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Arnold Schönberg: Sechs Stücke für Männerchor op. 35 (19291930)
Einführung
Die Chorstücke op. 35 wurden in zwei Abschnitten, im März und April 1929
sowie im Februar und März 1930 komponiert (Nr. 4 und 6 als Auftragsarbeiten
für den Deutschen Arbeiter-Sängerbund) und spiegeln vor allem Schönbergs
Haltung zur gesellschaftlichen Funktion von Kunst wider, wie Alban Berg
in einem Brief vom Februar 1931 hervorhebt: »Und dabei scheint mir hinter
dem absoluten Ewigkeitswert dieses Opus auch noch etwas Temporäres zu
stecken: So wie Du in den herrlichen Texten Dich mit den heutigen Gemeinschaftsideen
auseinandersetzt [...] so hat es den Anschein, als ob Du (der Du der jüngeren
Generation ja stets alles vorgemacht hast), auch einmal im Nachhinein
etwas vormachen und dabei zeigen wolltest, daß solche einfache, sonst
nur einer billigen Gemeinschaftsmusik angehörige Formen auch auf höchste
Kunstentfaltung und Meisterschaft Anspruch haben.« Das vielleicht wichtigste
Merkmal der Stücke im Hinblick auf die Idee, eine gemeinsame Grundlage
mit einem breiteren Publikum zu schaffen, ist die Wechselwirkung von zwölftönigen
und tonalen Elementen.
© Arnold Schönberg Center
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