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Newsletter
Edition
8, April August 2001
Inhalt
Editorial
»Schönberg-Festival«
Sonderausstellung
Aus dem Archiv
Archivpraktikum
Forschungsbeihilfe des Arnold Schönberg Center
Arnold-Schönberg-Institut
Yale Summer Programs Course
Pressestimmen
Freunde
und Förderer des Arnold Schönberg Center
Subskription »Journal of the Arnold Schönberg Center«
Symposium »Arnold Schönberg
und sein Gott«, Call for papers
Editorial
Geschätzte Freunde des Arnold Schönberg Center,
sehr geehrte Damen und Herren!
Das Schönberg-Jahr 2001 bringt eine unübersehbare Fülle an Initiativen,
Publikationen und weltweiten Veranstaltungen. Das Arnold Schönberg Center
bietet aus diesem Anlaß viel-fältige inhaltliche Unterstützung, erweiterten
Zugang zu den in unserem Archiv bewahrten Schönbergiana, insbesondere
über die neu gestaltete Website, und zwei eigene Themenschwerpunkte: das
Jahresthema 2001 »Arnold Schoenberg in America« und das »Schönberg Festival«,
welches zwischen 20. April und 13. Juli 2001 in ganz Wien stattfindet.
Zu den wissenschaftlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerten
erscheinen eigene Broschüren, welche diesem Newsletter beiliegen.
Soeben haben wir den Themenschwerpunkt »Arnold Schönberg in Berlin« abgeschlossen,
der seit September 2000 jenen zehn Lebensjahren Schönbergs in der deutschen
Metropole gewidmet war, die reich an künstlerischen Höhepunkten
wie politischen Katastrophen - Werk und Wirken nachhaltig prägten. Am
mehrtägigen wissenschaftlichen Symposium, welches durch eine gut besuchte
Ausstellung, einen Workshop, Konzertveranstaltungen und Lesungen begleitet
wurde, nahmen zwei Doyens der Opernwelt teil, deren Andenken wir in Dankbarkeit
bewahren wollen: Kammersänger Walter Berry und Regisseur Götz Friedrich.
Auch Erich Schmid, der letzte lebende Schönberg-Schüler der Berliner Zeit,
dessen Werk in Symposium und Ausstellung eine eigene Abteilung gewidmet
war, verstarb im Dezember 93jährig in der Schweiz. Die Ausstellung »Arnold
Schönberg in Berlin« wird von 28. Oktober bis 16. Dezember 2001 an der
Berliner Akademie der Künste zu sehen sein.
Sehr erfreulich entwickelt sich die Nachfrage nach den von unserer Stiftung
bereitgestellten Forschungsbeihilfen, welche WissenschaftlerInnen aus
aller Welt die Forschungsarbeit am Arnold Schönberg Center finanziell
ermöglichen oder zu-mindest erleichtern soll. Ebenso positiv wurde vergangenes
Jahr die Fortsetzung des kalifornischen »Journal of the Arnold Schoenberg
Institute« im bereits rege subskribierten »Journal of the Arnold Schönberg
Center« aufgenommen, welches 2001 mit zwei Ausgaben fortgesetzt wird.
Und auch der Kreis von Freunden des Arnold Schönberg Center wächst kontinuierlich,
unterstützt auf diese Weise - steuerlich absetzbar - die wissenschaftliche
Arbeit unserer Stiftung tatkräftig.
Bedienen Sie sich der vielfältigen Angebote am Arnold Schönberg Center!
Ihr
Dr. Christian Meyer
Direktor
»Schönberg Festival«
20. April bis 13. Juli 2001
Im Rahmen des »Schönberg Festival« wird in Zusammenarbeit von Arnold Schönberg
Center und Wiener Kulturinstitutionen ein Großteil aus dem Œuvre Arnold
Schönbergs aufgeführt. Erweitert wird das Programm um Vorträge, Symposia,
Workshops, Ausstellungen, einen Musikanalysekurs der Yale University,
ein Open House in Mödling und die Verleihung des »Arnold Schönberg Preises
2001«.
