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Arnold Schönberg: Suite für Kleine Klarinette, Klarinette, Baßklarinette,
Geige, Bratsche, Violoncello und Klavier op. 29 (19251926)
Die ersten Entwürfe zur Suite op. 29 stammen aus dem Herbst 1924, als
Schönberg in seinem 5. Skizzenbuch eine Folge heiterer Sätze projektierte,
denen er folgende - zum Teil verschlüsselte - Charaktere zudachte: »1.
(Satz) 6/8 leicht, elegant, flott, Bluff / 2. Jo-Jo Foxtrott / 3. Fl.
Kschw. Walzer / 4. AS Adagio / 5. IbeB Muartsch Var / 6. Film Dva / 7.
Tenn Ski«. Der heitere, beschwingte Charakter der am 1. Mai 1926 abgeschlossenen
Suite steht durchaus in Bezug zum Lebensgefühl des zu dieser Zeit frisch
verheiratenen Schönberg, das Werk ist denn auch seiner »lieben Frau« Gertrud
gewidmet, deren musikalisches Monogramm »eS-G« zu Beginn und Ende jedes
Satzes in das musikalische Geschehen eingeflochten wird. Die Abfolge der
vierteiligen Suite, in der Elemente alter Tonalität in die Dodekaphonie
einbezogen werden (etwa im Anklang des Liedes »Ännchen von Tharau« im
dritten Satz), verbindet drei Sätze der traditionellen barocken Suite
mit einer Liedvariation.
Ähnlich wie zuvor einige Sätze aus den Klavierwerken op. 23 und 25 sowie
der Serenade op. 24 dominieren tänzerische Rhythmen, wobei besonders die
ersten beiden Sätze auf die Tanzmusik der 1920er Jahre verweisen: Dazu
trägt auch die ungewöhnliche Besetzung - drei Klarinetten, Streichtrio
und Klavier - mit ihrer Affinität zur »reeds«-Sektion einer Swingband
bei. Ihren besonderen Reiz gewinnt die Suite indes aus dem Spannungsverhältnis
ihres heiteren Charakters zur Strenge der musikalischen Faktur. Dem Werk
liegt eine Zwölftonreihe zugrunde, deren letzte Viertongruppe eine transponierte
Krebsform der ersten Viertongruppe ist, während in der mittleren Gruppe
zwei zweitönige Gruppen im Spiegelverhältnis angeordnet sind. Die Hexachorde
bestehen nur aus den Intervallen kleine Sekunde und kleine Terz; Hexachord
1 ist die Summe der Dreiklänge aus Es-Dur und h-Moll, Hexachord 2 aus
Cis-Dur und a-Moll. Schönberg baute bei der Strukturierung der Reihe auch
noch weitere »Verwandtschaftsgrade« ein, die höchste Kunst im Umgang mit
einer- zu diesem Zeitpunkt neuen - Kompositionsmethode zeigen.
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