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Der gelbe Klang
Eine Bühnenkomposition von Kandinsky
In: Der Blaue Reiter Almanach. München: Piper 1912
Mitwirkende:
Fünf Riesen
Undeutliche Wesen
Tenor (hinter der Bühne)
Ein Kind
Ein Mann
Menschen in losem Gewand
Menschen in Trikots
Chor (hinter der Bühne)
Einleitung
Bild 1 Bild
2 Bild 3
Bild 4 Bild
5 Bild 6
Einleitung
Im Orchester einige unbestimmte Akkorde.
Vorhang.
Auf der Bühne dunkelblaue Dämmerung, die erst weißlich
ist und später intensiv dunkelblau wird. Nach einer Zeit wird in
der Mitte ein kleines Licht sichtbar, welches mit der Vertiefung der Farbe
heller wird. Nach einer Zeit Orchestermusik. Pause.
Hinter der Bühne wird ein Chor hörbar, welcher so eingerichtet
werden muß, daß die Quelle des Gesanges nicht zu erkennen
ist. Hauptsächlich sind die Baßstimmen zu hören. Das Singen
ist gleichmäßig, ohne Temperament, mit Unterbrechungen, die
durch Punkte bezeichnet sind.
Erst tiefe Stimmen:
"Steinharte Träume ... Und sprechende Felsen ...
Schollen mit Rätseln erfüllender Fragen ...
Des Himmels Bewegung ... Und Schmelzen ... der Steine ...
Nach oben hochwachsend unsichtbarer ... Wall ..."
Hohe Stimmen:
"Tränen und Lachen ... Bei Fluchen Gebete ...
Der Einigung Freude und schwärzeste Schlachten."
Alle:
"Finsteres Licht bei dem ... sonnigsten ... Tag
(schnell und plötzlich abhauend).
Grell leuchtender Schatten bei dunkelster Nacht !!"
Das Licht verschwindet. Es wird plötzlich dunkel. Längere Pause.
Dann Introduktion im Orchester.
Bild 1
(Rechts und links vom Zuschauer.)
Die Bühne muß hier möglichst tief sein. Ganz weit hinten
ein breiter grüner Hügel. Hinter dem Hügel glatter, matter,
blauer, ziemlich tieffarbiger Vorhang.
Bald beginnt die Musik, erst in hohen Lagen. Dann unmittelbar und schnell
zu unteren übergehend. Zur selben Zeit wird der Hintergrund dunkelblau
(mit der Musik gleichzeitig) und bekommt schwarze breite Ränder (wie
im Bild). Hinter der Bühne wird ein Chor ohne Worte hörbar,
welcher ohne Gefühl klingt, ganz hölzern und mechanisch. Nach
dem Schluß des Chorgesanges allgemeine Pause: keine Bewegung, kein
Klang. Dann Dunkelheit.
Später wird dieselbe Szene beleuchtet. Von rechts nach links werden
fünf grellgelbe Riesen (möglichst große) herausgeschoben
(es ist wie ein Schweben direkt über dem Boden).
Sie bleiben ganz hinten nebeneinander stehen – mit teils hochgehobenen,
teils tiefen Schultern, mit sonderbaren gelben Gesichtern, die undeutlich
sind.
Sie wenden sehr langsam zueinander die Köpfe und machen einfache
Bewegungen mit den Armen.
Die Musik wird bestimmter.
Bald darauf wird das sehr tiefe Singen ohne Worte der Riesen vernehmlich
(p. p.) und die Riesen nähern sich sehr langsam zur Rampe. Schnell
fliegen von links nach rechts rote undeutliche Wesen, die etwas an Vögel
erinnern, große Köpfe haben, die eine entfernte Ähnlichkeit
mit menschlichen haben. Dieser Flug spiegelt sich in der Musik ab.
Die Riesen singen weiter und immer leiser. Dabei werden sie auch immer
undeutlicher. Der Hügel hinten wächst langsam und wird immer
heller. Zum Schluß weiß. Der Himmel wird ganz schwarz.
Hinter der Bühne wird derselbe hölzerne Chor hörbar. Die
Riesen hört man nicht mehr.
