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Edition 19, September 2007– Januar 2008

Editorial
Aus dem Archiv
Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg
Freunde des Arnold Schönberg Center
Avenir Foundation Forschungsbeihilfe
Schönberg klingt schön!


Editorial

Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Center!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Wintersemester befaßt sich unsere Stiftung mit dem Thema »Der junge Schönberg«. Damit greifen wir einen Vorschlag von Reinhard Kapp, Mitglied unseres Stiftungsbeirats, auf, der darauf hinwies, daß man gerade zu dieser in unserem Archiv wenig dokumentierten Schaffensperiode Arnold Schönbergs auf neue Erkenntnisse hoffen dürfe. Bevor der 25jährige mit dem Streichsextett »Verklärte Nacht« im Jahr 1899 sein erstes bekanntes, ja vielleicht sein berühmtestes Werk überhaupt schrieb, hatte er bereits eine Reihe von beachtlichen Stücken geschaffen, darunter eine größere Anzahl an Liedern und Kammermusik. Welches Umfeld, welche Persönlichkeiten den heranwachsenden Komponisten prägten, der an keiner Hochschule eine musikalische Ausbildung genoß und dennoch selbst einer der großen Lehrer werden sollte, wird ebenso zu untersuchen sein wie die Genese der frühen Werke, die zunächst in der Tradition von Wagner und Brahms, bald auch von Richard Strauss stehen, ehe Schönberg die Grenzen der Tonalität durchbricht und zum bedeutenden Neuerer der Moderne wird.

Den Beginn zu diesem Thema macht eine Sonderausstellung am Arnold Schönberg Center. Sie wird zu Schönbergs Geburtstag (13. September) eröffnet, an dem das traditionelle Geburtstagskonzert des Ensemble Kontrapunkte unter der Leitung von Peter Keuschnig stattfindet. All jene, die dem Konzert nicht beiwohnen, können es im Radio (ORF-Ö1) live mitverfolgen. In diesem und weiteren Konzerten steht das Frühwerk, insbesondere Schönbergs Liedschaffen, im Zentrum der Programmierung. Eine gute Gelegenheit zu einem Ausstellungsbesuch mit Konzert bietet die »Lange Nacht der Museen« am 6. Oktober, zu welcher auch das Schönberg Center seine Pforten bis tief in die Nacht hinein öffnet und mehrere Kurzkonzerte veranstaltet. Von 4. bis 6. Oktober findet schließlich ein internationales Symposium zum Jahresthema am Center statt. Es ist für Wissenschaftler und für die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich.

Mit besonderem Enthusiasmus wurde im Frühjahr das Kinderprogramm »Schönberg klingt schön!« aufgenommen. Die beiden Musikerinnen und Pädagoginnen Hanne Muthspiel-Payer und Elisabeth Aigner-Monarth präsentieren für SchülerInnen (7 bis 11 Jahre) über 90 Minuten Erzählungen, Spiele bis hin zu Live-Musik, und manch ein /e Nachwuchskünstler/inpfiff auf dem Nachhauseweg Schönbergs Melodien. Dank der Unterstützung der Stadt Wien und des Avenir Fonds können wir das »moderierte Kindermitmach-Konzert« fortsetzen und wollen es fortan regelmäßig anbieten, denn die vorurteilslose Begeisterung unserer jungen Besucher ist die schönste Bestätigung für die Notwendigkeit dieses Programmangebots. LehrerInnen können ihre Klassen ab sofort bei uns anmelden.

Im Frühjahr 2008 feiert das Arnold Schönberg Center sein zehnjähriges Jubiläum. Eine große Sonderausstellung und hochkarätige Konzerte sind in Vorbereitung. Noch wird nicht mehr verraten. Eine eigene Broschüre zu »10 Jahre Arnold Schönberg Center« erscheint im Herbst. Das Jahr 2007 brachte bereits bis zur Jahresmitte vielfältige

Schönberg-Aktivitäten am Center wie auch mit internationalen Partnern. Im Februar gab die Pianistin Mitsuko Uchida einen umjubelten Klavierabend mit Werken von Schönberg, Mozart, Beethoven und Schubert vor Gästen unseres Gründers BAWAG / PSK und wurde damit selbst zu einer Förderin unserer Stiftung. Zudem erzählte sie über ihr Verhältnis zu den aufgeführten Komponisten, über ihre Zeit an der Wiener Musikakademie und über den Bösendorfer-Flügel, den sie an diesem Abend spielte. Eine sehr lebendige, empfehlenswerte Einführung von Mitsuko Uchida zu Schönbergs Klavierkonzert op. 42 ist übrigens – mit mehr als 40 weiteren Kurz-Videos zu Schönberg-Themen – im Internet auf youtube.com/ascvideo zu finden.

