Wiedersehen 1927

  Im Sommer 1927 verbrachten wir unsere Ferien in Pörtschach. An einem Nachmittag gingen wir am Seeufer spazieren und hörten plötzlich eine Stimme: "Kandinsky! Kandinsky!" Es war Schönberg. Er hielt sich dort mit seiner jungvermählten Frau Gertrud während seiner Sommerferien auf.
     
Seine Frau spielte leidenschaftlich gern Tennis, und Schönberg verbrachte den Tag meist am Rand des Spielfelds, um seiner Frau beim Spielen zuzuschauen. Zwei Freunde, die in München Freundschaft geschlossen hatten, sahen sich wieder. Kein Wort fiel über die peinliche Intrige, und beide vergaßen, was durch Alma Mahler-Werfel in die Welt gesetzt worden war. Inzwischen mußte wohl auch Schönberg erfahren haben, daß Alma als Gerüchtemacherin einen etwas zweifelhaften Ruf genoß. (Nina Kandinsky)

 

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