Sonderausstellung
»Arnold Schoenberg in America«
am Arnold Schönberg Center
Im 50. Todesjahr Arnold Schönbergs widmet sich die fünfte Sonderausstellung
am Arnold Schönberg Center dem kompositorischen, theoretischen und pädagogischen
Wirken des Meisters in Amerika von 1933 bis 1951. Gezeigt werden Manuskripte,
darunter die Autographe der »Ode to Napoleon Buonaparte« und des »Survivor
from Warsaw«, biographische Dokumente und Memorabilia aus Schönbergs Nachlaß,
etwa zum »Doktor Faustus«-Streit mit Thomas Mann, welche nicht nur Einblick
in seine künstlerische Welt geben sondern auch Verbindungen zur Emigrantenszene
in Los Angeles beleuchten. Ein Querschnitt des in Amerika entstandenen
bildnerischen Werks sowie Bild- und Tonmaterial ergänzen die Sicht auf
Schönbergs amerikanisches Œuvre Dokumente des Exils ebenso wie
Reflexionen eines politisch engagierten Künstlers.
Bis Freitag, 13. Juli 2001
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 - 17 Uhr, feiertags geschlossen
Eintrittspreise inklusive Audioführer:
Erwachsene öS 70/Eur 5,09
Ermäßigt (Schüler, Studenten, ÖKS-Mitglieder etc.) öS 35/Eur 2,54.
Gruppenermäßigungen. 10% Ermäßigung: Wien-Card, Kultur Am.Puls-Karte,
Club Ö1-Mitglieder.
Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.
Führungstermine für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung:
(+43/1) 712 18 88-13 DW. Führung/Person: öS 20/Eur 1,45
Aus
dem Archiv
Das Arnold Schönberg Center legt mit seiner neugestalteten
und seit Februar 2001 verfügbaren zweisprachigen Website www.schoenberg.at
ein inhaltlich, systematisch und graphisch verbessertes und um ein Vielfaches
erweitertes Angebot vor. Der thematische Schwerpunkt neuer Inhalte liegt
bei der digitalen Erschließung des umfangreichen Schönberg-Nachlasses
und der Erstellung eines Werkkatalogs, der nach den bereits verfügbaren
Katalogen des Bildnerischen Werkes sowie der Schriften Schönbergs nunmehr
auch die Kompositionen (Werke mit Opuszahlen, Werke ohne Opuszahlen
Vokalmusik/ Instrumentalmusik, Fragmente) virtuell erfaßt. Neben Werktitel,
Einführungs- und Liedtexten stehen Informationen zu Ausgaben, Links zur
Diskographie sowie bibliographische Hinweise zur Verfügung, welche systematisch
erweitert werden.
Der umfangreiche Nachlaß Arnold Schönbergs ist zu großen Teilen katalogisiert.
Neben den in 250 »Satellite collections« erfaßten Schönbergiana aus weltweiten
öffentlichen und privaten Sammlungen sind folgende am Center aufbewahrte
Quellen aus dem Schönberg-Nachlaß nach Quellentypus katalogisiert und
über die Website zugänglich:
- Musikmanuskripte: der englischsprachige, ca. 175 Seiten umfassende Katalog
im pdf-Format kann nach Installation des Acrobat Reader (kostenlose Software,
Möglichkeit der Volltextsuche innerhalb des Dokuments) auf den Rechner
geladen werden
- Textmanuskripte: tabellarische Auflistung der ca. 3.000 Einzeltitel
mit vereinzelt digitalen Abbildungen der Quellen, welche gemäß laufender
Anfragen von den Archivaren des Center ergänzt werden - Bildnerisches
Werk: Katalog der Gemälde und Zeichnungen Arnold Schönbergs mit Hinweisen
zu Publikationen und Ausstellungsstatistik
- Designs: digitale Abbildungen von Arnold Schönbergs Designs und Erfindungen
- Schönbergs Bibliothek: alphabetisches Verzeichnis der Bücher aus Schönbergs
Nachlaß sowie ein ca. 165 Seiten umfassender Katalog im pdf-Format (siehe
Musikmanuskripte)
- Briefwechsel: alphabetische und chronologische Auflistung sämtlicher
von Schönberg verfaßter (ca. 8.000) sowie an ihn gerichteter Briefe (ca.