Schönberg-Exponate sind auch dieses Jahr in mehreren Ausstellungen zu sehen. In Barcelona zeigte die Fundació Caixa Catalunya »Death Fugue: The Third Reich and Music«, am Jüdischen Museum in Wien ist noch bis 18. November »Beste aller Frauen. Weibliche Dimensionen im Judentum« zu sehen, und im Sommer/Herbst geht die Ausstellung »Eye-Music. Kandinsky, Klee and all that Jazz« nach England, erst in die Pallant House Gallery in Chichester, dann nach Sainsbury in Norwich. Die multimediale Dokumentar-Ausstellung reist nach fünf Stationen in den USA nunmehr durch Kanada, wo sie im Rahmen eines Schönberg-Symposiums und von Konzerten unter der Leitung von Professor James Wright, Carleton University / Ottawa im Juli zu sehen war und im Winter in Montreal präsentiert wird.

Internationale Schönberg-Forscher versammelten sich im Juni auf Einladung des Mannes College of Music in New York zu einem mehrtägigen Schönberg-Kongreß. Direktor Wayne Alpern gestaltete diesen in profund geleiteten Diskussionsforen; die Archivarin des Schönberg Center präsentierte die von unserer Stiftung angebotenen Services, insbesondere das neue Werk- /Quellenverzeichnis auf unserer Website www.schoenberg.at.

Eine besondere Freude war das Fest für Nuria Schoenberg Nono und Ronald Schoenberg, welche beide im Mai innerhalb weniger Wochen runde Geburtstage feierten. Ein Ensemble der Wiener Philharmoniker grüßte mit einer Melodie Schönbergs an seine Tochter Nuria, welche René Staar aus einem Schönberg-Fragment arrangierte. Freunde und prominente Gäste feierten im überfüllten Auditorium des Schönberg Center die beiden Jubilare, zuletzt sogar mit einem gemeinsam gesungenen Geburtstags-Ständchen von Arnold Schönberg. Mit vielen Feiern gehen wir nun in die neue Spielzeit – von Schönbergs Geburtstag im September bis zum Zehnjahresjubiläum des Arnold Schönberg Center 2008. Feiern Sie mit und nutzen Sie das vielfältige Angebot am Arnold Schönberg Center!

Mit besten Grüßen
Christian Meyer


Aus dem Archiv

Das aktuelle Projekt am Archiv des Center widmet sich einem neuen Katalog der Werke Arnold Schönbergs. Die Struktur dieser Datenbank orientiert sich an »Schubert Online«, einem »Content Management System« für Wiener Musikinstitutionen. Ein Verzeichnis der Werke Schönbergs kommt ohne seine Schriften ebenso wenig aus wie ohne die bildnerischen Werke. Letztere erfuhren 2005 in einer separaten Publikation als »Catalogue raisonné« eine umfassende Darstellung und Dokumentation. In der Anwendung des Werkbegriffs auf das Schönberg-Verzeichnis gehen wir von der Prämisse aus, einer kompositorischen, schriftstellerischen oder bildnerischen Ordnung der Dinge müsse in der Repräsentation nicht wesenhaft ihre Geschlossenheit innewohnen. Das heißt, daß auch Skizzen und Entwürfe ohne späteren Werkbezug beziehungsweise Fragmente in allen möglichen Graden der Ausarbeitung relevant sind. Bei der Konzeption der Online-Werkdatenbank kam nie in Frage, daraus die Notwendigkeit eines rein praktischen Werkkatalogs abzuleiten, sondern vielmehr eine Synthese aus systematischem, thematischem und chronologischem Verzeichnis anzustreben. Die technische Realisierung sieht die eigenständige Entscheidung des Benutzers für das eine oder das andere vor.

