Arnold Schönberg: Begleitungsmusik zu einer Lichtspielscene (Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe) op. 34 (1929–1930)
Quellen

An autographen Quellen sind nur Kompositionsentwürfe (A), die Reihenvorarbeiten, eine Reihentabelle, Skizzen und eine unvollständige Erste Niederschrift umfassen, sowie eine Fehlerliste (D) überliefert. Zwar ist die Reinschrift (B*), die als Stichvorlage für den Originaldruck der Partitur gedient hat, verschollen, doch hat sich eine Negativkopie des Autographs (Ba) erhalten, die Aufschluß über B* gibt und selbst einige Berichtigungen aufweist. Der Partiturdruck ist in zwei Ausgaben nachweisbar, dem Originaldruck (C1) und einer korrigierten Ausgabe (C2). Drei Exemplare des Partiturdrucks wurden von Schönberg als Handexemplare benutzt, d.h. mit Eintragungen versehen (Ca, Cb, Cc); die autographe Fehlerliste (D) und Weberns Dirigierpartitur (E) stehen in engem Zusammenhang mit den Korrekturen der Handexemplare.

A Reihentabelle, Skizzen und Teile der Ersten Niederschrift
Arnold Schönberg Center, Wien (Nachlaß Schönberg, MS 38, Archivnr. 1648-1658)

1648, 1649, 1650, 1651, 1652, 1653, 1654, 1655, 1656, 1657, 1658

8 lose Blätter Notenpapier unterschiedlicher Art und Größe.

Erste Niederschrift
Die überlieferten Teile der Ersten Niederschrift finden sich auf den Seiten 3r, 4r, 5r und 6r und bieten mit T. 128-219 in lückenlosem Fortgang die ganze zweite Hälfte der Komposition. Sie sind durch römische Verweiszahlen von IX bis XII miteinander verbunden, die - jedenfalls auf den vorliegenden Seiten - auch als Paginierung angesehen werden können. Die Lochungen der Einheiten, die die Erstniederschriftteile enthalten, machen die Annahme wahrscheinlich, daß sie ursprünglich Bestandteile eines Konvoluts mit der vollständigen Ersten Niederschrift waren, das durch Fadenheftung zusammengehalten wurde. Falls die römische Numerierung durchgänging als Paginierung verwendet wurde, müssen acht Seiten des ursprünglichen Konvoluts als verschollen gelten.
Die überlieferten Teile der Ersten Niederschrift sind auf S. 44 - 49 vollständig abgedruckt.
Die folgende Liste nennt die positiven, d.h. in notierten Lesarten greifbaren, Abweichungen der Ersten Niederschrift von der Endfassung im Bereich der Diastematik und der Rhythmik. Bei der Beschreibung der Abweichungen wird Bezug genommen auf die - potentiell spätere -instrumentale Zuordnung der Stimmen in der Endfassung.

Holograph sketches and tone rows.
Mfl. 1648-1649 : Written in black ink on one leaf of paper trimmed to 19 staves, measuring 24.5 x 35 cm. The recto contains a sketch of meas. 1-3 ff. The verso contains early sketches, one similar to the rhythmic figure at measure 60, the other is an early sketch of the first two measures of the piece.
Mfl. 1650-1651 : Written on one leaf of 'J.E. & Co. No. 6, 20 linig' paper measuring 34.7 x 26.5 cm. The recto is written in black ink and contains melodic and rhythmic sketches of the primary tone row written in black ink and green ink, and a sketch which uses the row's inversion at the fifth, written in pencil.
Mfl. 1657 : Written in black ink and green ink on the recto of one leaf of paper trimmed to 11 full staves, measuring 16.7 x 26.5 cm., with a portion measuring 6.4 x 13 cm. torn from the upper left hand corner. The leaf contains two sketches of the primary tone row and its inversion. Several numbers are also stamped on the recto. The verso is blank.
Mfl. 1658 : Written in black ink on two separate leaves which are joined near the upper right hand corner of the larger leaf. The smaller leaf contains calculations of timings with a few corrections in red pencil; it measures 8.3 x 6.1 cm. The larger leaf contains a complete tone row chart for the piece on a leaf with 24 staves, measuring 34.3 x 26.7 cm. Three notes have been corrected on a separate piece of paper affixed to the first row on the leaf.

