Newsletter
Edition 11,  August 2003 – Februar 2004

Inhalt

Editorial
Aus dem Archiv
Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs
Avenir Foundation Forschungsbeihilfe
Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg
Symposium »Arnold Schönbergs Schachzüge«
Neuerscheinungen
Int. Ausstellungskooperationen
Multimediale Ausstellung
Pressestimmen
Freunde/Förderer und Subskription
Schönberg-Wein


Editorial

Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Center,
sehr geehrte Damen und Herren!

Im Frühjahr feierte unser Center den fünften Geburtstag mit einem Festkonzert und einer Straßenbahnaktion, die Arnold Schönbergs Melodien hinaus zu den Menschen brachte und zum Nachpfeifen anregte. Das überwältigende Echo sowohl der vielen prominenten Mitwirkenden am Geburtstagsständchen als auch der Passanten um den Schwarzenbergplatz zeigte die starke Verwurzelung unserer Stiftung im Wiener Kulturleben. Die Reaktionen im Gästebuch gingen von »aus Wien nicht mehr wegzudenken« bis zu »wichtiges Geisteszentrum in Mitteleuropa«. Dabei waren selbst in der Gründungsphase einige der Proponenten überzeugt, das Center werde wohl kurzfristig Aufmerksamkeit erregen, nach einigen Jahren aber das Schicksal anderer Wissenschaftsinstitute teilen und eher im Verborgenen wirken. Vielleicht war es aber auch klug von diesen Personen, solches laut zu denken. Denn wenn wir Schönbergs Anspruch mit einem Wiener Zentrum gerecht werden wollten, so sicher nicht mit einer »geschlossenen Anstalt«.
Kent Nagano und seiner Frau, der Pianistin Mari Kodama, ein neues Kammermusikfestival in Forest Hill mit Schönberg-Interpretationen inauguriert wurde. Der Versuch gelang. Publikum wie Medien wünschen sich eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Am Center selbst erfreuten wir uns wieder prominenter Besucher, etwa von Maestro Daniel Barenboim, der für 2004 vielfältige Schönberg-Pläne in Chicago und Berlin hegt.
Arnold Schönbergs Bilder sind 2003 besonders begehrt. Einzelausstellungen in Turin (Januar/Februar), Schwäbisch-Gmünd (Mai bis September) und Bonn (September/Oktober) sowie Leihgaben an mehr als 20 europäische Museen, darunter das Kunsthistorische Museum Wien und das Musée d'Orsay in Paris, zeigen den hohen Stellenwert, der dem bildnerischen Œuvre Schönbergs heute zukommt. Die beiden größten Schönberg-Ausstellungsprojekte 2003 initiierten das Museo Thyssen-Bornemisza Madrid (Februar bis Mai) und das Jewish Museum in New York (Oktober 2003 bis Februar 2004). 272.000 Besucher kamen ins Museo Thyssen-Bornemisza, wesentlich mehr als zu den vorhergegangenen Sonderausstellungen. Die »Freunde des Arnold Schönberg Center« ließen sich dies in beeindruckender Anzahl nicht entgehen und reisten Ende April zu Ausstellung und Schönberg-Konzerten.
Mit einer sechsstelligen Besucherzahl rechnet auch das Jüdische Museum in New York. Zudem haben die Metropolitan Opera und die Carnegie Hall ein exzellentes Schönberg-Begleitprogramm mit Orchesterkonzerten, namhaften Solisten und »Moses und Aron« an der Met ermöglicht. Vielseitig präsentiert sich das Programm in der Saison 2003/04 am Center. Der Veranstaltungskalender des Wintersemesters liegt diesem Newsletter bei. Die Ausstellung »Schönberg, Mahler, Zemlinsky, Schreker« wurde wegen der großen Besuchernachfrage bis 20. September verlängert. Mit vier Vorträgen beginnen wir eine neue Kooperation mit der »Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung« und hoffen dadurch weitere Facetten in Schönbergs Leben erhellen zu können. Ein international besetztes Symposium im September beleuchtet den »Maler Arnold Schönberg«, ein zweites im Januar Schönbergs Beziehungen zu französischen Künstlern. Eine Vielzahl musikalischer Veranstaltungen ergänzen das Angebot unserer Stiftung. All diese Projekte sind im Veranstaltungskalender detailliert vorgestellt.
Ein voller Erfolg ist auch der neue Schönberg-Wein des Mödlinger Weinguts Pferschy-Seper. Mit Schönberg-Etikette, die das »Anbrechen der Morgendämmerung in Hoisen bei Gmunden« »illuminiert«, und hochwertiger »Heurigen«-Füllung in weiß und rot ist er ab sofort über das Weingut zu beziehen. Und unser Shop am Arnold Schönberg Center bietet neben diesem Kulinarium die größtmögliche Auswahl an Schönberg-Noten, Literatur und CDs.
Ihr
Dr. Christian Meyer
Direktor