Das Schönberg-Werkverzeichnis (SWV) orientiert sich im musikalischen Bereich an der Struktur der Schönberg-Gesamtausgabe. Hierbei wird versucht, nicht nur die Kompositionen als solche aufzulisten, sondern viele damit verbundene Parameter mit zu berücksichtigen. Auf der obersten Ebene der Datenbank steht die Komposition, darin enthalten auch eine Vielzahl an Fragmenten sowie Skizzen und Entwürfe. An diesen Eintrag angeschlossen sind alle zugehörigen Quellen, also jene Informationen, die man in den Kritischen Berichten der Schönberg-Gesamtausgabe findet. Der Benutzer der Datenbank hat ferner Zugang zu den Scans der Quellen, so sie im Arnold Schönberg Center vorliegen, etwa 8.000 Digitalfaksimiles. Die Arbeit an dem Verzeichnis wurde erst in diesem Jahr begonnen, die Einträge sind daher noch nicht vollständig. Die Datenbank ist nach folgenden Parametern aufgebaut:
Titel (sortierbar nach Alphabet, Opuszahl und Datierung)
Werkgattungen (zeigt die Anzahl der in den Untergattungen jeweils vorhandenen Werke an)
Papiersorten (derzeit ca. 220 Papiersorten, zeigt ein kleines Vorschaubild sowie eine Liste der Werke an, in welchen die Papiersorte Verwendung findet; dieser Bereich ist eine wertvolle Datierungshilfe, da man kontextuelle Bezüge herstellen kann)
Volltextsuche
Kategoriensuche (Gattung – Untergattung – Besetzung – Personen – Opuszahl – Datierung – Uraufführung – Erstdruck – Standort – Signatur)
Die Nennung der Werke orientiert sich an jener der Schönberg-Gesamtausgabe bzw. an den deutschen und englischen Titeln der Erstausgaben. Ein kurzer Text informiert über das Entstehungsumfeld, die Widmung oder gibt Schönberg-Zitate zu den Werken wieder. Weiters sind Hinweise auf Fassungen und Bearbeitungen der Werke enthalten. Dieser Bereich kann später auch Einführungstexte enthalten, welche die Datenbank auch für ein breiteres Publikum und nicht nur für Wissenschaftler interessant machen.

Weiters werden die Eckdaten einer Komposition angegeben: von der ersten Skizze bis zum Abschluß einer Partitur. Undatierte Werke, darunter viele Fragmente, werden hinsichtlich geschätzter Zeiträume, die sich aus dem Quellenbefund ergeben, eingegrenzt. Einzel datierungen von Werken, die bestimmte Kompositionsabschnitte markieren, werden bei den Quellenbeschreibungen der Skizzen und Entwürfe nachgewiesen. Der Bereich der Datierungen von Werken orientiert sich nicht nur an der Gesamtausgabe, sondern am letzten Forschungsstand. (Seit dem Erscheinen der ersten Bände der Gesamtausgabe in den 1960er Jahren wurden einige Daten aufgrund neuer Forschungsergebnisse oder Manuskriptfunden revidiert.) Bei Vokalkompositionen sind sämtliche Textvorlagen in der jeweiligen Originalsprache angeführt, vom Liedfragment
bis zum Opernlibretto.

Man kann sich die Werke mittels eines Links zu einem mp3-file auch vollständig anhören. Dieser Bereich der Datenbank ist derzeit noch nicht vollständig ausgeführt, wir rechnen bis Jahresende mit der vollständig verfügbaren Verknüpfung der Werkeinträge zu Klangbeispielen. Bei Auswahl der unter einem Titeleintrag angeführten Quellen erscheint eine Quellenbeschreibung, die sich am Kritischen Bericht der Schönberg-Gesamtausgabe orientiert, sowie die Angabe der verwendeten Papiersorte. Im Falle bereits verlinkter Scans wird die Auswahlmöglichkeit »zum Notenmanuskript« angezeigt, wo Faksimiles einseh- und vergrößerbar sind.

Therese Muxeneder

Aktivitäten des Wissenschaftszentrums Arnold Schönberg am Institut für Musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Im Zuge der (abgeschlossenen) Arbeiten an unserem ersten FWF-Projekt (Vorbereitung der Kritischen Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs) sowie der seit Mai 2006 laufenden (und ebenso vom FWF finanzierten) Recherchen für das in das Gesamtunternehmen eingeschlossene Schönberg- Werkverzeichnis fanden inzwischen Besprechungen mit der Universal Edition statt, an denen die Familie Schoenberg, sowie die Leitung des Verlages teilgenommen haben. Dabei wurden grundlegende Übereinkünfte erzielt, auf deren Basis in den Tagen danach bereits technische Details von Format, Papier, Layout und Schrift überlegt werden konnten. Derzeit versuchen wir, die bestmögliche Lösung zu finden, welche sowohl den Text übersichtlich gestaltet als auch allen wissenschaftlichen Erfordernissen gerecht wird.

Vom 21. bis 23. Juni 2007 fand im Arnold Schönberg Center das vom Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg veranstaltete Symposium »Die Rezeption der Wiener Schule in Ost- und Südosteuropa« statt, das Forscher aus allen relevanten Ländern in Wien versammelte und ungemein zahlreiche und zum Teil sensationelle Ergebnisse brachte. Eine Fortsetzung erfuhr das Symposium dann am 6. und 7. Juli 2007
im Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig, wo die »Rezeption der Wiener Schule in Nordosteuropa« in den Blick genommen wurde und ebenfalls viele neue Erkenntnisse mit sich zog. Die Referate der beiden Symposien werden, in einem sicher umfangreichen Band zusammengefaßt, in der Schriftenreihe des Wissenschafts zentrums erscheinen.