12.500)
- Lehrmaterialien: tabellarische Auflistung sowie digitale Abbildung der
im Nachlaß überlieferten großformatigen Lehrmaterialien, die Schönberg
während des Privatunterrichts in Los Angeles verwendete
- Fotographien: »Highlights« aus dem ca. 4.500 Einträge umfassenden Katalog
der historischen Fotographien mit Fotoservice (Download in druckfähiger
Qualität) - »Schönberg spricht«: tabellarische Auflistung der Aufnahmen
von Schönbergs Stimme mit Übertragung der Inhalte
- Video & Film/Diskographie: Zusammenstellung der im Archiv verfügbaren
audiovisuellen Dokumente
Das von Bohatsch Graphic Design neugestaltete graphische Konzept der Website
bietet wesentliche Verbesserungen hinsichtlich der Navigation. In einer
Kopfleiste sind die in der Website zurückgelegten Wege nachvollziehbar
bzw. verlinkt, das Auswahlmenü der Homepage ist auf jeder der 4.000 Einzelseiten
verfügbar. Eine auf jeder Seite applizierte Suchmaschine bietet die Möglichkeit,
nach Begriffen (Volltextsuche) innerhalb der gesamten Website zu recherchieren;
ausgenommen sind die als pdf-Dateien angebotenen Kategorien Musikmanuskripte
sowie Schönbergs Notenbibliothek. Die verlinkten Treffer der Suchanfrage
werden als Liste mit Titeln und Incipits der Einzelseiten dargestellt.
Neben den wissenschaftlich relevanten Themen der Website (Archiv, Forschung
& Publikationen mit Symposia, Neuerscheinungen, Forschungsbeihilfe etc.)
und allgemeinen Informationen zu Arnold Schönberg, dem Center in Wien
sowie dessen Expositur in Mödling findet der Besucher von www.schoenberg.at
auch Hinweise zu weltweiten Aktivitäten während des Schönberg-Jahres 2001,
welche auf einer extern von Belmont Music Publishers geführten Seite laufend
aktualisiert werden. Ein Infoticker auf der Hauptseite verweist auf aktuelle
Inhalte sowie die kommenden Veranstaltungen am Arnold Schönberg Center.
Therese Muxeneder, Archiv
Archiv-Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-17 Uhr,
feiertags geschlossen.
Information: (+43/1) 712 18 88-30 und 31 DW
muxeneder@schoenberg.at, pfeiffer@schoenberg.at
(Therese Muxeneder und Iris Pfeiffer, Archivare)
Archivpraktikum
Das Archiv des Arnold Schönberg Center bietet die Möglichkeit eines Praktikums
im Ausmaß von zwei bis zwölf Monaten, welches sowohl von Studenten und
Absolventen der Musikwissenschaft als auch des musikbibliothekarischen
Zusatzstudiums in Anspruch genommen werden kann. Sprachen: Deutsch/Englisch.
Inhalte (Umfang und Gewichtung richten sich nach Dauer des Praktikums
und Interessenschwerpunkten des Praktikanten):
- Katalogisierung
- Konservierung
- Digitalisierung
- Website
- Museumspädagogik
- Ausstellungsgestaltung
- Redaktion wissenschaftlicher Beiträge
- Verfassen und Redaktion von Programmeinführungstexten
- Anwendung von Archiv-, Office- und Websoftware (Procite, Paradox, Access,
Photoshop, Quark XPress, Dreamweaver, diverse Tools zur Anwendung audiovisueller
Medien im Internet sowie Notensatzprogramme)
Voraussetzung:
- Studium der Musikwissenschaften (mind. zweiter Studienabschnitt, Absolventen
bevorzugt) oder einer vergleichbaren Studienrichtung (musikbibliothekarisches
Zusatzstudium etc.)
- Interesse an Leben und Werk Arnold Schönbergs sowie an der Wiener Schule
- Verständnis für archivarische und museale Projekte
- Kenntnisse der Microsoft Office-Palette, von Datenbanksystemen und html-Anwendungen
Praktikanten des Arnold Schönberg Center erhalten monatlich: Diäten in
Höhe von öS 3.500/Eur 254,35, Wohnmöglichkeit im Schönberg-Haus in Mödling,
Netzkarte für öffentliche Verkehrsmittel in Wien und Mödling, Reisekostenzuschuß
nach und von Wien oder Diäten in Höhe von öS 7.000/Eur 508,70.
