Zwei Lieder für Gesang und Klavier op. 14
Texte

Ich darf nicht dankend
Stefan George

Ich darf nicht dankend an dir niedersinken.
Du bist vom geist der flur, aus der wir stiegen:
will sich mein trost an deine wehmut schmiegen,
so wird sie zucken, um ihm abzuwinken.

Verharrst du bei dem quälenden beschlusse,
nie deines leides nähe zu gestehen,
und nur mit ihm und mir dich zu ergehen
am eisigklaren tiefentschlafnen flusse?


In diesen Wintertagen
Karl Henckell

In diesen Wintertagen,
nun sich das Licht verhüllt,
lass uns im Herzen tragen,
einander traulich sagen,
was uns mit innerm Licht erfüllt.

Was wilde Glut entzündet,
soll brennen fort und fort,
was Seelen zart verbindet
und Geisterbrücken gründet,
sei unser Losungswort.

Das Rad der Zeit mag rollen,
wir greifen kaum hinein.
Dem Schein der Welt verschollen,
auf unserm Eiland wollen
wir Tag und Nacht der seligen Liebe weih'n.

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