Holograph first draft.
Score is written in condensed form in black ink on four leaves, numbered IX through XII, containing measure 128 to the end. The measures are numbered throughout. The first leaf measures 25.7 x 34.5 cm. and has 15 staves. This leaf contains a melodic outline of meas. 128-137 without the full accompaniment, and meas. 138-148 which are more complete. The verso is blank. The second leaf is 'B. & H. Nr. 11 C. 1. 12.' paper with 18 staves, measuring 35.5 x 23.8 cm. Meas. 149-150 are sketched in the first system and are crossed out. The verso is blank. The third leaf is 'J.E. & Co. No. 6, 20 linig' paper, measuring 34.6 x 26.5 cm. Some of this page is written in pencil. The orchestration is frequently indicated. The verso contains a 3 measure melodic sketch marked 'Nachspiel'. The fourth leaf measures 25.6 x 34.5 cm. and has 15 staves. Four additional staves are drawn in ink in the lower margin, but they are unused. Some of this leaf is also written in pencil. Some notes which have been mostly erased are written in red ink near the bottom right hand corner. The verso is blank.

(Quelle A in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

B* Reinschrift, autograph. Stichvorlage für den Druck C
Eigentum des Heinrichshofen's Verlags, formals Magdeburg, heute Wilhelmshaven.
Verschollen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Reinschrift als Teil des Verlagsarchivs von Magdeburg in das südlich gelegene Salzbergwerk Staßfurt ausgelagert *). Wie Florian Noetzel vom Heinrichshofen's Verlag mitteilt, fiel das Autograph wahrscheinlich einem Feuer zum Opfer; endgültige Sicherheit aber sei darüber nicht zu erlangen, da der Stollen der Sole 4 in Staßfurt, in dem sich das Verlagsarchiv befand, im Zuge der Löscharbeiten zugemauert und seitdem nicht wieder geöffnet worden sei.
Die im folgenden genannten Merkmale der Reinschrift sind aus der Kopie Ba erschlossen.
Als Beschreibstoff diente Notenpapier mit 20 Systemen, vermutlich von derselben Sorte wie das unter A Einheit 1 beschriebene Blatt. Die Reinschrift, die eine Titelseite und 33 mit arabischen Zahlen numerierten Notenseiten umfaßt, wurde mit Tinte geschrieben und enthält mehrere Korrekturschichten; Eintragungen für den Stecher sind - soweit das auszumachen ist - mit blasserer Tinte oder mit Farbstift ausgeführt.
Titelseite: Begleitungsmusik [unterstrichen] l zu einer Lichtspielscene l Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe) l von l Arnold Schönberg l op. 34.

(Quelle B* in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

Ba Negativkopie der Reinschrift B*
Arnold Schönberg Center, Wien (Nachlaß Schönberg, MS 38, Archivnr. 1647)

1647 p.1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36

Konvolut, quer 170 x 235 mm, aus einem festen Pappumschlag mit schwarzem Leinenrücken, 3 Lagen zu je 4 Bögen Notenpapier und 34 auf die Notenseiten geklebten Kopieblätter. Grüne Fadenheftung; die ersten beiden Blätter der I. bzw. die letzten beiden der III. Lage sind mit dem vorderen bzw. hinteren Umschlagdeckel verklebt.
Die Notenbögen stellen Hälften der Sorte J.E. & Co. l No. 3 l 14linig dar.
Die Kopieblätter sind 150 x 192 mm groß, dürften also Resultate einer Verkleinerung der Reinschrift im Maßstab 7 zu 4 sein. Die Kopieblätter wurden derart auf die Notenblätter geklebt, daß sich die Titelseite und die ungeradzahlig numerierten Kopien auf den recto-Seiten, die geradzahlig numerierten Kopien auf den verso-Seiten des Konvoluts befinden; die Einklebung setzt beim vierten Blatt der I. Lage an und reicht bis zum fünften der III. Lage; die fünfte, sechste und achte Seite der I. und die zehnte und zwölfte der III. Lage blieben also frei. I. Umschlagseite (Archivnummer 1647) mit schwarzer Tinte: Begleitungsmusik l zu einer l Lichtspielscene l op. 34.
Die Negativkopie weist Korrekturen mit Rot- und Bleistftift sowie mit blauer, brauner und schwarzer Tinte auf. Die Korrekturen stellen im wesentlichen Ergänzungen fehlender Einzelzeichen dar; sie sind bis auf drei Ausnahmen auch in den Originaldruck C1 eingegangen, müssen also dem Verlag vor Drucklegung bekannt gewesen sein.

