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Arnold Schönberg: Klavierstück op. 33b (1929)
Einführung
Im Jahr 1928 wandte sich Emil Hertzka, Direktor der Universal Edition,
mit der Bitte an Arnold Schönberg, dessen Klavierstück op. 11 Nr. 1 für
eine geplante Anthologie moderner Klavierwerke verwenden zu dürfen. Schönberg
entschied sich jedoch für die Komposition eines neuen Klavierstückes (op.
33a). Zwei Jahre nach der Veröffentlichung (1929) folgte während eines
Aufenthalts in Barcelona das Klavierstück op. 33b. Schönberg wendet in
seinen Klavierstücken op. 33 konsequent eine Technik der Kombination von
Zwölftonreihen an, bei der zwei Formen einer Reihe gleichzeitig benutzt
werden können, ohne daß sich einzelne Töne wiederholen. Damit erweiterten
sich die kombinatorischen Möglichkeiten bei gleichzeitig gewahrter Schlüssigkeit
des Tonsatzes. In ihrer relativen Kürze und Geschlossenheit lassen die
Stücke an romantische Formen denken, etwa an die »Intermezzi« des von
Schönberg hochverehrten Johannes Brahms. Das erste Stück aus op. 33 ist
von eher impulsivem, brillantem Charakter, das zweite zurückhaltend, lyrisch
geprägt. Eine nähere formale Betrachtung läßt die traditionsverbundenen
Elemente des Werkes deutlich erkennen. So beginnt op. 33a mit einem aus
sechs Akkorden bestehenden Thema, das nach einer Überleitung ein zweites
Mal eine Oktave höher erklingt. Auf ein kurzes Zwischenspiel folgt das
zweite Thema, gekennzeichnet durch eine Melodie im Baß sowie eine charakteristische
Begleitformel. Nach Wiederholung der Melodie im Diskant beginnt ein kurzer
durchführungsartiger Abschnitt, auf den eine Reprise folgt, bei der die
Akkorde des ersten Themas gebrochen erklingen. Unschwer läßt sich aus
der Konstellation von zwei Themen, einer Art Durchführung und der Reprise
die komprimierte Sonatenhauptsatzform erkennen. Nach ganz ähnlichen Prinzipien
ist auch op. 33b aufgebaut, wobei hier in der Reprise das zweite Thema
vor dem ersten erscheint. In Schönbergs letzten Kompositionen für Klavier-Solo
zeigt sich sein Streben, musikalische Neuerungen in traditionelle Zusammenhänge
einzuordnen.
© Arnold Schönberg Center
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