Newsletter
Edition 12,  März 2004 – August 2004

Inhalt

Editorial
Aus dem Archiv
Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg
Avenir Foundation Forschungsbeihilfe
Neuerscheinungen 2003
Neuerscheinungen 2004
Freunde des Arnold Schönberg Center
Pressestimmen
Kunstreise nach Paris



Editorial

Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Center,
sehr geehrte Damen und Herren!

»Arnold Schönbergs Schachzüge« haben wir zum Jahresthema 2004 gewählt. Es kann kein Zufall sein, daß sich Schönberg just zu jener Zeit, als er die Zwölfordnung der Töne verwirklichte, auch mit einer revolutionären Weiterentwicklung des Königsspiels, seines Koalitions-Schachs, beschäftigte. Vielfältige Spiele-Konstruktionen und abwechslungsreiche Zwölfton-Werke entspringen nach Ende des Ersten Weltkrieges Schönbergs rastlosem Schöpfergeist, welchem wir in einem mehrtägigen internationalen Symposium, in begleitenden Konzerten und in der heurigen Festwochen-Ausstellung am Arnold Schönberg Center breiten Raum einräumen.
Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch für 2004 vielfältige internationale Kooperationen vorbereitet, von welchen hier stellvertretend die größten erwähnt seien. Die Ausstellung »Schoenberg, Kandinsky, and the Blue Rider« und damit die erste umfassende Schau des Malers Arnold Schönberg an einem bedeutenden US-amerikanischen Museum ging im Februar am New Yorker Jüdischen Museum zu Ende. Mit ihr gelang 70 Jahre nach Schönbergs Immigration endlich auch in den Vereinigten Staaten die triumphale Bestätigung seiner bildenden Kunst. Auch Ausstellungsbeteiligungen in Verona (Palazzo Forti - »La creazione ansiosa. Da Picasso a Bacon), die mit einem Preis für die beste italienische Sonderausstellung ausgezeichnet wurde, in Paris (Musée d'Orsay - »Aux origines de (Museum Bochum - »Das Recht des Bildes. Jüdische Perspektiven in der modernen Kunst«) und in Ludwigshafen (Wilhelm-Hack-Museum - »Der Blaue Reiter. Die Befreiung der Farbe«) sind Zeichen des stetig steigenden Interesses für Schönbergs bildnerisches Werk.
Im Sommer 2004 ist erstmals ein repräsentativer Querschnitt am Egon Schiele Art Centrum Cesky Krumlov (Tschechische Republik) zu sehen, im Herbst gehen mehrere Bilder nach Paris, wo sie am Musée national d'Art moderne Centre Georges Pompidou sowie am Musée de la musique/Cité de la musique in Sonderausstellungen gezeigt werden. Das Yeshiva University Museum New York zeigt die Ausstellung »Vienna: Jews and the City of Music, 1870 - 1938« (8. Februar bis 30. Juni), welche 2003 mit großem Erfolg am Jüdischen Museum Wien zu sehen war, und auch heuer beteiligen wir uns wieder mit Leihgaben an den Frühjahrsausstellungen des Jüdischen Museums Wien, »Wien, Stadt der Juden. Die Welt der Tante Jolesch« (19. Mai bis 31. Oktober), »Continental Britons. Musik des Aufbruchs: Hans Gál und Egon Wellesz« (25. Februar bis 2. Mai). Dieser Kooperation entspringt zudem das Vorhaben, erstmals sämtliche Streichquartette des Schönberg-Schülers und ersten -Biographen Egon Wellesz, dazu zwei Quartette seines Studienkollegen Hans Gál, in fünf Konzerten aufzuführen.
In Zagreb finden von 1. bis 3. April in Kooperation unserer Stiftung mit dem Cantus und dem Merlin Ensemble Schönberg-Tage mit Konzerten, Workshops und Vorträgen statt. Peter Mussbachs Neuinszenierung von Schönbergs »Moses und Aron« an der Berliner Staatsoper Unter den Linden unter der Leitung von Daniel Barenboim (Vorstellungen im April, Juni und Juli 2004) begleiten wir mit einer Ausstellung und einem Symposium zum Thema »Arnold Schönbergs ›Moses und Aron‹ - Aufgabe des Übersetzens«, an welchem zudem das Wissenschaftskolleg zu Berlin beteiligt ist (25. bis 27. Juni 2004).
Seit Januar 2004 betreibt unsere Stiftung eine eigene Webradio-Station. Wir sind stolz darauf, damit als eine der ersten deutschsprachigen Kulturinstitutionen rund um die Uhr im Internet präsent zu sein. Darüber hinaus ist ab sofort das Gesamtwerk Schönbergs über unsere website anzuhören. Details dazu sowie zu den jüngsten Entwicklungen unserer Forschungs- und Katalogisierungsvorhaben finden Sie im Bericht Aus dem Archiv sowie im Veranstaltungskalender, der auch das Webradio-Programm beinhaltet.
Freuen durften wir uns einmal mehr über prominente Besucher: Thomas Hampson studierte die Datenbanksysteme unseres Hauses, die deutschen Dirigenten Christian Thielemann und Ingo Metzmacher waren von den Archivbeständen ebenso angetan wie die finnische Komponistin Kaija Saariaho. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1100-Jahr-Jubiläum der Stadt Mödling besuchten ehemalige jüdische Bürger, welche in den 30er und 40er Jahren emigrierten, auf Einladung des Bürgermeisters ihre frühere Heimatstadt. Neben dem Wiederaufleben persönlicher Erinnerungen wurden auch wichtige Orte der Mödlinger (Kultur-)Geschichte aufgesucht, unter anderem Beethovens Wohnung und das Schönberg-Haus.
Die Zahl an Freunden unserer Stiftung steigt ständig und damit die finanziellen Möglichkeiten, die uns aus ihren Spenden für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stehen. Nach Moskau (2001) und Madrid (2003) wollen wir mit unseren Freunden im Oktober 2004 nach Paris reisen, um auf Schönbergs Spuren zu wandern und die beiden Ausstellungen mit Schönberg-Bezügen zu besuchen. Über zahlreiche Anmeldungen und auf ein Wiedersehen bei einer der nächsten Veranstaltungen freut sich

