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Berliner Kompositionen 2
1930 nahm Schönberg die im Herbst des Vorjahres begonnene Arbeit an der
»Begleitungsmusik zu einer Lichtspielszene« wieder auf. Es handelte sich
hierbei um einen Auftrag des Heinrichshofen's Verlag Magdeburg, der Lichtspielhäuser
mit Stimmungsmusiken für Stummfilme versorgte. Schönberg indes vertonte
keine konkrete Drehbuchsituation, sondern gestaltete seine Komposition
als psychologischen Erlebnisablauf: Drohende Gefahr - Angst - Katastrophe.
In einer Passage aus der schon erwähnten Rundfunkdiskussion erläuterte
Schönberg - nach der vorausgehenden Frage Strobels seine Intentionen:
STROBEL: »Nur Auserwählte verstehen diese Musik, und wenn sie einmal,
Herr Schönberg, wie etwa in der Lichtspielmusik näher an die Sphäre des
Gebrauchs herankommen, dann zeigt sich der Widerspruch, denke ich, zwischen
Werkgesinnung und Wirkungsmöglichkeit um so deutlicher. Es würde mich
interessieren wie Sie sich selbst die praktische Verwendung dieser Lichtspielmusik
denken, denn ohne Zweifel haben Sie doch eine praktische Verwendung gedacht,
als Sie das Werk geschrieben haben?« SCHÖNBERG: »Ja, soll ich nun gar
nach einer Zeiterscheiung mich richten, wie es der amerikanische Kinobetrieb
ist, der es zustande gebracht hat, eine gute Sache durch Raubbau in zwei
Jahrzehnten umzubringen? Wenn ich an Lichtspiele denke, so denke ich an
zukünftige, die notwendigerweise künstlerisch sein werden müssen. Und
zu denen wird meine Musik passen!«
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