Totentanz der Prinzipien
["Death-Dance of Principles"]

Zwischen 1914 und 1915 entwarf Arnold Schönberg eine großangelegte Symphonie für Soli, Chor und Orchester, die aus den Sätzen "Lebens-wende", "Lebenslust", "Schöpfungsfeier" (Richard Dehmel), einem Zwischenspiel und einem Psalm im ersten Teil sowie den Abschnitten "Totentanz der Prinzipien" und "Glauben des Desillusionierten" (mit Bibelzitaten) im zweiten Teil bestehen sollte. Die Symphonie blieb Fragment. Der von Schönberg gedichtete "Totentanz der Prinzipien" (1926 in der ersten Ausgabe seiner literarischen Texte von der Universal Edition, Wien, veröffentlicht) trägt das Schlußdatum 15. Jänner 1915. Drei Tage später begann er mit dem Text zum - ebenfalls unvollendeten - Oratorium "Die Jakobsleiter", was die Vermutung nahelegt, daß Schönberg der "Totentanz" als dritter und "Die Jakobsleiter" als vierter Satz der Symphonie vorschwebte. In einem ungedruckten Artikel aus Schönbergs Nachlaß findet sich der Hinweis: "I had made plans for a great symphony of [which] the Jakobsleiter should be the last movement. I have sketched many themes, among them one for a scherzo which consisted of all the twelve tones." Die am 4. Mai 1915 begonnenen musikalischen Skizzen deuten darauf hin, daß Schönberg bereits zu diesem Zeitpunkt an eine Trennung des Stoffes in eine instrumentale Symphonie und ein Vokalwerk auf den "Jakobsleiter"-Text gedacht hatte.

Therese Muxeneder
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