Aus dem Archiv

Neuerwerbungen
Eine Vielzahl von Einzelskizzen, Notizen und Entwürfen zum Libretto von Arnold Schönbergs »Moses und Aron«, die zu einem großen Teil in seinem Nachlaß überliefert sind, dokumentieren die jahrelange Beschäftigung des Komponisten mit einer inhaltlichen Lösung des komplexen biblischen Stoffes, dessen religionsphilosophischen Fragestellungen und Gattungskonzeption von der Kantate (1926) über das Oratorium (1928) bis schließlich zur Oper (1930). Nach Abschluß der Komposition bis zum Ende des II. Aktes (10. März 1932) arbeitete Schönberg wiederholt am Libretto zum III. Akt, was durch die Manuskriptfassungen dieser Zeit, aber auch durch briefliche Mitteilungen belegt wird (»ein dritter Akt, den ich wenigstens zum viertenmal umarbeite, beziehungsweise neu schreibe [...]«, Brief an Walter Eidlitz vom 15. März 1933). Bei der Ausarbeitung des III. Aktes gelangte Schönberg trotz mehrerer Versuche bis 1935 zu keinem definitiven Resultat, ablesbar an den im Kritischen Bericht zur Schönberg-Gesamtausgabe kommentierten und transkribierten Textquellen (Arnold Schönberg: Sämtliche Werke. Abt. III: Bühnen werke. Reihe B, Band 8, Teil 2. Moses und Aron. Herausgegeben von Christian Martin Schmidt. Mainz, Wien 1998, Seite 240-259).
Arnold Schönberg hatte im Laufe der Jahre einige Typoskripte des Oratoriums- bzw. Operntextes aus der Hand gegeben, allerdings keine »unfertigen« Skizzen, Entwürfe oder Textfragmente. So kursierte bereits 1929 ein Exemplar des Oratoriumstextes zwischen Schönbergs Tochter Trudi, Erwin Stein, Anton Webern und Alban Berg in Wien. 1931 sandte Schönberg die überarbeitete Fassung von 1 1/2 Akten des Opernlibrettos an seine Tochter und deren Mann Felix Greissle, die es wiederum an Webern bzw. Berg weitergaben. In beiden Fällen dokumentiert die Korrespondenz Schönbergs, daß die Textkopien wieder an ihn retourniert wurden. Das Libretto wurde ferner an die Universal Edition, an Jakob Klatzkin sowie Hermann Scherchen weitergegeben. Erst nach Schönbergs Tod aus seinem Nachlaß entfernt wurde ein Skizzenbuch von 1937, das sich heute in der Sammlung Josef Rufer (Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz) befindet, der während seiner Arbeiten am Schönberg-Werkverzeichnis 1957 in Los Angeles Zugang zu den Handschriften hatte.
Eine entsprechende Rarität stellt ein bislang unbekannter autographer Text- und Verlaufsentwurf zum III. Akt von »Moses und Aron« dar, bestehend aus zwei Einzelblättern sowie einem Bogen zu zwei Blättern, den das Archiv Ende letzten Jahres erwerben konnte. Das bislang unpublizierte Manuskript gehört zum Quellenstrang der in der Schönberg-Gesamtausgabe unter den Sigla TM (zwei zusammengehörige Entwurfseinheiten zum III. Akt, ca. 1934), TN (ein Entwurfsblatt zum III. Akt, ca. 1934) und TO (vier Blätter zum III. Akt, Juni 1934) erfaßten Textentwürfe (sämtlich im Arnold Schönberg Center), wobei Quelle TN ursprünglich mit dem neuerworbenen Manuskript zusammengeheftet war. Eine gegenüber der ursprünglichen Heftung geänderte Paginierung von Schönbergs Hand deutet darauf hin, daß die Anordnung bereits von ihm selbst geändert wurde, als er seine Notizen im Zuge der Revision des III. Aktes ordnete. Die erste Seite des Manuskripts ist eine inhaltliche Fortführung von TM mit Bezügen zu TF (Entwürfe zum Text der Oper, III. Akt); die zweite Seite bezieht sich auf die Kompositionsvorlage; der mit »New York/21.VI.1934« datierte Bogen zu zwei Blättern ist unmittelbar vor Quelle TO (22. Juni 1934) einzuordnen. Im Juni 1934 arbeitete Schönberg, der aufgrund einer Lehrverpflichtung am Malkin Conservatory nach New York gezogen war und zu dieser Zeit im Hotel Ansonia wohnte, neben der Konzeption des III. Akts intensiv am Manuskript »Der musikalische Gedanke, die Logik, Technik und Kunst seiner Darstellung«, wovon innerhalb von kurzer Zeit etwa 200 Oktavblätter und viele Analysen entstanden waren. Ursprünglich war geplant, die Ferien ab 15. Juni außerhalb New Yorks am Land verbringen zu können, Schönberg reiste mit seiner Familie jedoch erst am 9. Juli nach Chautauqua.
Text- und Verlaufsentwurf der beiden ersten Seiten des neuerworbenen Manuskripts wurden noch in New York konzipiert, mit 21. Juni datiert die Konzeptionsreinschrift (Seiten 3 und 4), tags darauf entstanden die vier Reinschriftblätter zum III. Akt (TO; nach weiteren Revisionen Vorlage zu den inhaltlich entsprechenden Seiten eines Texttyposkripts); möglicherweise etwa zur gleichen Zeit drei weitere Blätter. Die letzte datierte Textquelle zu »Moses und Aron« stammt vom 1. Mai 1935.

Bei in- und ausländischen Auktionen sowie im Antiquariatshandel konnte das Archiv ferner folgende Dokumente und Musikalien erwerben:
o Brief von Arnold Schönberg an seinen Schüler Rudolf Weirich, 15. August 1909 o Brief von Arnold Schönberg an seinen Jugendfreund David Josef Bach, 19. Juli 1910
o Briefliche Mitteilung Arnold Schönbergs auf der Rückseite einer Visitenkarte an den Intendanten Walter Bruno Iltz in Düsseldorf (Empfehlungsschreiben für Winfried Zillig), 20. März 1928
o Brief von Schönberg an den Verlag Moulaert in Brüssel, 14. April 1929 o Arnold Schönberg: Musikalische Albumblätter, 17. Februar 1933
o Arnold Schönberg: autographe Druckanweisungen zum Libretto-Erstdruck der »Jakobsleiter«
o Arnold Schönberg: autographierter Erstdruck der »Gurre-Lieder« o Brief von Arnold Schönberg an Simon Carfagno, 27. Februar 1942
o Stichplattenabzüge zum Erstdruck der Fünf Klavierstücke op. 23 mit autographen Korrekturen von Arnold Schönberg