Ihr
Dr. Christian Meyer
Direktor


Aus dem Archiv

Digitalisierungsprojekt

Arnold Schönberg verfügte im Jahr 1951, seine gesamte Korrespondenz - die an ihn gerichteten Briefe im Original sowie jene von ihm verfaßten Briefe in Form von Entwürfen bzw. Durchschlägen - nach seinem Tod in der Library of Congress in Washington, D.C., aufzubewahren. Die etwa 21.000 Korrespondenzstücke und 35.000 beschriebene Seiten umfassende Sammlung gibt nicht nur über seinen künstlerischen und biographischen Werdegang Auskunft, sondern legt auch beredtes Zeugnis von einem halben Jahrhundert Kultur- und Geistesgeschichte ab, in dem Albert Einstein, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, Thomas Mann, Karl Kraus, Gustav Mahler und Richard Strauss gleichermaßen »federführend« waren und mit Arnold Schönberg substantiellen Gedankenaustausch pflegten. Verlagskorrespondenz, Werkanalysen, eine Postkarte von Egon Schiele, Weihnachts- und Geburtstagsgratulationen seiner Schüler und Freunde, Kostenvoranschläge für Mobiliar, Patentschriften, Geburtsanzeigen, Kondolenzschreiben, Leserbriefe und Urlaubsberichte finden sich neben Tantiemenabrechnungen, Probenplänen, Gerichtsunterlagen oder auch Aufzeichnungen über Schönbergs Telefonate.
Um diese bislang großteils unpublizierten Dokumente einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, führt das Arnold Schönberg Center in Kooperation mit Belmont Music Publishers, Los Angeles, und der Library of Congress, Washington, D.C., seit Herbst 2003 ein Digitalisierungsprojekt der Schönberg-Korrespondenz durch, welches bis Ende des Jahres die Veröffentlichung der kompletten Sammlung als Farbfaksimiles im Internet vorsieht. Sämtliche Korrespondenzstücke werden zunächst in Druckqualität digitalisiert und nach Abschluß des Projekts in einer qualitativ dem Internetstandard angepaßten Auflösung über die bereits bestehende umfangreiche Quellendatenbank auf www.schoenberg.at abrufbar sein. In einem weiteren Schritt wird angestrebt, den digitalisierten Bestand der Library of Congress durch Scans weltweit verstreuter originaler Schönberg-Briefe aus privaten und öffentlichen Sammlungen zu ergänzen. Das ambitionierte und weltweit bislang umfangreichste Digitalisierungsprojekt eines Musikerbriefwechsels wird durch das Arnold Schönberg Center, Belmont Music Publishers und die Avenir Foundation, Wheat Ridge/Colorado, finanziert. Ein »analoges« Gesamtverzeichnis der Korrespondenz wurde im »Journal of the Arnold Schoenberg Institute« (Vol. XVIII/XIX - 1996/97) veröffentlicht und ist über das Center beziehbar.

