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Arnold Schönberg: Begleitungsmusik zu einer Lichtspielscene (Drohende
Gefahr, Angst, Katastrophe) op. 34 (19291930)
Einführung
1929 erhielt Schönberg vom Heinrichshofen Verlag aus Magdeburg den Auftrag
zu einer Filmmusik. Der Komponist, der - wie spätere Erfahrungen in Hollywood
zeigen sollten - sich auch in finanziell prekärer Lage niemals der Kunstauffassung
eines Regisseurs oder Produzenten untergeordnet oder gar seine formale
Eigenständigkeit aufgegeben hätte, ignorierte mögliche Vorgaben und orientierte
sich lediglich an den Schlagworten »Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe«,
wodurch das Werk zwar dem breiten Feld der Programmusik zugeordnet werden
kann, ohne jedoch präzise Situationen oder Personenkonstellationen transparent
zu machen. Auch fehlen wiederholt auftretende Leitmotive. Die Schwierigkeit,
die drei Abschnitte des Untertitels spezifischen Teilen der Komposition
zuzuordnen, legt nahe, daß Schönberg wohl nicht beabsichtigt hatte, damit
die Form seiner Komposition umfassend zu beschreiben. Der Film bleibt
somit imaginär. Wie die Orchestervariationen beginnt Schönberg auch in
Opus 34 nicht mit einer linearen Vorstellung des Zwölftonthemas, sondern
mit einer kurzen einführenden Passage. Die möglichen Teilabschnitte oder
Episoden des Werks (Einleitung - Zwölftonthema - Liedform - rhythmisches
Ostinato - vier kontrastierende Episoden - Unterteilung in Tetrachorde
- Höhepunkt - Rückschau auf den Werkbeginn) sind nur partiell durch deutliche
Verbindungselemente miteinander in Korrelation gebracht. Schönberg formt
den Höhepunkt der Begleitungsmusik aus der Gegenüberstellung einer aufeinanderfolgenden
Sequenz von kleineren, manchmal zueinander in starkem Gegensatz stehenden
Teilen.
© Arnold Schönberg Center
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