Arnold Schönbergs Bildnerisches Werk

Das Bildnerische Werk Arnold Schönbergs, welches zu einem großen Teil als Dauerleihgabe der Erbengemeinschaft (Los Angeles/Venedig) am Arnold Schönberg Center aufbewahrt ist, wird regelmäßig in Sonderausstellungen am Center sowie bei internationalen Aus-stellungen präsentiert. Vorausblickend auf eine Schönberg-Retrospektive im Frühjahr 2005 plant das Center die Herausgabe eines wissenschaftlichen Werkkatalogs zum bildnerischen Schaffen Schönbergs. Das Projekt setzt sich zum Ziel, das gesamte Œuvre neu zu katalogisieren, hinsichtlich Datierung, Maltechnik, Trägerbestimmung, Format und kontextueller Bezüge zu präzisieren sowie um neue Quellen zu ergänzen. Auch sämtliche in anderen Sammlungen befindliche Werke werden Berücksichtigung finden.
Hierbei steht zunächst die quantitative Erfassung im Vordergrund, Fragen hinsichtlich des Werkcharakters und der -analyse werden bewußt ausgeklammert. Die bereits bekannten Quellen werden nicht nur um Einzelwerke erweitert (etwa bislang unbekannte bemalte Rückseiten von Bildträgern, verworfene Skizzen und Entwürfe), sondern auch um bildnerische Darstellungen in Medien wie Tagebüchern, Kalendern, Musik- und Textmanuskripten, Briefen, Büchern, etc. (darunter auch Skizzen, ornamentale Darstellungen, Designs) sowie Sekundärmedien wie z.B. Fotografien. Darüberhinaus wird versucht, möglichst umfassend kontextuelle Dokumente miteinzubeziehen, welche den Stellenwert bildender Kunst in Schönbergs künstlerischem Œuvre ebenso beleuchten wie dessen Rezeptionsgeschichte.
Begonnen wurde das Projekt zu Beginn dieses Jahres zunächst mit der Neuverfilmung aller am Center befindlichen Gemälde und Grafiken Schönbergs. Die hierzu notwendige Ausrahmung der Werke folgte der Intention, über die physische Beschaffenheit hinaus weiterführende Erkenntnisse zu Datierung und der bislang unerforschten Problematik der Werktitelgebung gewinnen zu können. Dabei wurden folgende Schritte systematisch durchgeführt:
o Bestandsaufnahme: Bestimmung von Format, Trägermedium und Maltechnik
o Zustandsprotokollierung
o Konservierungs- bzw. Restaurierungsmaßnahmen.

Das Archiv wird in den nächsten Monaten ferner systematisch sämtliche Quellengruppen im Schönberg-Nachlaß nach Hinweisen zu dessen Bildnerischem Werk erfassen und die in seinen Schriften erwähnten Bezüge auswerten. Bislang unerforscht sind die Standorte einer Reihe von frühen Gemälden Schönbergs, die in anderen Besitz übergegangen sind, etwa die von Gustav Mahler bei der ersten Schönberg-Ausstellung im Kunstsalon Heller 1910 erworbenen Bilder sowie eine Reihe von Portraits Wiener Persönlichkeiten.
Therese Muxeneder, Archiv

Archiv-Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, 9 - 17 Uhr, feiertags sowie 24. und 31. Dezember 2003, 2. und 5. Januar 2004 geschlossen.
Information: Telefon (+43/1) 712 18 88-30
archiv@schoenberg.at

Kritische Gesamtausgabe
der Schriften Arnold Schönbergs

Arnold Schönbergs Schriften stellen neben seinen Kompositionen wertvolle Dokumente für die Musik-, Geistes- und Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar, sind aber auch für die Exilforschung und somit für die Zeitgeschichte von hoher Bedeutung. Sie geben Zeugnis von den mannigfaltigen Interessen dieser eminenten Künstlerpersönlichkeit, dies auch hinsichtlich Ästhetik, Politik und Religion.
Das Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat nun gemeinsam mit dem Archiv des Arnold Schönberg Center beim Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF, Wien) ein zunächst für drei Jahre anberaumtes Projekt »Arnold Schönberg, Schriften (Kritische Gesamtausgabe)« eingereicht, das die Finanzierung von drei akademischen Mitarbeitern sowie anfallender Reise- und Materialspesen vorsieht. Erfreulicherweise ist dieses Projekt genehmigt worden; die technische Grundausstattung konnte durch die Unterstützung der Avenir Foundation, Wheat Ridge/Colorado, am Arnold Schönberg Center bereitgestellt werden, das Center selbst stellt Arbeitsplätze sowie Infrastruktur zur Verfügung.
Das Projekt ist zunächst der Erarbeitung der Editionsgrundlagen gewidmet (Erfassung aller Quellen der Texte, Lesarten, Alternativtexte, Unterscheidungen originaler Textgrundlagen von Zusätzen anderer Hand, Dokumentation, Kommentar), welche nicht nur als Druckausgabe, sondern von Beginn an auch als Quellenedition in einer Online-Ausgabe auf www.schoenberg.at konzipiert wurde. Die diplomatisch standgenau transkribierten Texte, die sowohl eine bestmögliche Transparenz des originalen Schriftbildes ermöglichen als auch dem Schaffensprozess eines Textes Rechnung tragen sollen, werden in drei Fassungen abrufbar sein:
oals digitale Faksimiles der Originalquellen im Schönberg-Nachlaß
o als plattformunabhängige PDF-Dokumente
o als HTML-Text.

Neben der Volltextsuche durch alle in der Datenbank enthaltenen Schriften im HTML-Text bietet ein nach Sachgruppen, Personen, Daten und Werken gestalteter Index eine weiterführende Suchmöglichkeit. Darüberhinaus werden Quellenbeschreibungen und Kommentare zu den einzelnen Schriften und deren Fassungen angeboten.
Die Edition umfaßt pädagogische Schriften, Dichtungen und Kompositionsvorlagen, Glossen, Schriften über Musikkritik, -ästhetik, -analyse, -theorie, Philosophie, Religion, Judentum, Politik, Zeitgeschichte; Vorträge, Interviews, Offene Briefe, Denkschriften, Notizen, Gutachten und Tagebücher.