Webradio

Seit Dezember 2003 sendet das Arnold Schönberg Center über www.schoenberg.at ein Webradio-Programm, mit dem nicht nur über laufende Veranstaltungen, Symposia und Ausstellungen informiert, sondern auch ein Höreindruck von den vielfältigen audiovisuellen Quellen aus dem Archiv gegeben werden soll. Dokumentationen über Schönbergs Leben und Werke, Interviews mit Zeitgenossen und Familienmitgliedern, wissenschaftliche Vorträge sowie aktuelle und historische Aufnahmen seiner Kompositionen entwerfen ein umfassendes (Hör-)Bild des Komponisten, Malers, Schriftstellers, Pädagogen, Theoretikers und Erfinders. Links zu den am Center aufbewahrten und im Internet farbfaksimilierten autographen Handschriften, zu Programmeinführungen und zur umfangreichen Schönberg-Diskographie visualisieren die auditive Begegnung mit einer herausragenden Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Das deutsch- und englischsprachige Programm wird nonstop gesendet, wöchentlich neu gestaltet und durch Liveübertragungen von musikalischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen ergänzt (Systemvoraussetzungen: ISDN/DSL/ADSL).
In Erweiterung des umfangreichen Werkverzeichnisses auf unserer website sind sämtliche Kompositionen nunmehr auch ungekürzt hörbar, darunter die vollendeten Instrumental- und Vokalwerke mit und ohne Opuszahlen, Bearbeitungen sowie eine Auswahl von Fragmenten. Das Angebot soll durch eine Reihe von historischen Aufnahmen sowie Live-Mitschnitten von Veranstaltungen am Arnold Schönberg Center sukzessive ergänzt werden. Durch die Überspielung sowie Restaurierung audiovisueller Medien aus dem Schönberg-Nachlaß sind nunmehr erstmals Schönbergs Dirigate und Probenmitschnitte zwischen 1927 und 1940 (darunter die Pariser Uraufführung der Suite op. 29, Proben zur Uraufführung des »Kol Nidre« op. 39, Mitschnitte von »Verklärte Nacht« op. 4, »Lied der Waldtaube« und der Oper »Von heute auf morgen« op. 32) ebenso wie Aufnahmen seiner (Rundfunk-)Vorträge, Interviews und Werkeinführungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Das Geschenk eines Diktiergeräts (Webster Wire Recorder) durch seine Schülerin Clara Silvers setzte Schönberg 1948 in die Lage, neben Briefdiktaten auch einige für seine Kinder verfaßte Märchen aufzunehmen. Die auf Draht konservierten privaten Stimmaufzeichnungen sind ebenfalls im Internetkatalog des Archivs als streaming audio files enthalten.

Therese Muxeneder
Archiv


Avenir Foundation Forschungsbeihilfe

Die Avenir Foundation, Wheat Ridge/Colorado, fördert unsere Stiftung mit der Auflage, internationalen Studenten und Wissenschaftlern aus den jährlichen Zinserträgen des zur Verfügung gestellten Kapitals Reise- und Aufenthaltsstipendien für deren Forschung am Arnold Schönberg Center zu vergeben.
Die Arnold Schönberg Center Privatstiftung unterstützt daher wissenschaftliche und archivarische Forschung durch die Vergabe von Forschungsbeihilfen. Empfänger der Beihilfen arbeiten am Arnold Schönberg Center und beziehen eigene Projekte unmittelbar auf Arnold Schönbergs Leben und Werk.
Eine Forschungsbeihilfe umfaßt:

o Wohnmöglichkeit im Schönberg-Haus in Mödling während eines zweiwöchigen Forschungsaufenthaltes (bei größerem Projektumfang besteht die Möglichkeit der Verlängerung)
o Netzkarte für öffentliche Verkehrsmittel in Wien und Mödling
o Tagesdiäten
o Reisekostenzuschuß nach und von Wien
o Nutzung der Infrastruktur von Archiv und Bibliothek des Arnold Schönberg Center

Informationen über den Sammlungsbestand und die Einrichtungen des Center können über die website www.schoenberg.at abgerufen werden.