Bewerbungen werden schriftlich an die Direktion des Arnold Schönberg
Center gestellt: Arnold Schönberg Center Privatstiftung
Dr. Christian Meyer, Direktor
Schwarzenbergplatz 6, A-1030 Wien
e-mail: meyer@schoenberg.at
Fax: (+43/1) 712 18 88-88
Information:
Therese Muxeneder
e-mail: muxeneder@schoenberg.at
Telefon: (+43/1) 712 18 88-30 DW
Forschungsbeihilfe
des Arnold Schönberg Center
Die Arnold Schönberg
Center Privatstiftung fördert wissenschaftliche und archivarische
Forschung durch die Vergabe von Forschungsbeihilfen. Empfänger der
Beihilfen am Arnold Schönberg Center arbeiten und beziehen eigene
Projekte unmittelbar auf Arnold Schönbergs Leben und Werk.
Eine Forschungsbeihilfe
gilt für zwei Wochen und umfaßt
Wohnmöglichkeit
im Schönberg-Haus in Mödling während des zweiwöchigen
Forschungsaufenthaltes (bei größerem Projektumfang besteht
die Möglichkeit der Verlängerung weiterer zweiwöchiger
Forschungsperioden)
Netzkarte
für öffentliche Verkehrsmittel in Wien und Mödling
Tagesdiäten
in Höhe von öS 300,-/Eur 21,80
Reisekostenzuschuß
nach und von Wien
Nutzung
der Infrastruktur von Archiv und Bibliothek des Arnold Schönberg
Centers. Informationen über den Sammlungsbestand und die Einrichtungen
des Center können über die web site www.schoenberg.at abgerufen
werden.
Anträge
für Forschungsbeihilfen werden schriftlich an die Direktion des Arnold
Schönberg Center gestellt:
Arnold Schönberg
Center Privatstiftung
Dr. Christian
Meyer, Direktor
Schwarzenbergplatz
6
A – 1030 Wien
Fax: +43 1/712
18 88 - 88
e-mail: meyer@schoenberg.at
Anträge
werden innerhalb von drei Monaten nach Einlangen bearbeitet.
Dem Antrag sind
beizufügen:
Projektbeschreibung
Curriculum
vitae
Empfehlungsschreiben
der Schule/Universität (nur Studenten)
Aktivitäten
des Arnold-Schönberg-Instituts
der
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Gemeinsam mit dem Institut für Musikanalytik
veranstaltet das Arnold-Schönberg-Institut am 23. und 24. April 2001 im
Arnold Schönberg Center eine internationale Konferenz über Hans Keller.
Als gebürtiger Wiener gehörte der britische Musiker Hans Keller (1919-1985),
der zugleich Kritiker, Lehrer und Redakteur bei der BBC war, zu den wichtigen
Förderern der Musik Schönbergs in Großbritannien. Keller war zudem ein
bekannter Musiktheoretiker, der eine umwälzende, wortlose Methode der
Funktionsanalyse thematischer Beziehungen und Strukturen auf der Grundlage
ausschließlich musikalischer Mittel einführte. Die »Functional Analyses«
werden zur Zeit vom Institut für Musikanalytik zur Publikation vorbereitet.
In zwei Konzerten wird das weltberühmte Chilingirian Quartet österreichische
Erstaufführungen von fünf Kellerschen »Functional Analyses« zu Werken
Haydns, Mozarts und Benjamin Brittens vorstellen. Außerdem wird ein selten
aufgeführtes »Scherzo« Schönbergs sowie Brittens Drittes Streichquartett
zu hören sein, welches Hans Keller gewidmet ist. Konferenzteilnehmer sind
unter anderen Gerold W. Gruber, Christopher Hailey, Milein Keller, Donald
Mitchell, Ulrike Anton, Leo Black, Jean-Jacques Dünki, Alison Garnham,
Paul Hamburger, Reinhard Kapp, Siegmund Nissel, Alan Walker, Christopher
Wintle und Hugh Wood.
Das Arnold-Schönberg-Institut beschäftigt sich darüber hinaus intensiv
mit der Planung und Durchführung des Symposiums »Arnold Schoenberg in
America«, das dem Alterswerk Schönbergs und seiner kritischen Rezeption
in Amerika besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wird. Die Seminarangebote
des Sommersemesters hängen eng mit den erwähnten Konferenzthemen zusammen.