Projektbeginn/Start of project: 1. April 2003
Leitung/Directors: Hartmut Krones, Therese Muxeneder, Gerold W. Gruber
Team: Julia Bungardt, Eike Rathgeber, Nikolaus Urbanek


Avenir Foundation Forschungsbeihilfe

Die Avenir Foundation, Wheat Ridge, Colorado, fördert unsere Stiftung mit der Auflage, internationalen Studenten und Wissenschaftlern aus den jährlichen Zinserträgen des zur Verfügung gestellten Kapitals Reise- und Aufenthaltsstipendien für deren Forschung am Arnold Schönberg Center zu vergeben.
Die Arnold Schönberg Center Privatstiftung unterstützt daher wissenschaftliche und archivarische Forschung durch die Vergabe von Forschungsbeihilfen. Empfänger der Beihilfen werden am Arnold Schönberg Center arbeiten und beziehen eigene Projekte unmittelbar auf Arnold Schönbergs Leben und Werk.

Eine Forschungsbeihilfe umfaßt:
o Wohnmöglichkeit im Schönberg-Haus in Mödling während eines zweiwöchigen Forschungsaufenthaltes (bei größerem Projektumfang besteht die Möglichkeit der Verlängerung)
o Netzkarte für öffentliche Verkehrsmittel in Wien und Mödling
o Tagesdiäten
o Reisekostenzuschuß nach und von Wien
o Nutzung der Infrastruktur von Archiv und Bibliothek des Arnold Schönberg Center.
Informationen über den Sammlungsbestand und die Einrichtungen des Center können über die Website www.schoenberg.at abgerufen werden.

Anträge für Forschungsbeihilfen werden schriftlich an die Direktion des Arnold Schönberg Center gestellt:
Arnold Schönberg Center Privatstiftung
Direktion
Schwarzenbergplatz 6 A - 1030 Wien
e-mail: direktion@schoenberg.at
Information: Telefon (+43/1) 712 18 88 -30 (Therese Muxeneder)

Anträge werden innerhalb von drei Monaten nach Einlangen bearbeitet.
Dem Antrag sind beizufügen:
o Projektbeschreibung
o Curriculum vitae
o Empfehlungsschreiben der Schule/Universität (nur Studenten)


Bisherige Empfänger einer Avenir Foundation Forschungsbeihilfe:
Elisabeth Sommernes, Universitet i Oslo, Norway (1998)
Marc M. Kerling, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Germany (1999)
Andreas Jacob, Folkwang-Hochschule Essen, Germany (2000)
Markus Böggemann, Hochschule der Künste Berlin, Germany (2001)
Michelle Duncan, Cornell University Ithaka, USA (2001)
Matthias Herrmann, Technische Universität Dresden, Germany (2001)
Andreas Jacob, Folkwang-Hochschule Essen, Germany (2001)
Ralf-Alexander Kohler, TU Berlin, Germany (2001)
Richard Kurth, University of British Columbia, Vancouver, Canada (2001)
Marinella Ramazzotti, Università di Bologna, Italy (2001)
Annegret Seidel, Kunsthaus Dresden, Germany (2001)
Ina Karr, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Germany (2002)
Jean-Jacques Dünki, Basel, Switzerland (2003)
Florian Heesch, Universität zu Köln, Germany (2003)
Áine Heneghan, University College Dublin, Ireland (2003)

Weitere durch die Avenir Foundation geförderte Projekte am Arnold Schönberg Center:
o Multimediale Ausstellung zu Leben und Werk Arnold Schönbergs (1874 - 1951)
o Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs


Aktivitäten des Wissenschaftszentrums Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Über die wichtigste Aktivität wird auf Seite 8 des Newsletter berichtet: Die Vorbereitung der Kritischen Gesamtausgabe sämtlicher Schriften Arnold Schönbergs.
Sowohl Gastprofessor Christopher Hailey als auch Institutsleiter Hartmut Krones betreuen Dissertationen und Diplomarbeiten zu Themenkreisen der Wiener Schule; und gemeinsam mit Matthias Schmidt werden auch die uns zur Forschung übergebenen UE-Materialien weiter gesichtet. Hier haben wir im letzten Jahr zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland beantworten können.
Am 12. März 2003 fand im Arnold Schönberg Center ein Abend mit Alban Bergs Kammersymphonie (ausgeführt von Studierenden des Bruckner-Konservatoriums Linz) statt, in dessen Rahmen Hartmut Krones in das Werk, seine Entstehung sowie seine inhaltlichen Komponenten einführte. Am 16. Mai 2003 veranstalteten wir - begleitend zur derzeit laufenden Ausstellung - gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Wien und der Int. Schönberg-Gesellschaft im Konzertsaal am Rennweg das Int. Symposium »quasi una fantasia - Juden und die Musikstadt Wien«, das Referenten aus Österreich, Deutschland und den USA vereinigte. Und am 17. Juni 2003 präsentierte das Wissenschaftszentrum gemeinsam mit dem Österreichischen Musikrat im Rahmen der Veranstaltung »Zur Interpretation der Klaviermusik der Wiener Schule« im Arnold Schönberg Center die Doppel-CD »Karl Steiner (1912-2001). Ein später Pianist der Wiener Schule«. Hartmut Krones sprach über grundsätzliche Fragen zur Interpretation der Musik der Wiener Schule und würdigte das Wirken von Karl Steiner (der 1997 und 2000 Workshops am Wissenschaftszentrum abgehalten hat), Harald Ossberger gab einen historischen Abriß der Wiener Klaviertradition, in die er Karl Steiner stellte, und trug ausgewählte Werke Schönbergs vor. Abschließend spielte er gemeinsam mit Michael Lipp Schönbergs Zweite Kammersymphonie in der Fassung für zwei Klaviere.
Die Seminarangebote von Gastprofessor Christopher Hailey umfaßten im Sommersemester 2003 die Themen »Das Liedschaffen zur Zeit der Wiener Schule« sowie - im Zusammenhang mit der Ausstellung und dem vorbereitenden Symposium des Arnold Schönberg Center - »Quellen zu Mahler, Zemlinsky, Schönberg, Schreker«. Christopher Hailey, der vier Jahre lang die »Arnold-Schönberg-Professur« der Universität innehatte, wird sich nun wieder anderen Aufgaben widmen. Für das nächste Studienjahr konnten wir Elmar Budde (Berlin/Kandern) gewinnen, der im Wintersemester Lehrveranstaltungen zu den Themen »Erscheinungsformen des Visuellen und Bildhaften in der Komposition der Wiener Schule« sowie »Zur Klaviermusik der Wiener Schule« abhalten wird.
Schließlich sei auf das große Hanns Eisler-Symposium hingewiesen, das (in Zusammenarbeit mit der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft Berlin) vom 12. bis 15. Dezember 2003 im Konzertsaal am Rennweg sowie am Arnold Schönberg Center (12. und 14. Dezember) stattfinden wird (siehe beiliegenden Veranstaltungskalender). Das genaue Programm wird Interessenten im Herbst zugesandt (Auskünfte: Tel. +43/1 71155-2531). Auch beim Symposium »Arnold Schönberg und Frankreich« (15. bis 17. Januar 2004) wird das Wissenschaftszentrum als Mitveranstalter fungieren.
Hartmut Krones

Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
c/o Arnold Schönberg Center
Schwarzenbergplatz 6, Eingang Zaunergasse 1, A-1030 Wien
Telefon: (+43/1) 712 18 88-17 und 18 DW


Internationales Symposium 2004
»Arnold Schönbergs Schachzüge«
Call for papers


Das Arnold Schönberg Center veranstaltet von 3. bis 5. Juni 2004 in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien ein internationales Symposium am Arnold Schönberg Center in Wien zum Thema

Arnold Schönbergs Schachzüge
Dodekaphonie und Spielekonstruktionen

und lädt hiermit zur Anmeldung von Referaten ein.
Die erwünschten Beiträge betreffen
o die »Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen«
o Genese, Theorie und Praxis der Zwölftonkompositionen Schönbergs
o Dodekaphonie-Rezeption
o Schönbergs konstruktive Positionen
o Spielekonstruktion und -notation im Zusammenhang mit Schönbergs Entwicklungen.

Die Beiträge werden durch Präsentation von Bildern und Quellen aus dem Schönberg-Nachlaß ergänzt.

Referatanmeldungen mit Abstracts von ca. 30 Zeilen werden bis spätestens 15. Dezember 2003 erbeten an:
Arnold Schönberg Center Privatstiftung
Direktion
Schwarzenbergplatz 6 A-1030 Wien
e-mail: direktion@schoenberg.at
Fax: (+43/1) 712 18 88-88


Ausgewählte Neuerscheinungen 2002 - 2003

Gerold W. Gruber (Hrsg.)
Arnold Schönberg. Interpretationen seiner Werke. 2 Bde.

Laaber Verlag, Laaber 2002
ISBN 3-89007-506-1

Alexander L. Ringer
Arnold Schönberg - Das Leben im Werk

Verlag J.B. Metzler, Stuttgart; Bärenreiter, Kassel 2002
ISBN 3-476-01906-3

Allen Shawn
Arnold Schoenberg's Journey

Farrar, Straus and Giroux, New York 2002
ISBN 0-374-10590-1

Reinhold Brinkmann
Arnold Schönberg und der Engel der Geschichte

Picus Verlag, Wien 2002
(Wiener Vorlesungen im Rathaus. 82.)
ISBN 3-85452-382-3

Anna Maria Morazzoni (Hrsg.)
Schoenberg & Nono. A Birthday Offering to Nuria on May 7, 2002

Leo S. Olschki, Firenze 2002
ISBN 88-2225169-5

Max Hollein/Blaženka Perica (Hrsg.)
Die Visionen des Arnold Schönberg: Jahre der Malerei
The Visions of Arnold Schönberg: The Painting Years

Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2002
(Katalog zur Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt)
ISBN 3-7757-1133-3

Arnold Schönberg: Visioni. Mostra. Palazzo Ziino, Palermo
Fondazione Teatro Massimo, Palermo 2002

Arnold Schönberg Pittore
Mostra, Galleria Civica d'Arte Moderna e Contemporanea Torino

Edizione GAM, Torino 2003

Markus Grassl/Reinhard Kapp (Hrsg.)
Die Lehre von der musikalischen Aufführung in der Wiener Schule
Verhandlungen des Internationalen Colloquiums Wien 1995

Böhlau Verlag, Wien 2002
(Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte. 3.)
ISBN 3-205-98891-4

Hartmut Krones (Hrsg.)
Struktur und Freiheit in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Zum Weiterwirken der Wiener Schule

Böhlau Verlag, Wien 2002
(Wiener Schriften zur Stilkunde und Aufführungspraxis. Sonderreihe »Symposien zu WIEN MODERN«)
ISBN 3-205-77066-8

Dominique Jameux
L'école de Vienne

Librairie Arthème Fayard, Paris 2002
ISBN 2-213-59969-6

Heinz-Klaus Metzger/Rainer Riehn
Arnold Schönbergs »Berliner Schule«

edition text + kritik, München 2002
(Musik-Konzepte. 117/118.)
ISBN 3-88377-715-3
Sointu Scharenberg
Überwinden der Prinzipien.
Betrachtungen zu Arnold Schönbergs unkonventioneller Lehrtätigkeit zwischen 1898 und 1951
Pfau-Verlag, Saarbrücken 2002
ISBN 3-89727-110-9

