Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr. 2 (in es-Moll) für kleines Orchester op. 38 (1906–1939)
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Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 25. März 1939
»Mir kam aber der Gedanke, der von meinem Sponsor, Mr. Hirshman, begeistert aufgenommen wurde, ob es nicht möglich wäre, Sie zu veranlassen, für die New Friends ein neues Werk zu komponieren. Es müsste freilich ein Stück sein, angepasst der eben angeführten Besetzung des Orchesters. Dauer etwa 20-25 Minuten. - Nun ist aber ein Haken da. Dieser Haken ist: Mr. Hirshman ist durchaus kein reicher Mann, vielmehr stolz darauf ein self-supporting Unternehmen ins Leben gerufen, und bewiesen zu haben, dass es in Amerika möglich ist. Damit will ich sagen, dass Mr. Hirshman nicht in der Lage ist, ein Extrahonorar für ein eigens für die New Friends komponiertes Werk zu zahlen. [...]
Diese Angelegenheit ist den "New Friends of Music" so wichtig, dass sie mich beauftragt haben, telephonisch sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen, um Ihren Bescheid zu erfahren.«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 3. April 1939
»Ich glaube, es ist gut, sich zunächst auf die Kammersinfonie zu konzentrieren. Als ich davon mit Mr. Hirshman sprach, war er begeistert einverstanden. [...] Auch musste ich mir reiflich überlegen, was ich Ihnen nunmehr sagen will. Es handelt sich um Ihre Geldforderung. [...] Mr. Hirshman ist nicht nur nicht reich, sondern auch nicht wohlhabend. Sein grosses Verdienst besteht darin, dass er seine sehr guten Konzerte ohne Geld macht. [...] Ihre Forderung von 1000 Dollars würde das peinlich errechnete Budget vollständig über den Haufen werfen. [...] Das einzige, was mir glückte, ist, etwas weniger als die Hälfte des von Ihnen geforderten Honorares zugesagt zu bekommen. Ich bitte Sie dringenst, lieber Freund, damit einverstanden zu sein. [...] Ich glaube, es ist wichtig, dass man in New York ein neues Werk von Ihnen von einem Dirigenten hört, der gewohnt ist Schönberg-Musik zu dirigieren, und sich mit der Wiedergabe dieser Musik vor Schönberg und der Welt bewährt hat. Ich glaube, dass das wichtiger ist, als die 5- bis 600 Dollar Differenz, die zwischen Ihnen und Hirshman liegt

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, 24. April 1939
"Kindly excuse my delay in answering your letter of April 3. I am kept very busy with my teaching and writing. Frankly, I could not interrupt work on my book without getting at least a $1000 for the 2nd Kammersymphonie. If I can finish the book before Sept. 1, I will try to make the Kammersymphonie, the Clarinet Septet Suite or the Woodwind Quintet ready for you. The Kammersymphonie would require at least two months, whereas one of the other two could probably be finished in a month. In the case of these latter two, I would be satisfied with $500, but I could not in this case write a new score, but only indicate the orchestration in the printed chamber-music version. The score for the conducter in this case must be written by my son or my son-in-law, both of whom have already done this kind of work for me.
If I do not have to interrupt my book I would make the Kammersymphonie $600 and it would be ready for extracting parts the beginning of November. Accordingly, don't place the work on your programs before about February.
If I have time and I'm not so tired as I'm now, I hope we will find a way to an agreement. But please also consider my necessities. I work very hard to make my living."

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 28. Juli 1939
»Sie müssen daran festhalten. - Was sollen in solchem Zusammenhang, und nachdem alles auf die neue Kammersymphonie wartet, Bearbeitungen, Instrumentierungen früherer Werke, oder Bach'scher Choralvorspiele (so unerhört sie sind, ich hab sie gerade unlängst mir recht genau angesehen): - Uns, Ihre Gemeinde, die Nachwelt, die Musikgeschichte werden solche Umdeutungen stets auf höchste fesseln - Wie denn nicht! - Aber wir wollen doch die praktische Gegenwart im Auge haben. [...] Nur zwei Sätze fertigzustellen, halte ich für eine höchst fragwürdige Idee.- Wollen Sie ein Fragment der Öffentlichkeit übergeben??? Verschieben wir die Aufführung bis März.- Sie schicken uns, was fertig; ich probiere, was noch nass von der Tinte; berichte Ihnen immerzu - so dass Sie fast 7 Monate Zeit haben.«