Der »Repertoirekunde«-Kurs stellt das kompositorische Umfeld von Schönbergs
Alterswerk in Amerika in den Mittelpunkt seines Interesses, während das
Analyse-Seminar die Wiener Streichquartett-Tradition von Haydn, Mozart
und Beethoven bis zu Schönberg und seinen Schülern untersuchen wird.
Arnold-Schönberg-Institut
c/o Arnold Schönberg Center,
Schwarzenbergplatz 6,
A-1030 Wien,
Eingang: Zaunergasse 1-3
Telefon: (+43/1) 712 18 88
Yale Summer Programs Course
Allen Forte, Yale University, Leitung
»The Music of Schoenberg's Middle Period, 1908-1923:
From Romanticism to Dodecaphony«
4. Juni bis 5. Juli 2001
Schönberg-Haus in Mödling und Arnold Schönberg Center
Einführung in ein wesentliches kompositorisches Œuvre und eine der herausragenden
Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Genaueste Analyse musikalischer
Struktur ergänzt durch das Studium themenrelevanter Schriften. Partituren
und entsprechende Dokumente stehen im Schönberg-Haus und am Arnold Schönberg
Center zum Studium zur Verfügung. Kenntnisse der deutschen Sprache erwünscht,
jedoch keine Voraussetzung.
Information und Anmeldung:
www.schoenberg.at/7_research/yale.htm
www.yale.edu/summer/courses
Prof. Allen Forte, e-mail: allen.forte@yale.edu
Pressestimmen
Das Spiegelbild einer Epoche
Arnold Schönberg Center: »Berliner Bekenntnisse« …
Die bekannte und bewährte Mischung aus Musik und Text - sie entführte
dank einer exzellenten Dramaturgie in das freudig am Rande des Abgrunds
tanzende Berlin der Vor-kriegszeit. Schreker, Hindemith, Berg, Weill,
Eisler und naturgemäß Schönberg waren in Bild und Ton zu erleben, wobei
das Finale der Oper »Moses und Aron» den auch tra-gischen Schlußpunkt
setzte. Till Alexander Körber am Klavier fühlte sich bei Schönberg und
auch bei Paul Hindemiths fulminanten »Ragtime« hörbar wohl …
Peter Jarolin, Kurier, 30. September 2000
Arnold Schönberg in Berlin
Symposium/Ausstellung Wien (28. bis 30. September)
… Der Stil der Tagungen im Schönberg Center mit zum Thema passenden Konzerten
und Lesungen, auch von Zeitzeugen, darf als außergewöhnlich bezeichnet
werden; neu war die überaus erhellende Einbindung von Musikern in die
Referate. …
Rainer J. Schwob, ÖMZ, Nov./Dez. 2000
Arnold Schönberg Center: Ensemble Collage
In memoriam Eugene Hartzell
… Müßig, die Musiker alle namentlich aufzuzählen. … Daß sie alle ausnahmslos
dermaßen brillieren konnten, haben sie nicht nur ihrem fulminanten Können
zu verdanken, sondern den Werken, die eben aus jedem Musiker das Beste
hervorholen. Gerade das sollten Musiker Eugene Hartzell danken. …
Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung, 3./4. November 2000
Heftiges
Rütteln an Formen
Das aron quartett im Arnold Schönberg Center
Seit wenigen Jahren bereichert das Arnold Schönberg Center die Wiener
Kulturlandschaft und ist doch längst zur »ersten Adresse« für zeitgenössische
Musik mutiert. Denn im Schönberg Center gehen die Uhren in positiver
Hinsicht anders: Werke des Namensgebers und Begründers der Zwölftontechnik
werden hier ebenso gepflegt wie die Stücke von Schönbergs Schülern oder
von jetzt tätigen Komponisten. Viele Uraufführungen als Credo und
das Publikum kommt in Scharen. Über einen bis auf den letzten Platz gefüllten
Saal durfte sich auch Rainer Bischof freuen, dessen »Streichquartett Nr.
2« nun durch das aron quartett uraufgeführt wurde. … Sehr konsequent,
sehr souverän rüttelt Bischof an der strengen Form, würzt sein gut aufgebautes,
technisch diffiziles Werk mit Emotion und Expressivität. Ein intimes Be-kenntnis
zu Schönberg, das im aron quartett die Herren Müller, Kobori, Hamann
und Pantillon sind auch die Widmungsträger sichere Interpreten
fand. … Der Jubel des Publikums galt Interpreten wie Komponisten - und
dem Schönberg Center.