Anträge für Forschungsbeihilfen werden schriftlich an die Direktion des Arnold Schönberg Center gestellt:
Arnold Schönberg Center Privatstiftung
Direktion
Schwarzenbergplatz 6 A - 1030 Wien
e-mail: direktion@schoenberg.at
Information: Telefon (+43/1) 712 18 88 -30 (Therese Muxeneder)

Anträge werden innerhalb von drei Monaten nach Einlangen bearbeitet.
Dem Antrag sind beizufügen:
o Projektbeschreibung
o Curriculum vitae
o Empfehlungsschreiben der Schule/Universität (nur Studenten)


Empfänger einer Avenir Foundation Forschungsbeihilfe 2003:

Áine Heneghan, Trinity College Dublin, Ireland
Jean-Jacques Dünki, Basel, Switzerland
Florian Heesch, Universität zu Köln, Germany
Ralf-Alexander Kohler, TU Berlin, Germany
Stephen Peles, University of Alabama, Tuscaloosa, USA
Sokol Shupo, Universiteti i Tiranës, Albania

Weitere durch die Avenir Foundation geförderte Projekte am Arnold Schönberg Center:
o Multimediale Ausstellung zu Leben und Werk Arnold Schönbergs (1874 - 1951)
o Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs
o Digitalisierung des Arnold Schönberg-Briefwechsels

Aktivitäten des Wissenschaftszentrums Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Im Zuge der Vorbereitung der Kritischen Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs wurden bereits zahlreiche Schriften transkribiert. Anfang April werden wir nun damit beginnen, diese Transkriptionen ins Internet zu stellen; sie werden - gemeinsam mit allgemeinen Informationen zu Schönbergs Schriften sowie zu den Richtlinien der Übertragung - über die website des Arnold Schönberg Center zugänglich sein.
Der neue Gastprofessor, Elmar Budde, hat im Oktober mit seiner Lehrtätigkeit am Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg begonnen. Im WS 2003/04 hielt er die Vorlesung »Erscheinungsformen des Visuellen und Bildhaften in der Komposition der Wiener Schule« sowie das Seminar »Zur Klaviermusik der Wiener Schule«. Im Sommersemester 2004 wird er nun die Vorlesung »Die Orchestermusik der Wiener Schule« sowie das Seminar »Zum Liedschaffen der Wiener Schule« (letzteres gemeinsam mit Therese Muxeneder) abhalten. Weiters betreut er in einem Seminar wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden.
Ende 2003 hat Thomas Brezinka beim unterzeichnenden Institutsleiter die Dissertation »Erwin Stein (1885 - 1957). Ein Musiker in Wien und London« abgeschlossen. Die ausgezeichnete Arbeit, die Leben und Wirken des bedeutenden Schönberg-Assistenten, Dirigenten, Komponisten und Musiktheoretikers akribisch aufarbeitet, wird in der Schriftenreihe des Instituts publiziert werden.
In der Zeit vom 12. bis 15. Dezember 2003 fand im Konzertsaal am Rennweg, im Arnold Schönberg Center und im Schönberg-Haus Mödling der große internationale Hanns-Eisler-Kongreß statt, der vor allem neue Erkenntnisse zu Eislers Wirken in Wien und Mexiko brachte. Auch Nuria Schoenberg Nono konnte durch persönliche Erinnerungen Wesentliches zur Persönlichkeit des bedeutenden Schönberg-Schülers beitragen. Die Ergebnisse dieses Symposiums werden in einem Symposiumsbericht veröffentlicht.
Ähnliches ist von unserem Symposium »Arnold Schönberg und Frankreich« zu berichten, das in der Zeit vom 15. bis 17. Januar 2004 im Arnold Schönberg Center sowie in Mödling stattfand. Vortragende aus Österreich, Frankreich, Deutschland und der Schweiz beleuchteten die mannigfaltigen »französischen Kontakte« Schönbergs, und drei Konzerte gaben Gelegenheit, die gegenseitigen Beeinflussungen auch akustisch nachzuvollziehen.
Am 23., 24. und 25. März 2004 veranstaltet das Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg gemeinsam mit dem Egon-Wellesz-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde und dem Jüdischen Museum Wien ein Begleit-Symposium zur Ausstellung »Continental Britons. Hans Gál und Egon Wellesz« (25. Februar bis 2. Mai). Mit diesem Symposium, das einen weiteren bedeutenden Schönberg-Schüler in den Blick nimmt, wird der »Steinerne Saal« des Musikvereinsgebäudes eröffnet, der vor allem wissenschaftliche und pädagogische Veranstaltungen beherbergen wird. Genaue Auskünfte über Zeitplan und Inhalt des Symposiums erhalten Sie im Institut.