Unser traditionelles Herbstsymposium wird vom 4. bis 6. Oktober 2007 stattfinden und dem Thema »Der junge Schönberg in Wien« gewidmet sein. Hier erwarten wir angesichts der inhaltlich genau umrissenen und akribisch aufeinander abgestimmten Vorträge zahlreiche neue Erkenntnisse über Schönbergs Jugend sowie über das speziell auf ihn einwirkende kulturelle Ambiente.

Im Wintersemester 2007/08 wird wieder Elmar Budde, unterstützt von Therese Muxeneder, unser »Schönberg-Professor« sein. Seine beiden Seminare, deren Termine Sie dem Veranstaltungskalender entnehmen können, sind den Themen »Musik als Sprache, Musik als Material« sowie »Ein führung in die Analyse dodekaphoner Musik« gewidmet und werden wie bisher sowohl von Studierenden der Musikuniversität als auch ganz allgemein von allen Interessenten bei freiem Eintritt besucht werden können.

Hartmut Krones

Freunde des Arnold Schönberg Center

Freunde des Arnold Schönberg Center unterstützen die wissenschaftliche Arbeit unserer Stiftung. Die Forschungsprojekte umfassen die Konservierung und Restaurierung autographer Manuskripte aus dem Schönberg-Nachlaß, die Digitalisierung von zehntausenden Seiten an Musik- und Textmanuskripten sowie die Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs. Gefördert werden weiters der Ankauf von Briefen, Erstausgaben und historischen Dokumenten sowie die Vermittlung von Schönbergs Werk und Wirken an Interessierte aller Alters- und Ausbildungsstufen. Die Mitgliedschaft bietet viele Vorteile: Freunde erhalten die wissenschaftlichen Publikationen des Arnold Schönberg Center (JASC), Rabatte auf Konzerte, freien Eintritt in die Ausstellungen, Ermäßigungen auf spezielle Shopartikel und regelmäßige Informationen (Veranstaltungskalender, Newsletter und Ausstellungsbroschüren). Zusätzlich werden
exklusive Kunstreisen organisiert. Der Freunde-Jahresbeitrag von jährlich mindestens C 75 kann mit dem jedem Newsletter beiliegenden Erlagschein ebenso bezahlt werden wie weitere Spenden für die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit des Arnold Schönberg
Center. Freunde außerhalb Österreichs werden gebeten, den Betrag mit Kreditkarte zu begleichen. Ihre Spende kann in Österreich und den USA von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.

Avenir Foundation Forschungsbeihilfe

Die Avenir Foundation, Wheat Ridge/Colorado, fördert unsere Stiftung mit der Auflage, internationalen Studenten und Wissenschaftlern aus den Zinserträgen des zur Verfügung gestellten Kapitals Reise- und Aufenthalts stipendien für Forschung am Arnold Schönberg Center zu vergeben. Die Arnold Schönberg Center Privatstiftung unterstützt daher wissenschaftliche und archivarische Forschung durch die Vergabe von Forschungsbeihilfen. Empfänger der Beihilfen arbeiten am Arnold Schönberg Center und beziehen eigene Projekte unmittelbar auf Arnold Schönbergs Leben und Werk.

Eine Forschungsbeihilfe umfaßt:
• Wohnmöglichkeit im Schönberg-Haus in Mödling während eines zweiwöchigen Forschungsaufenthaltes (bei größerem Projektumfang Verlängerungsmöglichkeit)
• Netzkarte für öffentliche Verkehrsmittel in Wien und Mödling
• Tagesdiäten
• Reisekostenzuschuß nach und von Wien
• Nutzung der Infrastruktur von Archiv und Bibliothek des Arnold Schönberg Center
Informationen über den Sammlungsbestand und die Einrichtungen des Center können über www.schoenberg.at abgerufen werden.