Arnold Schoenberg in America
Bericht zum Symposium - Report of the Symposium, 2. - 4. Mai 2001

Arnold Schönberg Center, Wien 2002
(Journal of the Arnold Schönberg Center 4/2002)
ISBN 3-902012-04-8

Dirk Buhrmann
Arnold Schönbergs »Ode to Napoleon Buonaparte« op. 41 (1942)

Georg Olms Verlag, Hildesheim 2002
(Diskordanzen. Studien zur neueren Musikgeschichte. 11.)
ISBN 3-487-11662-6

Pieter Bergé
De Eenheid in het Dualisme.
Idee en Representatie in Schönbergs opera Moses und Aron

Koninklijke Vlaamse Academie van België voor Wetenschappen en Kunsten, Brüssel 2002
(Vehandelingen van de Koninklijke Vlaamse Academie van België voor Wetenschappen en Kunsten. 8.)
ISBN 9-06569-910-4

Joëlle Caullier (Hrsg.)
»C'est ainsi que l'on crée ...«.
A propos de »La Main heureuse« d'Arnold Schoenberg

Presses Universitaires du Septentrion, Villeneuve d'Ascq Cédex 2003
(Esthétique et Sciences des Arts)
ISBN 2-85939-771-X

Egbert Hiller Entrückung, Traum und Tod.
Zum Verhältnis von Text und Atonalität im Vokalschaffen von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern

Verlag Lafite, Wien 2002
(Publikationen der Internationalen Schönberg-Gesellschaft. 4.)
ISBN 3-85151-069-0

Arnold Schoenberg - Thomas Mann
A propos du Docteur Faustus.
Lettres 1930 - 1951

La Bibliothèque des Arts, Lausanne 2002
ISBN 2-88453-105-X

Evgenia Chigareva and Elena Dolenko (Hrsg.)
Arnold Schoenberg: Yesterday, Today, Tomorrow

Moskau 2002
ISBN 5-89598-105-4

Arnold Schönberg: Sämtliche Werke. »Gurre-Lieder« von Jens Peter Jacobsen für Soli, Chöre und Orchester.
Herausgegeben von Ulrich Krämer.
Universal Edition, Wien; Schott, Mainz 2001/03
ISMN M-001-12839-1

Arnold Schönberg: Sämtliche Werke. »Gurre-Lieder« von Jens Peter Jacobsen für Soli, Chöre und Orchester.
Reproduktion des Autographs nach der Faksimileausgabe von 1912.
Herausgegeben von Ulrich Krämer.
Universal Edition, Wien; Schott, Mainz 2002
ISMN M-001-13458-3

Internationale Ausstellungskooperationen

Bis 21. September 2003
»quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien«

Jüdisches Museum Wien
www.jmw.at

Bis 7. September 2003
»Arnold Schönberg. Vision und Gottesbild«

Museum im Prediger, Schwäbisch-Gmünd
www.schwaebisch-gmuend.de

12. September 2003 bis 11. Januar 2004
»La creazione ansiosa«

Galleria d'Arte Moderna e Contemporanea, Verona
www.palazzoforti.it

19. September bis 19. Oktober 2003
»Arnold Schönberg. Das bildnerische Werk«

Kunst Museum Bonn
www.bonn.de/kunstmuseum

21. September 2003 bis 4. Januar 2004
»Du sollst Dir kein Bildnis machen«

Museum Bochum
www.bochum.de/museum

24. Oktober 2003 bis 12. Februar 2004
»Schoenberg, Kandinsky, and the Blue Rider«

The Jewish Museum, New York
www.jewishmuseum.org

3. November 2003 bis 23. Februar 2004
»Les Origines de l'abstraction«

Musée d'Orsay, Paris
www.musee-orsay.fr

13. November 2003 bis 1. März 2004
»Der Blaue Reiter. Die Befreiung der Farbe«

Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
www.wilhelm-hack-museum.de

Januar bis Juni 2004
»quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien«

The Center for Jewish History, New York
www.cjh.org

Multimediale Ausstellung zu Leben und Werk
Arnold Schönbergs (1874-1951)
»Eine Ausstellung zum Hören«

Universität des Saarlandes, Saarbrücken
www.uni-saarland.de


Multimediale Ausstellung zu Leben und Werk Arnold Schönbergs (1874 - 1951)
»Eine Ausstellung zum Hören«

Eine 78minütige CD (Audioführer in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Serbokroatisch und Spanisch) und zwölf »Teatrini« (dreiteilige Ausstellungspaneele mit Reproduktionen von historischen Dokumenten, Partituren und Fotos) bilden den Kern der multimedialen Ausstellung zu Leben, Werk und historischem Umfeld des Komponisten Arnold Schönberg (geboren 1874 in Wien, gestorben 1951 in Los Angeles). Sie enthält Texte, Musik und dokumentarische Aufnahmen, die verschiedene Aspekte dieser vielschichtigen Persönlichkeit beleuchten: Arnold Schönberg als Komponist, Maler, Lehrer, Organisator, Erfinder, Sportler, Schachspieler und Familienvater.
Ziel der Ausstellung ist es, den Besuchern nicht nur Leben und Werk Arnold Schönbergs nahezubringen; sie vermittelt vielmehr einen lebendigen Eindruck der kulturellen Situation in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung wird auf Leihbasis vom Arnold Schönberg Center zur Verfügung gestellt und eignet sich insbesondere zur Präsentation in öffentlichen Institutionen, wie Museen, Konzertsälen, Universitäten und Hochschulen. Sie wurde bisher in 34 Stationen gezeigt.