Hartmut Krones

Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
c/o Arnold Schönberg Center
Schwarzenbergplatz 6, Eingang Zaunergasse 1, A-1030 Wien
Telefon: (+43/1) 712 18 88-17 und 18 DW


Freunde des Arnold Schönberg Center

Freunde des Arnold Schönberg Center unterstützen die wissenschaftliche Arbeit unserer Stiftung. Die Forschungsprojekte umfassen die Konservierung und Restaurierung autographer Manuskripte aus dem Schönberg-Nachlaß, die Digitalisierung von zehntausenden Seiten an Musik- und Textmanuskripten sowie die Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs.
Gefördert wird weiters der Ankauf von Briefen, Erstausgaben und historischen Dokumenten, die Forschungsförderung der Schönberg-Stiftung und die Vermittlung von Schönbergs Werk und Wirken an Interessierte aller Alters- und Ausbildungsstufen.
Die Mitgliedschaft bietet Freunden viele Vorteile: Freunde erhalten Belegexemplare der wissenschaftlichen Publikationen des Arnold Schönberg Center, Rabatte auf Abonnement-Zyklen und Konzerte, freien Eintritt in die Ausstellungen, Ermäßigungen auf spezielle Shopartikel und regelmäßige Informationen (Veranstaltungskalender, Newsletter und Ausstellungsbroschüren).
Zusätzlich wird jährlich eine exklusive Kunstreise organisiert. Der Freunde-Jahresbeitrag von jährlich mindestens Euro 75 kann mit dem diesem Newsletter beiliegenden Erlagschein ebenso bezahlt werden wie weitere Spenden für die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit des Arnold Schönberg Center. Freunde außerhalb Österreichs werden gebeten, den Betrag mit Kreditkarte zu begleichen. Ihre Spende kann in Österreich und den USA von der Einkommensteuer abgesetzt werden.

Arnold Schönberg Center
Information: Alena Salvini-Plawen
Telefon: (+43/1) 712 18 88-15 DW
e-mail: direktion@schoenberg.at



Pressestimmen


Kandinsky and Schoenberg, Seen and Heard on Canvas
When it comes to "Schoenberg, Kandinsky, and the Blue Rider" at the Jewish Museum, we can be grateful on two counts. First, in a time when recorded music often wafts through museum exhibitions, the organizers of this show have refrained from making us listen while we look - even though they might have claimed every right to do so. The show examines a historical intersection of art and music: the friendship between the Viennese Modernist composer Arnold Schoenberg and the Russian Modernist painter Wassily Kandinsky. But fortunately, musical accompaniment has been limited to the Acoustiguide, which in this case is a valuable aid that I recommend listening to - at least the musical selections - with eyes shut. Kandinsky's roiling paintings, radical in their time, may have lost much of their ability to shock, assuming a secure place in both the history of art and public consciousness. But Schoenberg's tumultuous music, like Malevich's "Black Square," remains relatively unassimilated, emblematically modern. It demands your complete attention and is not about to fade quietly into any easy-listening background. The second cause for gratitude is that Schoenberg was himself a painter, a genuine if somewhat capricious hit-and-miss one. His efforts, usually small and often wan, center on self-portraits and are variously outsiderish, nearly abstract and conventionally representational. The last category includes a series of full-size portraits of friends, which he painted on commission in an attempt to support himself. The 36 Schoenberg paintings here outnumber all else and add a wonderful emotional weight to the visual firepower of the rest of the show: 13 paintings by Kandinsky, as well as 12 by other members of the German Expressionist Blue Rider (Blaue Reiter) group, which flourished briefly just before the First World War - among them Franz Marc, Alexej von Jawlensky, August Macke, Albert Bloch and Gabriele Münter, Kandinsky's companion. Flitting in and out among more professional, fully committed visual statements, Schoenberg's images both disrupt and pull together the exhibition's visual narrative in an essential way.
Roberta Smith, The New York Times, 24. Oktober 2003

Erste Schönberg-Schau in New York - Kooperation mit Wien
Bereits um 11 Uhr hat sich eine kleine »queue« vor dem Jewish Museum am New Yorker Central Park gebildet. Eine Bedienstete des Museums fordert die Besucher auf, die Treppen freizuhalten. Als dann, wie jeden Morgen, die Flügeltüren aufschwingen, hat das etwas Feierliches. Zwischen 500 bis 1.500 Menschen kommen täglich in das Jüdische Museum ... Und für die meisten sei die aktuelle Ausstellung »eine absolute Novität«, erzählt der Associate Curator des Museums, Fred Wasserman. Denn daß Arnold Schönberg ein großer Komponist war, weiß in New York fast jeder. »Seine Malerei aber«, so Wasserman, »und seinen Einfluß auf die bildenden Künstler seiner Zeit kannte hierzulande kaum jemand.«
Christoph Hirschmann, Format, 21. November 2003