Peter Jarolin, Kurier, 27. Januar 2001
Zwölftönende
Konzentration - für Hörer
Rainer Bischof, Querdenker unter den komponierenden Wiener Zeitgenossen,
hat ein neues Streichquartett geschrieben, das dem Ruf seines Schöpfers
gerecht wurde. … Bischofs Musik ist so etwas wie die Musica riservata
unserer Zeit. Der Begriff wurde im Mittelalter geprägt, um zu verdeutlichen,
daß nur Kenner und einschlägig Gebildete verstünden, worum es bei den
Klängen geht. Auf das neue Streich-quartett, das vom jungen aron quartett
engagiert und konsequenter Weise im Arnold Schönberg Center präsentiert
wurde, trifft diese Charakterisierung gewiß ebenso zu wie auf alle übrigen
Stücke aus Bischofs Werkstatt. … Widmet man seine Aufmerksamkeit
was im Konzertsaal ja immer geschehen sollte, aber immer seltener wirklich
geschieht voll und ganz der knapp halbstündigen Kompo-sition, dann
besticht die Konzentration und prägnante Formulierungskunst. … Man kann
sich an der Filigranarbeit en détail, aber auch an der in großen Zügen
gedachten Architektonik, die Einzelteile fühlbar zu in sich geschlossenen
Blöcken bindet, delektieren. Aber man muß sich willig öffnen. Das Uraufführungspublikum
tat es und spendete wohlwollenden Applaus.
Wilhelm Sinkovicz, Die Presse, 7. Februar 2001
Exportartikel
Intelligenz
Wien zeigt den Nachlaß des Komponisten Arnold Schönberg
... die Schau kommt nach Berlin … In dieser multimedial aufbereiteten
Sonderschau sind erstmals Autographen-Schätze oder Schönberg-Bilder aus
dem Nachlaß zu sehen: drei noch nie gezeigte Selbstporträts, Bühnenbildentwürfe
zu »Der biblische Weg« oder ein Aquarell-Porträt seiner jungen Frau Gertrud,
dazu Text- und Musikmanuskripte, biographische Dokumente und Memorabilia
sowie Leihgaben von Berliner und Schweizer Archiven. …
Reinhold Reiterer, Berliner Morgenpost, 10. Oktober 2000
Nicht
nur der Vermieter war wahnsinnig
Eine Wiener Ausstellung dokumentiert Arnold Schönbergs Jahre in Berlin
Für Berlin ist es schmerzlich genug: Einst unterlag man in der Konkurrenz
um den Nachlaß Arnold Schönbergs der Geburtsstadt des Komponisten. … Nuria
Schoenberg Nono, die in Venedig wohnende Tochter, zeigt sich immer noch
mit der Entscheidung von damals zufrieden, alle Erwartungen seien übertroffen
worden. Das auf 1300 Quadratmetern exquisit ausgestattete Institut wurde
binnen Kürze zur erstaunlich lebendigen Institution, die Forschung und
publikumswirksame Aktionen miteinander zu vereinbaren weiß. Wie zum Hohn
trägt nun die zweite Sonderausstellung des Centers den Titel »Arnold Schönberg
in Berlin«. … Im Entwurf zu einem unter anderem an Hermann Göring gerichteten
Brief heißt es stolz und empört: »Jüdischer Geist vermochte den der Zahl
nach überwiegend arischen Schülern den Geist der Meister ihrer Rasse zu
enthüllen, ein Jude vermochte ihnen ein Beispiel von Charakter und Würde
zu geben.« Gewiß gehört dieses Dokument zu den bewegendsten Exponaten
der an biografischen Memorabilia und Fotos, an klug ausgewählten, faszinierenden
Musik- und Textautographen reichen Ausstellung. Das Schönste aber zeigt,
von einem französischen Großrabbiner unterfertigt, den bekenntnishaften
Wiedereintritt ins Judentum, Arnold Schönbergs Antwort auf den mörderischen
Antisemitismus des Dritten Reichs. Und der Rekonvertit hatte wahrlich
einen Zeugen von Format, der das Ereignis mit Unterschrift beglaubigte:
Marc Chagall.