Kuratoren:
Nuria Schoenberg Nono und Lawrence A. Schoenberg
Texte: Christopher Hailey

Mit Unterstützung von:
Kulturreferat der Stadt Wien, Österreichisches Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, MICA Österreich, Sony Classical, Belmont Music Publishers, Arnold Schönberg Center, Artemide, Schott Verlag



Pressestimmen

Lawrence, Nuria und Ronald Schoenberg geehrt
Lawrence Schoenberg, Nuria Schoenberg Nono und Ronald Schoenberg, die Kinder des Komponisten Arnold Schönberg, sind am Mittwoch im Wiener Rathaus von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit der »Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold« ausgezeichnet worden. Die Laudatio hielt der Leiter der Kulturabteilung der Stadt Wien, Bernhard Denscher. ...
In ihren Dankesworten sagte Nuria Schoenberg Nono, die Entschlossenheit der Vertreter der Stadt Wien hätte den Ausschlag gegeben, den Nachlaß nach Wien zu transferieren. Sie und ihre Brüder seien überzeugt davon, daß dies die richtige Entscheidung war.
Der Nachlaß Arnold Schönbergs ist die größte und wertvollste Sammlung eines österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das Arnold Schönberg Center zieht heute als Forschungsstätte und Archiv an die 50.000 Besucherinnen und Besucher an.
Ö1 Kulturjournal, 3. Dezember 2002


Schönberg Center Wien
Das »Ensemble Wiener Collage« gestaltet im Wiener Arnold Schönberg Center einen gut besuchten Zyklus, der Musik der Wiener Schule mit Zeitgenössischem koppelt. Stolze sechs Uraufführungen waren beim jüngsten Abo-Konzert angesetzt. Erfreulich spannend jeweils die drei Beiträge aus der jüngeren Generation, die sich in unterschiedlicher Weise dem »Wiederholungsverbot« der Musik der Wiener Schule stellen und dieses umgehen. Von dem hochbegabten Furrer-Schüler Thomas Amann stammt »Ritornell«, in dessen statisch gehaltener Klanglandschafts-Konstellation mit viel einkomponierter Stille überraschende punktuelle Ereignisse sich quasi wie von selbst ergeben. Auch Dietmar Hellmich arbeitet in seiner »Kammermusik Nr. 5« mit wieder erkennbaren Bausteinen. Klar voneinander abgesetzt und charakterisiert hingegen sind »11 Räume« in dem gleichnamigen Stück für Violine, Akkordeon und Kontrabaß von Alexander Stankovski.
Heinz Rögl, Salzburger Nachrichten, 14. Februar 2003


Öffentliches Nahverkehrskonzert
Ein paar Fahrgäste haben sogar mitgesungen. Oder es zumindest versucht. Obwohl es für das ungeschulte Ohr wohl kaum sperrigeres Liedgut gibt als Musik von Arnold Schönberg. Andererseits feiert dieser Tage eben nicht das Oasis-Zentrum oder das Wolfgang-Ambroseum fünfjährigen Geburtstag, sondern das Wiener Arnold Schönberg Center (www.schoenberg.at). Und weil es immer einer der Träume des Komponisten war, daß seine Lieder vom Konzertsaal auf die Straße fänden, wurden die Straßenbahnlinie 71 und die Buslinie 4A (beide fahren am Schönberg Center vorbei) am Donnerstag beschallt: Agnes Palmisano und der Akkordeonspieler Alfred Melichar verteilten im fahrenden Objekt Notenblätter - und legten los.
Thomas Rottenberg, Der Standard, 21. März 2003


5 Jahre Arnold Schönberg Center
Wien und die Welt beim Festkonzert. Seit fünf Jahren leistet sein initiativer Leiter Christian Meyer gründlich Informationsarbeit in Sachen Schönberg: Hervorragende Ausstellungen - von Schönberg in Wien, Berlin und den USA über die malerischen Arbeiten und das theoretische Werk bis zum »Gottesbegriff«; von Mai bis September ist »Schönberg, Mahler, Zemlinsky, Schreker« zu sehen -, wichtige Vorträge, Seminare und Workshops, unzählige Kammerkonzerte und neue Kontakte haben das Institut international bekannt gemacht.
Nun feierte das Schönberg Center mit prominenten Gästen Geburtstag: Mitglieder der Familie Schoenberg kamen, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Kunststaatssekretär Franz Morak hielten Festreden und freuten sich zu Recht darüber, daß Schönberg »nach Hause« gefunden hat und nicht in einem Berliner Museum gelandet ist; und Komponisten, Verleger, Sponsoren, Schönberg-Fans feierten mit.
Eine erlesene Schar dem Center verbundener Künstler widmete sich Schönbergs Schaffen: René Staar und Johannes Marian führten die Phantasy for Violin with Piano Accompaniment op. 47 mit schwereloser Eleganz auf; das Altenberg Trio spielte das Streichsextett »Verklärte Nacht« in der selten aufgeführten Klaviertrio-Fassung des großen Pianisten Eduard Steuermann; Ildikó Raimondi - die mit sinnlich leuchtendem Sopran - und das aron quartett präsentierten Teile aus dem II. Streichquartett; Otto Brusatti moderierte …
Auch an heiteren Pointen mangelte es nicht: Dafür sorgten Max Hoffmann, Akkordeonist Alfred Melichar und Sopranistin Agnes Palmisano mit ihrem skurrilen »Schönberg Expreß«, der auch als Projekt im öffentlichen Verkehr für Aufmerksamkeit sorgte (Regie: Nadja Kayali): Schönberg auf dem Akkordeon - und vom Publikum mitgepfiffen! Das gab's noch nie, obwohl Schönberg selbst sich eigentlich gewünscht hatte, daß die Leute nicht auf seine Melodien pfeifen, sondern sie auf der Straße selbst pfeifen … Dazwischen hörte man auch noch einzelne Nummern aus den »Brettl-Liedern« und dem »Buch der hängenden Gärten«.
Karlheinz Roschitz, Österreichische Musikzeitschrift, Mai 2003


