dem Klangforum Wien und den anderen ausgezeichneten Interpreten können wir nun mit der Realisierung der wissenschaftlichen und künstlerischen Projekte beginnen, wie es in den Statuten der Stiftung des Arnold Schönberg Center vorgesehen ist. Wie auch Bundeskanzler Viktor Klima, Bürgermeister Michael Häupl und Stadtrat Peter Marboe in ihren Ansprachen betont haben, soll dieses Center zu einem Ort der lebendigen Auseinandersetzung mit der Figur und der Zeit Arnold Schönbergs werden. Großzügige Räumlichkeiten und neueste technologische Ausstattung ermöglichen die unterschiedlichsten Aktivitäten und versprechen zudem qualitativ hochwertige Ergebnisse: Wissenschaftlern wird durch den Nachlaß und durch die umfangreiche Bibliothek Zugang zum gesamten Schaffen Schönbergs gewährt. Der Öffentlichkeit bietet das Center durch Ausstellungen, Konzerte und Workshops die Gelegenheit, sich mit den zahlreichen Facetten von Schönbergs Leben und Werk bekannt zu machen. Die Besucher erhalten durch das originalgetreue Arbeitszimmer aus Los Angeles und durch die »Exposition«, die in einer Auswahl den Inhalt und die Vielfalt des Nachlasses repräsentiert, ein authentisches Zeugnis der Bedeutung des Arnold Schönberg Centers für das Wiener Kulturleben. Wir sind davon überzeugt, daß die große Begeisterung und der persönliche Einsatz der MitarbeiterInnen am Arnold Schönberg Center während der Vorbereitung und während des Festivals, zusammen mit der weiteren Kooperation der Stadt Wien und des Bundes, eine Garantie dafür sind, daß auch in der Zukunft die vielen Funktionen und Projekte des Centers auf dem höchsten Niveau ausgeführt werden.

Nuria Schoenberg Nono, Präsidentin
Ronald Schoenberg
Lawrence Schoenberg


Exposition

Mit einer multimedialen Ausstellung zum Schönberg-Nachlaß öffnet das Schönberg Center seine Pforten im Palais Fanto und zeichnet den Kosmos des Komponisten, Malers, Dichters, Denkers, Erfinders und Lehrers in repräsentativen Beispielen aus dem persönlichen Besitz Schönbergs nach.
Erster Verwalter seines künstlerischen Werkes war Schönberg selbst: zeitlebens ein auch archivarisch visionär begabter Sammler und Bewahrer eines in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts als beispiellos geltenden Erbes, dessen Spektrum von philosophischen und politischen, musikästhetischen und satirischen, literarischen und zeitanalytischen Texten über ein vielfältiges bildnerisches Schaffen - Portraits und Selbstportraits, Landschaftsbilder, Karikaturen, Entwürfe zu Bühnenbildern, Spielkarten - bis zu Erfindungen von Gegenständen des individuellen Alltags eine Persönlichkeit beleuchtet, die sich menschlich wie künstlerisch zeitlebens tendenzieller Anpassung widersetzt hat und die es nicht nur über das musikalische Werk als unauslöschbare Signatur unseres Jahrhunderts zu entdecken gilt.
Neben Ölbildern, Gouachen und Zeichnungen, originalen Musik- und Textmanuskripten - etwa zu »Moses und Aron« oder zu Fragen des Judentums, zu »Pelleas und Melisande« oder der »Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen« - werden Erfindungen und Konzepte eines Künstlers gezeigt, der sich keinen Systemzwängen unterwerfen wollte und seiner Kunst jene Freiheit zugestand, die »nicht von können, sondern vom Müssen« kam.
Private Filmaufnahmen, Computerstationen, welche das Durchstreifen einer Korrespondenzdatenbank und einer umfangreichen Diskographie ermöglichen, sowie Hörstationen, die Schönbergs Gesamtwerk und Aufnahmen seiner Stimme abrufbar machen, ergänzen die Darstellung des bedeutendsten Nachlasses eines österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.


Archiv und Bibliothek

Archiv und Bibliothek des Arnold Schönberg Center ermöglichen wissenschaftliche Studien und Forschung durch Wissenschaftler, Komponisten, Musiker und die Öffentlichkeit. Das Archiv umfaßt den Nachlaß Arnold Schönbergs, der etwa 9.000 Seiten Musikmanuskripte, 6.000 Seiten Textmanuskripte, 3.500 historische Fotographien, persönliche Dokumente, Tagebücher, Konzertprogramme und seine gesamte Bibliothek (Noten, Bücher, Tonträger) enthält.
Seit Schönbergs Tod im Jahr 1951 und der Gründung des Arnold Schoenberg Institutes 1974 in Los Angeles wurde der Bestand um viele in Bezug zu seinem Leben, Schaffen und Umkreis stehenden Quellen aus privaten und öffentlichen Sammlungen kontinuierlich erweitert (sogenannte »Satellite Collections«), welche dem Besucher in Wien teils im Original, teils in Form von Kopien zugänglich gemacht werden.
Die Bibliothek enthält Sekundärliteratur zu den Themen Schönberg, Wiener Schule und Musik des 20. Jahrhunderts sowie Schönbergs Kompositionen in verschiedensten Ausgaben. Hinweise zu Neuerscheinungen, zu älteren Publikationen (Artikel, Aufsätze, Rezensionen, Konzertprogramme) sowie zu Tondokumenten mit Bezug auf Schönberg und die Wiener Schule werden gerne entgegengenommen.
Quellen aus Schönbergs Nachlaß werden dem Benutzer grundsätzlich in Form von Kopien oder Mikrofilm/-fiche ausgehändigt. Die Benutzung von Originalen bedarf einer schriftlichen Anmeldung und kurzen Darstellung des Forschungsinhaltes. Die Sekundärliteratur ist Teil einer Präsenzbibliothek; es besteht kein Leihverkehr.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr;
während der gesetzlichen Feiertage bleiben Archiv und Bibliothek des Center geschlossen. Der Zugang ist kostenlos.
Information unter der Telephonnummer 01/712 18 88-30 DW (Therese Muxeneder, Archivar)


Arnold Schönberg Center Privatstiftung

Stiftungsvorstand

Nuria Schoenberg Nono, Präsidentin
Senatsrat Dr. Bernhard Denscher, Vizepräsident
Ronald Schoenberg
Lawrence Schoenberg
o.HS.Prof. Mag. Dr. Hartmut Krones
Prof. Elisabeth Lafite
Sektionsleiter Dr. Andreas Mailath-Pokorny
Mag. Andrea Mayer
Mag. Christoph Wagner-Trenkwitz

Stiftungsbeirat

Ministerialrat Dr. Helga Dostal, Vorsitzende
Hofrat Direktor Dr. Günter Düriegl
Ministerialrat Dr. Alfred Koll
Prof. Dr. Hans Landesmann
o.Univ.Prof. Dr. Jürg Stenzl
Obermagistratsrat Mag. Thomas Stöphl
o.HS.Prof. Dr. Manfred Wagner
Generalsekretär Dr. Christian Meyer

Mitarbeiter

Edith Barta
Therese Muxeneder
Karin Nemec
R. Wayne Shoaf
Georg Vanek

Stifter

Gemeinde Wien
Internationale Schönberg Gesellschaft

Gründer

Republik Österreich
Bank Austria
Kika
BAWAG
Österreichische Lotterien
Wiener Philharmoniker
Yoko Nagae Ceschina

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