Die Vorderbühne wird blau und immer undurchsichtiger.
Das Orchester kämpft mit dem Chor und besiegt ihn.
Ein dichter blauer Dunst macht die ganze Bühne unsichtbar.
Bild 2
Der blaue Dunst weicht allmählich dem Licht, welches vollkommen
und grell weiß ist. Hinten auf der Bühne ein möglichst
großer grellgrüner Hügel, ganz rund.
Der Hintergrund violett, ziemlich hell.
Die Musik ist grell, stürmisch, mit sich oft wiederholenden a und
h und h und as. Diese einzelnen Töne werden schließlich durch
die laute Stürmischkeit verschluckt. Plötzlich entsteht vollkommene
Stille. Pause. Wieder winseln kläglich, aber bestimmt und scharf
a und h. Das dauert ziemlich lange. Dann wieder Pause.
In diesem Augenblick wird der Hintergrund plötzlich schmutzigbraun.
Der Hügel wird schmutziggrün. Und gerade in der Mitte des Hügels
bildet sich ein unbestimmter schwarzer Fleck, welcher bald deutlich, bald
verwischt erscheint. Bei jedem Wechsel der Deutlichkeit wird das grelle
weiße Licht stoßweise grauer. Links auf dem Hügel wird
plötzlich eine große gelbe Blume sichtbar. Sie ist entfernt
einer großen, krummen Gurke ähnlich und wird immer greller.
Der Stiel ist lang und dünn. Nur ein stacheliges schmales Blatt wächst
aus der Mitte des Stieles heraus und ist seitwärts gerichtet. Lange
Pause.
Später bei voller Stille schaukelt die Blume sehr langsam von rechts
nach links. Noch später auch das Blatt, aber nicht zusammen. Noch
später schaukeln beide in ungleichem Tempo. Dann wieder einzeln,
wobei mit der Blumenbewegung ein sehr dünnes h klingt, mit der Blattbewegung
– ein sehr tiefes a. Dann schaukeln wieder beide zusammen, und beide Töne
klingen mit. Die Blume erzittert stark und bleibt unbeweglich. In der
Musik klingen die beiden Töne weiter. Zur selben Zeit kommen von
links viele Menschen in grellen, langen, formlosen Kleidern (der eine
ist ganz blau, der zweite – rot, der dritte – grün usw., nur fehlt
das Gelb). Die Menschen haben in der Hand sehr große weiße
Blumen, die der Blume auf dem Hügel ähnlich sind. Die Menschen
halten sich möglichst nahe aneinander, gehen dicht am Hügel
vorbei und bleiben auf der rechten Seite der Bühne fest aneinandergepreßt
stehen. Sie sprechen mit gemischten Stimmen und rezitieren:
"Die Blumen bedecken alles, bedecken alles, bedecken alles.
Schließ die Augen! Schließ die Augen!
Wir schauen. Wir schauen.
Bedecken mit Unschuld Empfängnis.
Öffne die Augen! Öffne die Augen!
Vorbei. Vorbei."
Erst sprechen sie das alle zusammen wie in Ekstase (sehr deutlich). Dann
wiederholen sie dasselbe einzeln: der eine dem andern und in die Fernen
– Alt-, Baß- und Sopranstimme. Bei "wir schauen, wir schauen"
klingt h, bei "vorbei, vorbei" – a. Hier und da wird die Stimme
heiser. Hier und da schreit einer wie besessen. Hier und da wird die Stimme
nasal, bald langsam, bald rasend schnell. Im ersten Falle wird plötzlich
die ganze Bühne durch mattes rotes Licht undeutlich. Im zweiten wechselt
volle Dunkelheit mit grellem blauem Licht ab. Im dritten – wird alles
plötzlich fahlgrau (alle Farben verschwinden!). Nur die gelbe Blume
leuchtet noch stärker!
Allmählich beginnt das Orchester und bedeckt die Stimmen. Die Musik
wird unruhig, macht Sprünge vom ff. zum pp. Das Licht wird etwas
heller, und undeutlich erkennt man die Farben der Menschen. Von rechts
nach links gehen sehr langsam über den Hügel ganz kleine Figürchen,
die undeutlich und von grüngrauer Farbe eines unbestimmten Tones
sind. Sie schauen vor sich. In dem Augenblick, als die erste Figur sichtbar
wird, schaukelt wie in Krämpfen die gelbe Blume. Später verschwindet
sie plötzlich. Ebenso plötzlich werden alle weißen Blumen
gelb.