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, 27. September 1939
»In Eile: Die 2. Kammersymphonie ist für die Besetzung die Sie mir angegeben haben. Leider, denn ich vermisse sehr eine Posaune, eine Bass-Tuba, eine Bass-Klarinette. Ich habe - bis jetzt auch kein Schlagwerk verwendet und glaube nicht dass ich es tun werde. Streicher habe ich folgendermassen gerechnet: 8 I.6 II. 3 Viola, 3 Vcl, 3 Cbs. Ein paarmal habe ich E.H (2. Oboe) und Piccolo (2. Fl) verwendet - Das Stück wird relativ leicht sein. Hie und da ist natürlich eine Figur schwierig - dagegen kann ich nichts tun. Aber ich denke, für heutige Ohren ist wenigstens die Intonation nicht mein Hindernis.
Dieser Brief ist bis jetzt nicht fertig worden. Aber heute - 2.X. - will ich ihn doch absenden. Denn eben kam ein Brief vom Herrn Henry Colbert, in welchem er die Absendung des Kontrakts und des ersten Installments, welches ich im August erwartete, für "in a few days" ankündigt. Da ich nicht weiss, ob Herr Hirschmann zur Zeit der Ablieferung der Partitur Zeit genug haben wird, mir zu antworten und die letzten Installments zu bezahlen, so finde ich es für besser undere Abmachung dahin zu ändern, dass ich die Partitur des ersten Satzes sofort an die Adresse der New Friends of Music absenden werde, wenn - bis spätestens 15. Oktober die beiden ersten Instalments of $100 each bezahlt in meinen Händen sind.
Den zweiten Satz werde ich absenden, wenn bis 15. November weitere $250 in meinen Händen sind. Den dritten und letzten Satz werde ich bis spätestens Ende Januar fertig haben, werde die N.F.O.M. sofort davon verständigen und nach Empfang der Restzahlung von $150 die Partitur absenden. [...]«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 5. Oktober 1939
»Ich bin sehr, sehr froh, über den nun von Ihnen endgiltig (sic) beschlossenen dritten Satz. Aber eigentlich müssen es sechs Sätze sein. Bitte schimpfen sie nicht, und sagen sie nicht der Trottel, aber es wäre doch sehr schön, wenn, wie es Mozart in der Haffnerserenade und Brahms in den Seraden (sic), Sie eine mehr als 4sätzige Kammersymphonie schrieben. Die Haffner- und Brahmsserenaden sind wohl richtige Kammersinfonien. folgende Reihenfolge wäre doch sehr schön: Allegro; kleines 3 Minuten langes Stück. Allegro; Ihr jetziger 2. Satz; 2minütiges Stück;- Presto; Andante maestoso, Ihr jetziger 3. Satz.«

