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Arnold Schönberg: Fünf Klavierstücke op. 23 (19201923)
Einführung
»Wer für Klavier schreibt, sollte nie vergessen, daß selbst der beste
Klavierspieler nur zwei Hände hat. […] Und das geht nur, indem man möglichst
dünn schreibt: möglichst wenig Noten.« (Arnold Schönberg: Der moderne
Klavierauszug, 1923) Dieses Motto legt Schönbergs vordergründiges Interesse
an der Komposition für Klavier dar: das Streben nach Klarheit unter Anwendung
der effizientesten Ausdrucksmittel. Obwohl Schönberg selbst kein Pianist
war, hatte er klare Vorstellungen vom Klang dieses Instruments und fand
in ihm ein geeignetes Medium, den Kern seiner musikalischen Ideen zu vermitteln.
Schönberg komponierte Werke in nahezu allen Gattungen. Dabei erprobte
er Neuerungen oft in seinen Klavierkompositionen. So kommt den Klavierstücken
op. 11 (1909) für die Loslösung von der auf einen Grundton bezogenen Tonalität
besondere Bedeutung zu, in der »experimentellen Frühphase« der Dodekaphonie
komponierte er die Fünf Klavierstrücke op. 23 (1920-23) und die Suite
für Klavier op. 25 (1921-23).
Im Sommer 1920 und über die drei folgenden Jahre komponierte Schönberg
drei kürzere Werke, Fünf Klavierstücke op. 23, die Serenade op. 24 und
die Suite für Klavier op. 25. Die Zwölftonmethode fand in diesen Werken
erstmals Anwendung. Die Arbeit an den Fünf Klavierstücken und der Klaviersuite
fand zum Teil nahezu gleichzeitig statt: Eine Skizze zum fünften Satz
aus op. 23, dem Walzer - der als erstes Zwölftonwerk gilt - ist mit dem
26. Juli 1921 datiert, Skizzen und Erstniederschriften von Teilen aus
op. 25 - des Präludiums und des Intermezzos - entstammen ebenfalls dem
Sommer 1921. »Das fünfte Stück aus op. 23 ist ein Walzer. Seine Grundgestalt
besteht aus den zwölf Tönen der vollständigen Reihe in festgesetzter Ordnung.
Diese Tonfolge wird immer wieder durchlaufen, in stetigem Kreislauf von
vorne beginnend, sobald sie zu Ende ist. Zunächst erscheint sie als Walzermelodie,
in der Vertikalen, in drei Motive rhythmisch gegliedert. Die Begleitung
bringt dieselbe Folge, aber bei einem anderen Ton beginnend und zum Teil
in Akkorde zusammengefaßt.« (Erwin Stein: Neue Formprinzipien, 1924)
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