Die Menschen gehen langsam wie im Traum zur Vorderbühne und entfernen
sich immer mehr voneinander.
Die Musik sinkt, und wieder hört man dasselbe Rezitativ. Bald bleiben
die Menschen stehen wie in einer Verzückung und wenden sich um. Sie
bemerken plötzlich die kleinen Figürchen, die noch immer in
unendlicher Folge über den Hügel gehen. Die Menschen wenden
sich ab und machen einige schnelle Schritte zur Vorderbühne, bleiben
wieder stehen, wenden sich wieder um und bleiben wie gebunden unbeweglich.
Endlich werfen sie die wie mit Blut erfüllten Blumen von sich und
laufen, sich von der Starrheit mit Gewalt befreiend, eng aneinander zur
Vorderbühne. Sie schauen sich oft um. Es wird plötzlich dunkel.
Bild 3
Hinterbühne: Zwei große rotbraune Felsen, der eine spitz,
der andere rundlich und größer als der erste. Hintergrund:
Schwarz. Zwischen den Felsen stehen die Riesen (des Bildes I) und flüstern
einander klanglos etwas zu. Bald flüstern sie paarweise, bald nähern
sich alle Köpfe einander. Der Körper bleibt unbeweglich. In
schneller Abwechslung fallen von allen Seiten grellfarbige Strahlen (blau,
rot, violett, grün wechseln mehrere Male). Dann treffen sich alle
diese Strahlen in der Mitte, wodurch sie gemischt werden. Es bleibt alles
unbeweglich. Die Riesen sind beinahe gar nicht sichtbar. Plötzlich
verschwinden alle Farben. Es wird einen Augenblick schwarz. Dann fließt
auf die Bühne ein mattes gelbes Licht, welches allmählich immer
intensiver wird, bis die ganze Bühne grell zitronengelb wird. Mit
der Steigerung des Lichtes geht die Musik in die Tiefe und wird immer
dunkler (diese Bewegung erinnert an das Hineindrücken einer Schnecke
in ihre Muschel). Zur Zeit dieser zwei Bewegungen soll auf der Bühne
nichts wie Licht gesehen werden: keine Gegenstände. Das grellste
Licht ist erreicht, die Musik ist ganz geschmolzen. Die Riesen werden
wieder deutlich, sind unbeweglich und schauen vor sich hin. Die Felsen
erscheinen nicht mehr. Nur die Riesen sind auf der Bühne: sie stehen
jetzt weiter voneinander und sind größer geworden. Hintergrund
und Boden schwarz. Lange Pause. Plötzlich hört man hinter der
Bühne eine grelle, angsterfüllte Tenorstimme, die vollkommen
undeutliche Worte sehr schnell schreit (oft hört man a: z. B. Kalasimunafakola!).
Pause. Es wird für einen Augenblick dunkel.
Bild 4
Links auf der Bühne ein kleines schiefes Gebäude (einer sehr
einfachen Kapelle ähnlich) ohne Tür und Fenster. An der Seite
des Gebäudes (vom Dach heraus) ein schmales, schiefes Türmchen
mit einer kleinen gesprungenen Glocke. Von der Glocke eine Schnur. Am
untern Ende der Schnur zieht langsam und gleichmäßig ein kleines
Kind, welches ein weißes Hemdchen an hat und auf dem Boden sitzt
(zum Zuschauer gewendet). Rechts auf derselben Linie steht ein sehr dicker
Mann, ganz schwarz gekleidet. Das Gesicht ganz weiß, sehr undeutlich.
Die Kapelle ist schmutzigrot. Der Turm grellblau. Die Glocke aus Blech.
Hintergrund grau, gleichmäßig, glatt. Der schwarze Mann steht
breitbeinig und stemmt die Hände in die Hüften.
Der Mann (sehr laut, befehlend; schöne Stimme): "Schweigen!!"