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, Oktober 1939
»Ich fürchte, ich werde Ihnen nicht die 2. Kammersymphonie überlassen können. Denn Herr Hirschmann ist entweder "too smart" für mich oder ich weiß nicht was. Kann er ernstlich glauben, dass ich ihm das Werk zur auschliesslichen Ersatzaufführung überlasse, ohne dass ein Termin dafür angesetzt wird? Das hiesse für die Ewigkeit!!! Kann er wirklich glauben, dass ich ihm das Material überlassen kann und dass er das Recht haben sollte, es weiter zu verleihen? Das hiesse, dass er für $600 das Aufführungsrecht der Kammersymphonie gekauft hätte. Wie denkt er sich das? Ich würde dieses Werk nicht unter $5000 verkaufen. Kauft er immer so billig ein? [...] Ich gebe ihm aber neun Aufführungen für $600, das ist, wenn man die Kosten des Materials dafür repartiert, höchstens $80 für ein Originalwerk per Aufführung.
Ich lege seinen Brief und seinen Vertrag bei. Ich habe den Vertrag so geändert, wie ich ihn wünsche. Bitte bringen Sie das nun in Ordnung. Ich muss aber bis spätestens 18. Oktober den Vertrag und das Geld erhalten haben [...].«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 16. Oktober 1939
»Was ich erreicht habe:[...] 1. dass alle Ihre Formulierungen angenommen wurden, bis auf zwei: Anstatt letzter Aufführungstermin 31. Dezember 1940, 31. März 1941, und irgendein Bestehen auf seinem Zahlungstermin, beginnend, wenn ich nicht irre, mit 15. Oktober. Ich macht ihm klar, was er schliesslich einsah, dass 600 Dollar ein ganz besonderes Entgegenkommen von Ihnen bedeute, und dass es natürlich einzig und allein ein Entgegenkommen unserem Verein gegenüber sei. [...]
Ich schreibe Ihnen das alles, weil ich folgendes glaube: Mr. Hirschmann wird Ihnen die 600 Dollar zahlen, wird sein Recht aber jemanden anderen zedieren, den ich mir Mühe geben werde zu finden, und ich glaube bestimmt, dass ich einen finden werde. Der Betreffende muss Ihnen noch etwas draufzahlen. Alles hängt davon ab, dass dieser Passus im Vertrag klar zu Ausruck kommt. Sollte ich niemanden finden, so kann für da ja derjenige, der sich Ihnen gegenüber bereit erklärte, die Erstaufführung zu erwerben völlig desinteressiert daran sein muss, ob er Ihnen oder Hirschmann die 600 Dollar zahlt. [...]
Mr. Hirschmann bat mich, Ihnen um Gottes Willen nicht zu schreiben, sonst machte ich nur Konfusion. Es versteht sich, dass diese Zeilen privateste Zeilen sind. Sie erhalten in der nächsten Zeit Mr. Hirschmanns offiziellen Brief.«

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, Herbst 1939
»Seit einem Monat arbeite ich an der zweiten Kammersymphonie. Die meiste Zeit verbringe ich damit, herauszufinden: ‚was hat der Autor hier gemeint?‘ Mein Stil hat sich inzwischen ja sehr vertieft und ich habe Mühe, das was ich berechtigterweise seinerzeit im Vertrauen auf mein Formgefühl, ohne vieles Nachdenken hinschrieb, nun mit meinen weitgehenden Anforderungen an ‚sichtbare Logik‘ in Einklang zu bringen.«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 12. Dezember 1939
»Für Vieles habe ich zu danken - erstens [...] - zweitens und vorallem Dank dafür, dass Sie, trotz allem, nun die 2. Kammersinfonie vollendet haben. - Die Partitur kam an. - Vor einer Stunde. - Ich steckte über die Ohren in Probenarbeit - hab gerade einen Blick nun in die Seiten getan - der vertraute Anblick, den ich so liebe. - Ich schreibe Ihnen noch ausführlich... Über die Aufführung kann ich nichts definitives sagen. Viele interessieren sich, zweifelten aber daran, ob das Stück wirklich zu Ende geschrieben würde. Nun ist der Fall noch einfacher. Sie erhalten auch darüber ausführliche Nachricht. - Ihre Sendung hat den heutigen Tag mir zu einen Hohen gemacht, in der allgemeinen Misere in der ich jetzt lebe. [...] Ich glaube, es wäre gut, den 3. Satz unter Dach und Fach zu bringen.«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 24. Dezember 1939
»
Am Tage, als Ihre Partitur ankam, war ich zugedeckt mit dummer Probenarbeit. Gleichwohl gelang es mir, Kolisch zu erreichen. Er kam am selben Abend, und wir spielten, so gut es ging, die zwei Sätze vierhändig. [...] Ich glaube die beiden Sätze sind Musik allerersten Ranges. Der erste Satz in seiner gedrungenen Klarheit und Prägnanz höchst eindrucksvoll, der zweite äusserst lebendig, ich glaube auch sehr wirksam. Die Synthese der Harmonik der frühen Mittelperiode und Ihrer jetzigen reifsten Meisterschaft schein mir vollkommen gelungen. Dieser Satz ist für denjenigen, der Ihre Musik kennt, vielleicht einer der interessantesten, die Sie überhaupt schrieben. [...] Jetzt bin ich höchst gespannt und neugierig auf den dritten Satz. Der zweite ist ja merkwürdig genug, der ein Scherzo ist, das im düstersten es-moll-Adagio endigt!«