The original ms. was destroyed during World War II.
For orchestra.
The beginning of the piece is dated '15/X.29'; the end (on p. 33) is signed and dated: 'Arnold Schönberg, Berlin 14. Februar 1930.'
The original was written on 20 stave paper. The photocopy consists of one t.p. and 33 numbered leaves which are affixed to 40 trimmed pages of 'J.E. & Co. No. 3, 14 linig' paper, which have been bound in a hardcover binding with black cloth spine and handlettered spine title. The measures are numbered by hand or by ink stamp throughout
Annotations and corrections to the score appear in red pencil and black ink on the pages numbered 6, 8-10, 12-13, 16, 20, 22-26, 29.
Accompanying material : 3 errata sheets, written primarily in pencil, correcting errors in this score. The first leaf measures 27.5 x 21.4 cm. and covers meas. 16-83. The verso has the beginnings of a grid drawn in pencil, but it is not used. The second leaf measures 23.2 x 33.9 cm. and covers meas. 82-164. The third leaf has a printed errata grid and contains only one correction in meas. 23. This leaf is numbered '1' in red pencil. The verso is not used.

(Quelle Ba in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

C1 Originaldruck
Heinrichshofen's Verlag Magdeburg 1930, H.V. 12946.

Folio (302 x 228 mm); 3 Lagen zu 5, 4 und 3 Bögen sind in einem sandfarbenen Umschlag aus dünnem Karton gebunden.
I. Umschlagseite: BEGLEITUNGSMUSIK l ZU EINER LICHTSPIELSCENE l (Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe l von l ARNOLD SCHÖNBERG l op. 34 l Partitur; unten: Aufführungsrecht vorbehalten l Eigentum für alle Länder l Heinrichshofen's Verlag, Magdeburg l Gegr. 1797.

C2 Zweite korrigierte Ausgabe des Originaldrucks
Heinrichshofen's Verlag Magdeburg, H.V. 12946.

Die zweite Ausgabe unterscheidet sich in der Aufmachung nicht von der ersten, weist aber im Notentext gegenüber C1 Ergänzungen und Korrekturen auf, die von Hand mit schwarzer Tinte nachgetragen wurden.

Von den beiden Handexemplaren, die C1 zugehören, enthält Ca nur die Korrekturen der Takte 3, 87 und 182 als Rotstifteintragungen, Cc dagegen bietet die genannten Korrekturen als Eintragungen mit schwarzer Tinte vollständig. Sie müssen also als autorisiert angesehen werden.
Die 1956 unter dem Titel Begleitmusik [sic] zu einer Lichtspielscene erschienene Studienpartitur (Heinrichshofen's Verlag, Wilhelmshaven und Amsterdam, Taschenpartitur Nr. 903) basiert auf einem Exemplar von C2; der korrigierte Originaldruck wurde dabei im Maßstab von etwa 9:5 verkleinert. Eine Dirigierpartitur des Werkes, wiederum unter dem Titel Begleitmusik, die 1979 C.F. Peters Corp. in New York erschien, geht dagegen auf C1 zurück (Exemplar der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Musikabteilung).

(Quelle C2 in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

Ca 1. Handexemplar Schönbergs
Arnold Schönberg Center, Wien

Ein Exemplar von C1 ist in schwarzer Pappe mit schwarzem Leinenrücken gebunden. Mit Rotstift auf der I. Seite des Originalumschlags von Schönbergs Hand: Mit vielen Fehler- l verbesserungen.