Das Kind läßt die Schnur aus der Hand. Es wird dunkel.
Bild 5
Die Bühne wird allmählich in ein kaltes rotes Licht getaucht,
welches langsam stärker und ebenso langsam gelb wird. In diesem Augenblicke
werden die Riesen hinten sichtbar (wie im Bild 3). Auch dieselben Felsen
sind da.
Die Riesen flüstern wieder (wie im Bild 3). Zu der Zeit, wenn ihre
Köpfe wieder zusammen sind, hört man hinter der Bühne denselben
Schrei, aber sehr schnell und kurz. Es wird einen Augenblick dunkel: Derselbe
Vorgang wiederholt sich noch einmal. Nach dem Hellwerden (weißes
Licht, ohne Schatten) flüstern wieder die Riesen, machen aber dazu
schwache Bewegungen mit den Händen (diese Bewegungen müssen
verschieden, aber schwach sein). Hier und da streckt einer die Arme auseinander
(auch diese Bewegung muß mehr nur eine Andeutung sein) und legt
etwas den Kopf auf die Seite, auf die Zuschauer schauend. Zweimal lassen
alle Riesen die Arme plötzlich hängen, werden etwas größer
und schauen ohne jede Bewegung auf die Zuschauer. Dann geht eine Art Krampf
durch ihre Körper (wie bei der gelben Blume), und sie flüstern
wieder, hier und da die Arme schwach und wie klagend ausstreckend. Die
Musik wird allmählich greller. Die Riesen bleiben unbeweglich. Von
links erscheinen viele Menschen, in verschiedenfarbige Trikots gekleidet.
Die Haare sind mit entsprechender Farbe verdeckt. Ebenso die Gesichter.
(Die Menschen sind wie Gliederpuppen.) Erst kommen graue, dann – schwarze,
weiße und schließlich farbige Menschen. Die Bewegungen sind
verschieden in jeder Gruppe: der eine geht schnell und geradeaus, der
andere – langsam, wie mit Mühe, der dritte macht hier und da lustige
Sprünge, der vierte guckt sich immer um, der fünfte kommt mit
feierlichen theatralischen Schritten und hat gekreuzte Arme, der sechste
geht auf Fußspitzen mit einer erhobenen flachen Hand usw.
Alle verteilen sich verschieden auf der Bühne: einige sitzen in kleinen
geschlossenen Gruppen, einige vereinzelt. Ebenso stehen manche in Gruppen,
andere wieder allein. Die ganze Verteilung soll weder "schön" noch
sehr bestimmt sein. Sie muß aber auch kein vollkommenes Durcheinander
bilden. Die Menschen blicken zu verschiedenen Seiten, manche haben hocherhobene
Köpfe, manche gesenkte und tiefgesenkte. Wie durch eine Mattigkeit
gedrückt, ändern sie selten ihre Stellungen. Das Licht bleibt
immer weiß. Die Musik ändert oft das Tempo, hier und da wird
auch sie matt. Gerade in so einem Augenblick macht ein weißer Mensch
links (ziemlich hinten) unbestimmte, aber viel schnellere Bewegungen bald
mit den Armen, bald mit den Beinen. Hier und da behält er eine Bewegung
längere Zeit und bleibt in entsprechender Stellung einige Augenblicke.