Pierrot träumt im Mondlicht …
»O alter Duft aus Märchenzeit, berauschest wieder meine Sinne!« Julia Stemberger träumt sich mit Albert Girauds Lyrik und Arnold Schönbergs Musik in »sel'ge Weiten«: Im Wiener Schönberg Center debütierte sie als Interpretin des »Pierrot lunaire«-Zyklus - unterstützt vom hervorragenden Kammermusikensemble unter Führung ihres Gatten Christian Altenburger …
Stemberger mildert die grellen Farben, skurrilen Momente und grotesken Situationen des »Pierrot«: Sprachlich rückt sie von bizarren und exaltierten Momenten ab, sorgt für feine Poesie und duftige Atmosphäre rund um den Altar des Dandys von Bergamo.
Karlheinz Roschitz, Kronen Zeitung, 10. Mai 2003


Wie die musikalische Avantgarde entstanden ist
Mahler, Schreker, Zemlinsky sind Themen einer Schau im Arnold Schönberg Center
»Wie kann Mahler bei der IV. etwas können, wo er doch schon bei der I. nichts gekonnt hat«. So kommentierte Arnold Schönberg die Erstaufführung von Gustav Mahlers vierter Symphonie. Wenige Jahre später war Mahler für Schönberg der »größte Künstler«, den er auch unter dem Titel »Vision« auf Leinwand festgehalten hat. …
Mahler hat Schönberg gefördert, Zemlinsky war sein Lehrer und Schwager, Schreker wurde vom Gegner zum Freund - Briefe, Partituren, Bilder und Devotionalien dokumentieren eine sehr bewegte Zeit des Aufbruchs. … Eine Ausstellung zum Sehen, Er-lesen und Er-hören, die auch Kennern neue Einblicke gewährt.
Peter Jarolin, Kurier, 14. Mai 2003



»Freunde« und »Förderer« des Arnold Schönberg Center

Seit der Eröffnung des Arnold Schönberg Center in Wien 1998 hat sich unsere Stiftung zu einem Zentrum der Schönberg-Forschung sowie zu einem der interessantesten Wiener Veranstaltungs- und Ausstellungsorte entwickelt. Von Beginn an haben auch private Sponsoren unsere Arbeit finanziell unterstützt. Dies wurde möglich, da das Arnold Schönberg Center über einen steuerbegünstigten Status sowohl in Österreich als auch in den USA verfügt. Spenden an unsere Stiftung können von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.
Mit Frühjahr 2000 hat das Arnold Schönberg Center in Wien in Fortsetzung der »Friends of the Arnold Schoenberg Institute« in Los Angeles die »Freunde des Arnold Schönberg Center« ins Leben gerufen und wirbt um Mitglieder, welche die wissenschaftliche Arbeit des Center unterstützen. Mit einem Jahresbeitrag von mindestens Eur 75 wird man »Freund des Arnold Schönberg Center«, mit mindestens Eur 1.000 Jahresbeitrag erhält man den Status eines »Förderers des Arnold Schönberg Center«. »Freunde« und »Förderer« informieren wir regelmäßig über die wissenschaftlichen Projekte des Arnold Schönberg Center.

Information:
Telefon: (+43/1) 712 18 88-15 DW
e-mail: direktion@schoenberg.at

Das Arnold Schönberg Center bittet weiters um Spenden für die wissenschaftliche Arbeit am Center. Dieser Newsletter-Ausgabe liegt ein Erlagschein bei, mit welchem Sie mit einem beliebig hohen Beitrag diese Arbeit unterstützen können. Auch diese Spenden sind in Österreich und in den USA steuer-begünstigt.


Subskription »Journal of the Arnold Schönberg Center«

Mit unserem wissenschaftlichen Periodikum setzen wir die 1976 in Los Angeles begonnene Reihe »Journal of the Arnold Schoenberg Institute« fort. Die bislang erschienenen Jahrgänge des Journals sind - mit Ausnahme weniger bereits vergriffener Nummern - nach wie vor über das Arnold Schönberg Center zu beziehen.
In der Subskription ist im laufenden Jahr nachstehende Publikation enthalten, welche für Subskribenten mit 10% Sonderrabatt am Arnold Schönberg Center bezogen werden können:

Arnold Schönberg und sein Gott - Bericht zum Symposium 2002
JASC 5/2003 (Eur 36), erscheint im Herbst 2003

In den kommenden Jahren wird sich das JASC weiterhin an der Jahresthematik des Center orientieren und ein- bis zweimal jährlich erscheinen. Die »Journals of the Arnold Schönberg Center« und die Sonderpublikationen sind für Subskribenten zu ermäßigten Preisen erhältlich.

Schönberg-Wein

Die Weingärtnerei Pferschy-Seper in Mödling hat in Kooperation mit dem Arnold Schönberg Center einen »Schönberg-Wein« kreiert. Die Taufe des neuen »Schönberg-Weins« fand am 1. Mai 2003 im Rahmen eines Open House im Mödlinger Schönberg-Haus statt. Abgefüllt wurden die Sorten »Zweigelt« und »Weißburgunder« des Jahrganges 2002.
Das Aquarell »Anbrechen der Morgendämmerung in Hoisen bei Gmunden« von Arnold Schönberg schmückt die von Bohatsch Visual Communication gestalteten Etiketten. Schönberg malte es im August 1905 während seines Aufenthaltes in »Hoisen« am Fuße des Traunsteins in Oberösterreich. Gemeinsam mit Schönberg verbrachten Alexander Zemlinsky, Schönbergs Schüler Victor Krüger mit seiner Familie und die Brüder Arnold und Eduard Rosé ihren Sommerurlaub in Hoisen.

Bestellungen:
Weingärtnerei Pferschy-Seper
Schillerstraße 6, 2340 Mödling
Telefon: (+43/2236) 270 70
www.pferschy-seper.at

Preis:
Euro 9 – 1 Flasche
Euro 19 – 2 Flaschen im Karton


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