Symposium Der Maler Arnold Schönberg ...
Schönberg gilt unbestritten als der innovativste Komponist des vergangenen Jahrhunderts, und dieser Bedeutung verdankt sich ohne Zweifel das Interesse an seiner bildnerischen Produktion. Welchen Rang hat sie? Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweitägigen internationalen Symposiums. …Dilettant oder nicht? Mag sein, daß sich in Anbetracht der gegenwärtigen, schier grenzenlosen Erweiterung des Kunstbegriffs die Antwort erübrigt. In Moskau hatte eine Schönberg-Ausstellung 100.000 Besucher, in Madrid kamen 270.000 zu der Ausstellung »Analogias musicales« ... der Thyssen-Bornemisza-Stiftung, in der Schönberg neben Monet gehängt war. Schließlich ist mit Dubuffets Kategorie der »Art brut« der Unterschied zwischen Profi, Dilettant und Amateur aufgehoben. Und auch die Kunst der sogenannten Naiven und der psychotisch Kranken ist von jenem unbedingten Ausdruckswillen bestimmt, auf den sich Schönberg beruft: »Ich entscheide beim Komponieren nur durch das Gefühl, durch das Formgefühl … Jeder Akkord, den ich hinsetzte, entspricht einem Zwang …« Über seine Malerei sagt er dann 40 Jahre später: »Malen bedeutet für mich in der Tat dasselbe wie Komponieren.«
Paul Kruntorad, Österreichische Musikzeitschrift, November/Dezember 2003

Die Kunst und das Leben
Schönberg boomt - wer hätte es gedacht? Die beeindruckend hohe Anzahl wissenschaftlicher Kongresse, Ausstellungen und vor allem Publikationen zu Arnold Schönberg in den letzten Jahren bezeugt ein Interesse an dem Komponisten und seiner Musik, das weit über gewöhnliche Jubiläumspietät (2001 war das fünfzigste Todesjahr) hinausgeht. Trotz der Tatsache, daß das Konzertpublikum Schönbergs Musik immer noch als sperrig empfindet (außer früheren tonalen Werken wie das Streichsextett »Verklärte Nacht«), sind Hauptwerke wie »Pierrot lunaire«, die Fünf Stücke für Orchester op. 16 oder seine Opern »Erwartung« und »Moses und Aron« im Repertoire fest etabliert; bestätigt wird diese Beobachtung dadurch, daß fast alle seiner Werke, und die meisten von ihnen in mehreren Interpretationen, auf Compact Disc greifbar sind. Das 1998 eröffnete und großzügig ausgestattete Arnold Schönberg Center in Wien, das das ehemalige Arnold Schoenberg Institute in Los Angeles abgelöst hat, ist ein Motor für viele Aktivitäten, aber zugleich ist seine Existenz ein Zeichen für Schönbergs neue Relevanz.
Anne C. Shreffler, Neue Zürcher Zeitung, 10./11. Januar 2004


Kunstreise nach Paris

Paris ist immer eine Reise wert! Die dritte Studienreise für Freunde des Arnold Schönberg Center führt uns im Herbst 2004 in die Stadt des Lichts. Arnold Schönbergs letzte Station vor seiner Emigration in die USA war Paris, und wir nehmen zwei Ausstellungen mit Schönberg-Bezügen zum Anlaß für eine viertägige Reise. Am Centre Pompidou werden wir die spektakuläre Herbst-Ausstellung »Musique et Arts Plastiques au 20e siècle« besuchen und an der Cité de la musique »Le Troisième Reich et la musique«.
Geplant sind außerdem weitere Ausstellungs- und Konzertbesuche sowie Stadtrundgänge. Reservieren Sie schon jetzt diese Oktober-Tage! Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten ab Juli 2004 detaillierte Reiseinformationen per Post, Internet und persönlich.

Arnold Schönberg Center
Information: Alena Salvini-Plawen
Telefon: (+43/1) 712 18 88-15 DW
e-mail: direktion@schoenberg.at

Seitenanfang
Home >  Schönberg Center > Newsletter > Edition 12