Es ist wie eine Art Tanz. Nur ändert sich auch das Tempo oft, wobei
es manchmal mit der Musik zusammengeht und manchmal auseinander. (Dieser
einfache Vorgang muß besonders sorgfältig ausgearbeitet werden,
damit das Weitere ausdrucksvoll und überraschend wirkt.) Die andern
Menschen fangen allmählich an, auf den Weißen zu gucken. Manche
strecken die Hälse aus. Schließlich schauen alle auf ihn. Dieser
Tanz endet aber ganz plötzlich: der Weiße setzt sich, streckt
wie in feierlicher Vorbereitung einen Arm aus und, diesen Arm langsam
im Ellbogen biegend, nähert er ihn dem Kopfe. Die allgemeine Spannung
wird besonders ausdrucksvoll. Der Weiße stützt aber den Ellbogen
auf das Knie und legt auf die flache Hand den Kopf. Es wird einen Augenblick
dunkel. Dann sieht man dieselben Gruppen und Stellungen. Manche Gruppen
werden von oben mehr oder weniger stark verschiedenfarbig beleuchtet:
eine größere sitzende Gruppe wird stark rot beleuchtet, eine
größere stehende – blaß-blau usw. Das grelle gelbe Licht
ist (außer den Riesen, die jetzt besonders deutlich werden) nur
auf dem sitzenden Weißen konzentriert. Plötzlich verschwinden
alle Farben (die Riesen bleiben gelb), und ein weißes dämmeriges
Licht erfüllt die Bühne. Im Orchester fangen einzelne Farben
an zu sprechen. Dem korrespondierend erheben sich an verschiedenen Stellen
einzelne Figuren: schnell, hastig, feierlich, langsam und schauen dabei
nach oben. Manche bleiben stehen. Manche setzen sich wieder. Dann übermannt
alle wieder eine Mattigkeit, und alles bleibt unbeweglich.
Die Riesen flüstern. Aber auch sie bleiben jetzt unbeweglich und
aufgerichtet, da hinter der Bühne der hölzerne Chor hörbar
wird, welcher nur kurze Zeit klingt.
Dann hört man im Orchester wieder einzelne Farben. Über die
Felsen streift ein rotes Licht, und sie erzittern. Abwechselnd mit dieser
Beleuchtung erzittern die Riesen.
An verschiedenen Enden wird eine Bewegung bemerkbar.
Im Orchester wiederholen sich mehrere Male h und a: einzeln, zusammenklingend,
bald sehr scharf, bald – kaum hörbar.
Verschiedene Menschen verlassen ihre Plätze und gehen bald schnell,
bald langsam zu anderen Gruppen. Die einzelnstehenden bilden kleinere
Gruppen zu zwei und drei Menschen oder verteilen sich in größeren.
Große Gruppen zerfallen. Manche Menschen laufen eilend von der Bühne,
sich umschauend. Dabei verschwinden alle schwarzen, grauen und weißen
Menschen: es bleiben schließlich nur bunte auf der Bühne.
Allmählich ist alles in arhythmischer Bewegung. Im Orchester – ein
Durcheinander. Der grelle Schrei des Bildes 3 wird hörbar. Die Riesen
zittern. Verschiedene Lichter streifen die Bühne und kreuzen sich.
Ganze Gruppen laufen von der Bühne. Es entsteht ein allgemeiner Tanz:
er fängt an verschiedenen Stellen an und zerfließt allmählich,
alle Menschen mitreißend. Laufen, Springen, Laufen zueinander und
voneinander, Fallen. Manche bewegen hastig im Stehen nur die Arme, die
andern nur die Beine, nur den Kopf, nur den Rumpf. Manche kombinieren
alle diese Bewegungen. Manchmal sind es Gruppenbewegungen. Ganze Gruppen
machen manchmal eine und dieselbe Bewegung.
In dem Augenblicke, wo das größte Durcheinander im Orchester,
in den Bewegungen und Beleuchtungen erreicht wird, wird es plötzlich
dunkel und still. Nur in der Tiefe der Bühne bleiben die gelben Riesen
sichtbar, die nur langsam von der Dunkelheit verschluckt werden. Es scheint,
daß die Riesen wie eine Lampe auslöschen, d. h. vor der vollen
Dunkelheit zuckt einige Male das Licht.
Bild 6
(Dieses Bild muß so schnell wie möglich kommen.)
Blauer matter Hintergrund, wie im Bild 1 (ohne schwarze Ränder).
In der Mitte der Bühne ein hellgelber Riese mit einem weißen
undeutlichen Gesicht mit großen, runden, schwarzen Augen. Hintergrund
und Boden schwarz.
Er hebt langsam dem Körper entlang beide Arme (die Handflächen
nach unten) und wächst dabei in die Höhe.
Im Augenblick, in welchem er die ganze Höhe der Bühne erreicht
und seine Figur einem Kreuz gleicht, wird es plötzlich dunkel. Die
Musik ist ausdrucksvoll, dem Vorgang auf der Bühne ähnlich.
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