Anträge für Forschungsbeihilfen werden schriftlich gestellt:
Arnold Schönberg Center
Direktion
Schwarzenbergplatz 6
A -1030 Wien
direktion@schoenberg.at
Fax: (+ 43/1) 712 18 88- 88
Information: Therese Muxeneder
Telefon: (+ 43/1) 712 18 88-30
Anträge werden innerhalb von drei Monaten nach Einlangen
bearbeitet. Dem Antrag sind beizufügen:
• Projektbeschreibung
• Curriculum vitae
• Empfehlungsschreiben der Schule/Universität (nur Studenten)

Empfänger einer Avenir Foundation Forschungsbeihilfe seit März 2007:
Deborah How, Santa Monica/CA
Stefanie Rauch, Marburg

Weitere durch die Avenir Foundation geförderte Projekte am Arnold Schönberg Center:
• Multimediale Ausstellung zu Leben und Werk Arnold Schönbergs (1874 – 1951) »Eine Ausstellung zum Hören«
• Kritische Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs
• Digitalisierung des Schönberg-Briefwechsels
• Arnold Schönberg. Catalogue raisonné
• Arnold Schönberg. Kommentiertes Werkverzeichnis (Kompositionen, Schriften, Bildnerisches Werk)
• Arnold Schönberg – Educational Visions
• Schönberg klingt schön!

Schönberg klingt schön!
Ein moderiertes Mitmach-Konzert
Vermittlungsprogramm für 7- bis 11-jährige Kinder

Unter diesem Titel bietet das Arnold Schönberg Center Wien seit März 2007 ein Musikvermittlungs programm an, um SchülerInnen von sieben bis elf Jahren eine musikalische Begegnung mit Leben und Werk von Arnold Schönberg zu ermöglichen. Die Konzertpädagogin und Musikvermittlerin Hanne Muthspiel- Payer sowie die Pianistin und Klavierpädagogin Elisabeth Aigner-Monarth entwickelten ein Konzept für einen bunten, 90minütigen Streifzug durch Leben und Schaffen Schönbergs mit Live-Musik, Mitmachaktionen, Singen, Workshop- und Experimentierteil.

Im Mittelpunkt steht natürlich jener Komponist, der von der Tennis spielenden Moderatorin zu Beginn des Konzertes gesucht wird, weil sie mit ihm ein Tennismatch spielen möchte. Lebensgroße Bilder von Schönberg im Alter der jungen Konzertbesucher und auch als erwachsener Mann intensivieren die Begegnung. Die Pianistin verleiht Schönberg ihre Stimme und schlüpft für die Dauer des Konzerts in die Rolle des »Herrn Schönberg«. Da wird in seinem Familienalbum geblättert und das selbst erfundene Notenliniengerät ausprobiert, um die soeben im Chor gesungene Zwölftonreihe auch zu notieren. Viel gerätselt wird über das gezeigte Selbstportrait Schönbergs. Warum sein Gesicht wohl so blau ist?

Ausschnitte aus unterschiedlichen Klavierwerken (Klavierstück von 1894, op. 11/1, op. 25/Musette) werden von der Pianistin, dem »Herrn Schönberg«, in Konzertatmosphäre live gespielt und dabei entsteht auf der Filmleinwand das davon inspirierte Gemälde von Wassily Kandinsky, »Impression III«. Einen wichtigen Teil nimmt der Workshop ein. Hier wird das Prinzip der Zwölftonreihe vermittelt, indem die SchülerInnen zu einem Kinderklavier gruppiert werden. Auf dem Fuß boden liegt die Nachbildung einer großen Klaviertastatur und jedem Kind ist eine Taste zugeordnet, die durch ein entsprechendes
»Klangrohr« zum Tönen gebracht werden kann. Chromatisch hinauf und hinunter, dann in einer gewählten Abfolge – schon entsteht eine Reihe. Jetzt noch alles im Krebsgang – und damit die restlichen Schüler sich nicht langweilen, schreiten sie durch ein großes »Spiegeltor« und stel len auf der dahinter liegenden zweiten Klaviertastatur das musikalische Spiegelbild ihrer Klassenkameraden nach. Schon haben die Kinder die vier Grundformen der Zwölftonreihe selbst gespielt und nachvollzogen.

Anschließend wird mit diesem Tonmaterial eine Weltraummusik improvisiert: Sterne glitzern mit zwölf chromatischen Klangglocken zu den Weltraumklängen des Klaviers. Die anderen Kinder, die sich in Paaren zusammen gefunden haben, stellen pantomimisch die Sternenbilder dar, die in Spiegelbewegungen auf die Klangveränderungen reagieren. Um auch einen Eindruck von Arnold Schönberg als Geschichten erzählendem Vater zu bekommen, steht sein Märchen »Die Prinzessin« in Wort und Bild auf dem Programm. Die Veranstaltung neigt sich schon dem Ende zu und noch immer trällern die Kinder in den Gängen des Arnold Schönberg Center »Funiculì, Funiculà«, ein von Schönberg arrangiertes italienisches Lied.

Hanne Muthspiel-Payer und Elisabeth Aigner-Monarth

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