Wassily Kandinsky: Impression III (Konzert), 1911

Es existieren zwei Entwürfe von Kandinsky, die nach dem Besuch des Münchner Schönberg-Konzertes (2. Januar 1911) entstanden sind.

Auf der ersten Skizze sind noch die Perspektive des Konzertsaals, einzelne Personen sowie ein Lüster zu erkennen. Auf der zweiten Skizze ist die Perspektive bereits ganz aufgegeben. Kandinsky markierte einzelne Farbfelder: darunter der schwarze Flügel, die beiden weißen Säulen und die große gelbe Fläche auf der rechten Seite des Bildes. Personen werden nurmehr angedeutet.

Impression III, Konzert: Dominant im Bild ist die Spannung zwischen schwarzer und gelber Fläche. In seiner Farbtheorie in Über das Geistige in der Kunst schreibt Kandinsky: »Hellgelb [...] auf Schwarz [...] wirkt so stark, daß es sich direkt vom Hintergrund befreit, in der Luft schwebt und ins Auge springt.« 

»Der schwarze Flügel ist [...] der materielle Klangproduzent, das Gelb hingegen das immaterielle Klangerzeugnis. Seitlich des Flügels verströmt das Gelb, flutet in schwingender Bewegung nach unten, umkreist dort das Publikum, steigt weiter zu den Orchestermusikern empor, um dann oben als runder Fleck vor der weißen, schräg ausgerichteten Säule den Schlußpunkt zu setzen.« 
(Günter Brucher: Kandinsky. Wege zur Abstraktion. München 1999, p. 284f.)

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