Ulrich Weinzierl, Die Welt, 3. Januar 2001
Freunde des Arnold Schönberg Center
Seit
der Eröffnung des Arnold Schönberg Center in Wien im März 1998 hat sich
unsere Stiftung zu einem Zentrum der Schönberg-Forschung sowie zu einem
der interessantesten Wiener Veranstaltungs- und Ausstellungsorte entwickelt.
Von Beginn an haben auch private Sponsoren unsere Arbeit finanziell unterstützt.
Dies wurde möglich, da das Arnold Schönberg Center über einen steuerbegünstigten
Status sowohl in Österreich als auch in den USA verfügt. Spenden an unsere
Stiftung können von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Im Frühjahr
2000 hat das Arnold Schönberg Center in Wien in Fortsetzung der »Friends
of the Arnold Schoenberg Institute« in Los Angeles die »Freunde des Arnold
Schönberg Center« ins Leben gerufen und wirbt um Mitglieder aus Europa
und der ganzen Welt. Mit einem Jahresbeitrag von mindestens öS 1.000/Eur
72,67 wird man »Freund des Arnold Schönberg Center«, mit mindestens öS
13.760/Eur 1.000 Jahresbeitrag erhält man den Status eines »Förderers
des Arnold Schönberg Center«. »Freunde« und »Förderer« informieren wir
regelmäßig über die wissenschaftlichen Projekte des Arnold Schönberg Center.
Für nähere Informationen steht Ihnen Frau Andrea Maurer gerne zur Verfügung:
Telefon (+43/1) 712 18 88-15, e-mail: maurer@schoenberg.at
Subskription
»Journal of the Arnold Schönberg Center«
Mit unserem wissenschaftlichen Periodikum setzen
wir die 1976 in Los Angeles begonnene Reihe »Journal of the Arnold Schoenberg
Institute« fort. Die bislang erschienenen Jahrgänge des Journals sind
mit Ausnahme weniger bereits vergriffener Nummern nach wie
vor über das Arnold Schönberg Center zu beziehen. In der Subskription
sind im laufenden Jahr nachstehende Publikationen enthalten, welche für
Subskribenten mit 10%igem Sonderrabatt am Arnold Schönberg Center bezogen
werden können:
Arnold Schönberg in Berlin Bericht zum Symposium 2000 JASC 3/2001
(erscheint im Mai 2001, öS 495/Eur 35,97)
Arnold Schönberg Ausgewählte Schriften, herausgegeben von Anna
Maria Morazzoni in Zusammenarbeit mit Nuria Schoenberg Nono und Ivan Vojtech
(erscheint im September 2001, öS 495/Eur 35,97)
In den kommenden Jahren wird sich das JASC weiterhin an der Jahresthematik
des Center orientieren und ein- bis zweimal jährlich erscheinen. Die »Journals
of the Arnold Schönberg Center« und die Sonderpublikationen sind für Subskribenten
zu ermäßigten Preisen erhältlich.
Vorschau 2002:
Arnold Schoenberg in America Bericht zum Symposium 2001 JASC 4/2002
(erscheint im Februar 2002, öS 495/Eur 35,97)
Symposium »Arnold Schönberg und sein Gott«
Call for papers
Im Juni 2002 veranstaltet das Arnold Schönberg Center in Kooperation mit
dem Arnold-Schönberg-Institut der Universität für Musik und darstellende
Kunst Wien ein Symposium zum Thema »Arnold Schönberg und sein Gott« und
lädt hiermit zur Anmeldung von Referaten ein. Die erwünschten Beiträge
betreffen Arnold Schönbergs Religiosität und Ethik, seine jüdische Identität,
seine Schriften zum Judentum sowie darauf Bezug nehmende Kompositionen.
Die musikwissenschaftlichen Beiträge werden durch musikalische Workshops
und Aufführungen sowie Kurzpräsentationen von Quellen aus dem Schönberg-Nachlaß
ergänzt.
Referatanmeldungen mit Abstracts von ca. 30 Zeilen werden bis spätestens
Ende Dezember 2001 erbeten an:
Arnold Schönberg Center Privatstiftung
Dr. Christian Meyer, Direktor
Schwarzenbergplatz 6
A-1030 Wien
e-mail: meyer@schoenberg.at
Fax (+43/1) 712 18 88-88
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