| 1923 |
Die künstlerische Beschäftigung mit dem
»Moses«-Stoff beginnt bereits fünf Jahre vor der Entstehung
der Dichtung, wie Schönberg in einem Brief an seinen Schüler Alban
Berg vom 16. Oktober 1933 retrospektiv berichtet: »Wie du sicherlich
bemerkt hast, ist meine Rückkehr zur jüdischen Religion schon längst
erfolgt und ist in meinem Schaffen sogar in den veröffentlichten Teilen
erkennbar [...] in Moses und Aron, von dem du seit 1928 weisst, der
aber wenigstens fünf Jahre zurückliegt.« |
| 1926 |
Am 29. März teilt Schönberg seinem Schüler
Anton Webern mit, daß er an der »neuen Kantate: 'Moses am brennenden
Dornbusch'« seit langem nicht mehr gearbeitet habe. |
| 1928 |
Erste konkrete »Vorstudien und Entwürfe«
zum Text entstehen im September in Roquebrune-Cap Martin an der französischen
Riviera: »Ich glaube, dass in meiner gegenwärtigen Fassung schon
viel für die kommende Musik vorgebaut ist. Ich höre das alles schon.«
(Brief an Anton Webern, 16. Oktober 1928) |
| 1930 |
Beginn der Komposition am 16. Juli, bereits
am folgenden Tag notiert Schönberg das Reinschriftparticell. In einem
Brief an Alban Berg vom 25. Juli ist erstmals von einem Bühnenwerk
die Rede. Am 22. August ist die Komposition bis zum Ende der 2. Szene
des I. Aktes konzipiert. Durch eine umfangreiche Revision des Textes
und das Verfahren, die Partitur unmittelbar auszuschreiben, schreitet
der Kompositionsprozeß nur langsam voran. Anfang Oktober ist »Moses
und Aron« bis Takt 483 des I. Aktes fertiggestellt. |
| 1931 |
Fortsetzung der Komposition am 15. Mai
in Montreux-Territet in der Schweiz. Bis Mitte Juni entstehen weitere
250 Takte, am 14. Juli ist der I. Akt fertiggestellt. Nach dem Zwischenspiel
(20. bis 25. Juli) beginnt Schönberg mit dem II. Akt. Ende September
ist das Oratorium bis Takt 543 des II. Aktes vollendet. Umfangreiche
Dispositionspläne und Einzelentwürfe zum »Tanz um das Goldene
Kalb« verdeutlichen sein besonderes Bemühen um die dramaturgische
Ausgestaltung dieser Szene (II/3): »Ich wollte den neuen Beherrschern
der Theaterkunst, den Regisseuren, möglichst wenig überlassen und
auch die Choreographie soweit erdenken, als es mir möglich ist.«
(Brief an Anton Webern, 12. September 1931) |
| 1932 |
Am 2. Januar nimmt Arnold Schönberg in
Barcelona die Arbeit zum II. Akt wieder auf, der im März vollendet
wird. Die Komposition des III. Aktes, der »textlich zum xten
Mal umgearbeitet« wird (an Josef Rufer, 15. April 1932), solle
drei Monate beanspruchen. |
| 1933 |
In einem Brief an den Schriftsteller Walter
Eidlitz vom 15. März 1933 aus Berlin hebt Schönberg die Schwierigkeit
hervor, zu einer stimmigen und definitiven Lösung des inhatlichen
Problems im III. Akt zu finden: »Mein dritter Akt, den ich wenigstens
zum viertenmal umarbeite, beziehungsweise neu schreibe, heißt derzeit
noch immer: Arons Tod. Hier haben mir bisher einige fast unverständliche
Widersprüche der Bibel die größten Schwierigkeiten bereitet. Denn
wenn ich mich auch nur in wenigem streng an die Bibel halte, so ist
es doch gerade hier schwer, über diese Verschiedenheit hinwegzukommen,
daß es das einemal heißt: ›Schlag auf den Felsen‹, das anderemal aber:
›Sprich...‹!« |
| 1934 |
Beginn einer neuen Version des Textes
zum III. Akt am 22. Juni in New York. |
| 1935 |
Beginn einer neuerlichen Niederschrift
des Textes zum III. Akt am 5. Mai, welche jedoch nicht als geschlossene
Fassung vorliegt. |
| 1937 |
Mit »Los Angeles 8. Jänner 1937«
datiert eine Schlußbemerkung im Texttyposkript zum II. Akt: »Das
ist Seite 39 (3 x 13) wo ich 1932 in Barcelona zu komponieren aufhörte,
in der Hoffnung, den 3ten Akt in ein bis zwei Monaten zu beenden.« |
| 1945 |
Das Ansuchen um ein Stipendium zur Fertigstellung
von »Moses und Aron«, der »Jakobsleiter« und
von Lehrbüchern wird von der Guggenheim-Stiftung abgelehnt. |
| 1950 |
Hermann Scherchen, der neben seiner Tätigkeit
als Dirigent auch den von ihm gegründeten Ars viva-Verlag in Zürich
leitet und an Uraufführung und Publikation der vollständigen Oper
interessiert ist, drängt Schönberg zur Komposition des III. Aktes.
Da dies aufgrund dessen materieller Lage und seines Gesundheitszustandes
nicht möglich ist, wird eine Teilaufführung des »Tanzes um das
Goldene Kalb« erwogen. |
| 1951 |
Der »Tanz um das Goldene Kalb«
wird am 2. Juli bei den Darmstädter Ferienkursen unter der Leitung
von Hermann Scherchen uraufgeführt. |
| 1957 |
Szenische Uraufführung von »Moses
und Aron« unter der Leitung von Hans Rosbaud im Stadttheater
Zürich am 6. Juni. |