Cb 2. Handexemplar Schönbergs
Arnold Schönberg Center, Wien

Ein Exemplar von C2 im Originalumschlag; das vordere Umschlagblatt ist vom Rest des Konvoluts abgetrennt. Auf der I. Umschlagseite mit Lilastift von Schönergs Hand; HANDEXEMPLAR. Arnold Schönberg.

Cc 3. Handexemplar Schönbergs
Arnold Schönberg Center, Wien

Ein Exemplar von C1 ist in dunkelgraue Pappe mit hellgrauem Leinenrücken gebunden. Auf der I. Seite des Pappumschlags rechts unten mit schwarzer Tinte: BEGLEITUNGSMUSIK l zu einer Lichtspielscene.
Ca und Cb enthalten zahlreiche, oft gleichlautende Korrekturen und Ergänzungen mit rotem, grünem und lila Farbstift sowie mit Bleistift: Cc bietet - mit schwarzer Tinte geschrieben - die Korrekturen von C2, ferner Korrekturen mit Farbstift oder schwarzer Tinte, die alle in Cb enthalten sind und somit keine eigenständigen Lesarten darstellen.

(Quellen Ca, b, c in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

D Fehlerliste, authograph
Arnold Schönberg Center, Wien

Fehlerliste 1, 2, 3, 4, 5

3 lose Blätter unterschiedlicher Art und Größe.

Blatt 1 (hoch 275 x 215 mm). Vorder- und Rückseite: Je 2 Kolumnen unterteilt in Spalten für Takt, System, Ort im Takt und Fehlerbeschreibung. Nur die Vorderseite ist als Fehlerliste benutzt, die Kolumnen und Spalten der Rückseite sind leer. Planung der Kolumnen und Spalten mit Bleistift; Korrekturvermerke mit Bleistift, auch mit Lilastift und schwarzer Tinte.
Blatt 2 (quer 232 x 339 mm). Nur Vorderseite unterteilt in 3 Kolumnen mit Spalten wie auf Blatt 1. Planung der Kolumnen und Spalten mit Bleistift; Korrekturvermerke in den ersten beiden Kolumnen mit Bleistift, in der dritten auch mit Lila-, Grün- und Rotstift. Die Rückseite ist leer.
Blatt 3 (quer 216 x 324 mm). Vorgedruckte Kolumnen und Spalten auf Vorder- und Rückseite. Nur ein handschriftlicher Korrekturvermerk mit Bleistift.

(Quellen D in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

E Anton Weberns Dirigierpartitur
Im Besitz des Heinrichshofen's Verlags, Wilhelmshaven

Ein Exemplar von C1 ist in dünne sandfarbene Pappe gebunden; das beschnittene Vorderblatt des Originalumschlags ist auf die I. Seite des neuen Umschlags geklebt.
I. Umschlagseite: oben links Stempel: Zollamt l Wien l 186; unten links mit Blei- und Grünstift: Dirigiert: 8. V. 1931 BBC London (2x) l 31. I. 1932 Radio Wien l 7. V. 1932 Barcelona l 21. VI. 1932 (gr. Musikvereins-Saal) Arb. Sinf-K.
S. [1]: unten rechts Stempel: Universal-Edition l Karlsplatz 1.
Die Partitur enthält überaus zahlreiche Eintragungen, die zweifelsfrei von der Hand Anton Weberns stammen. Die unter C2 angeführten Korrekturen sind mit schwarzer Tinte vorgenommen, alle anderen Eintragungen mit rotem, blauem und grünem Farbstift sowie mit Bleistift. Sie dienen einerseits - als Wiederholungen und Markierungen im gedruckten Text - als Dirigierhilfen; andererseits weist E weitergehende Korrekturen auf, die in etwa 35 Fällen mit denen im Cb identisch sind, in anderen aber über Cb hinausgehen.

(Quellen E in: Arnold Schönberg. Sämtliche Werke. Abteilung IV. Orchesterwerke. Reihe B, Band 13: Orchesterwerke II. Kritischer Bericht, Skizzen, Herausgegeben von Nikos Kokkinis und Jürgen Thym. Mainz, Wien 1993)

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