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, 2. April 1940
"[...] Ein Wort noch über die zweite Kammersymphonie: als ich hörte, dass heuer keine Aufführung möglich ist, und da ich gerade sehr müde war - wahrscheinlich infolgedessen - mit dem dritten (letzten) Satz nicht sehr zufrieden war, habe ich die Arbeit an der Partitur unterbrochen. Ich werde sie wahrscheinlich in ein bis zwei Wochen wieder aufnehmen und dann dauert es höchstens 14 Tage, bis die Partitur absendungsreif ist. Wie gewöhnlich wird es sich wahrscheinlich auch diesmal um nicht mehr handeln, als dass ich zwei bis zehn Takte, die mich auf ein "unrichtiges Gelände" geführt haben werde streichen müssen. [...]
Der letzte Satz ist ein " Epilog" der zwar thematisch neues Material bringt (aus dem vorhergehenden geschöpftes) aber dennoch nicht unbedingt nötig ist. Die musikalischen und "psychischen" Probleme in den beiden fertigen Sätzen erschöpfend dargestellt; der Schlusssatz fügt dem sozusagen einige "Betrachtungen" bei. ich möchte auch noch erwähnen, dass mein Kontrakt durch zwei Sätze erfüllt ist und der 3te Satz nur meinem eigenen Verlangen entspricht."

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 12. April 1940
»
Das Sie keine Lust hatten, in der Arbeit des dritten Satzes der Kammersymphonie ortzufahren, verstehe ich sehr gut. Nun aber bin ich in der Lage Ihnen mitzuteilen, das die Konzerte des New Friends of Music Orchesters für die nächste Saison in einem ausgedehnteren Ausmaße gesichert sind. Die Uraufführung Ihrer zweiten Kammersymphonie soll am 10. Dezember dieses Jahres stattfinden. Ob Sie vertraglich nur zu zwei Sätzen verpflichtet sind, interessiert mich augenblicklich nicht im Geringsten. Für mich ist nur von höchstem Interesse, dass Sie einen möglichst schönen und möglichst langen dritten Satz komponieren. Bitte tun Sie das ja. Mein Orchester ist jetzt sehr gut. [...] Sein Sie deshalb über die Qualität der Aufführung, soweit es das Orchester anlangt, beruhigt. Die Aufführung ist früh genug, um andere Aufführungen (anderer Orchester) noch in derselben Spielzeit zu ermöglichen. Der Schaden der Verzögerung um ein halbes Jahr ist also nicht allzu gross. Bitte beruhigen Sie mich über den dritten Satz. Machen Sie ein langes langes langes langes langes Stück. Und machen Sie bitte jetzt keine Witze über mein Unverständnis. Ich fände es am schönsten, wenn es 5 Sätze wären, und der Epilog, von dem Sie sprechen als sechster Satz.«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 20. August 1940
»
Wie ist es mit dem letzten Satz der Kammersinfonie, resp. mit den anderen Sätzen, auf die ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe? Die drei Sätze liegen hier, zusammen mit der Kunst der Fuge, als die einzige Musik, die ich aus N.Y. mitnahm, auf meinem Piano; ich denke immerzu an die Fortsetzung und wartete auf Nachricht... Bitte schreiben Sie uns doch darüber. Nach meiner Meinung beantworteten Sie drei meiner Briefe nicht. - Auch über das Orchestermaterial zu sprechen, ist höchste Zeit. Wenn ich nicht irre, versprachen Sie, dafür zu sorgen.«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 4. September 1940

»1.) Was [ist] mit der Kammersinfonie? - Bin sehr erschrocken dass Sie sie mit keiner Liebe erwähnen. Beides ist wichtig: A.) dass Material in Ordnung kommt; die Leut' müssen fester übern; jeder eine Stimme; als 8 1. Vl. etc... B.) (eigentlich AAAA) Sie müssen das Werk vollenden; ich hörte es mir jetzt ein paar Mal an; es ist vollsibiges Meisterwerk, aber noch Fragment. 2 Sätze sind, so wie sie vorliegen, Fragment. Das ist van, zweifellos. [...] Wie steht es mit Recudierung in N.Y.?? - Man müsste dann alles dransetzen, dass Sie dann auch die Aufführung bei den "new friends" dirigieren. - Wenn aus unserem Zusammensein in Los Angeles nichts wird, bitte schreiben Sie doch sofort über die Kammersinfonie. [...]«

Fritz Stiedry an Arnold Schönberg, 9. Oktober 1940
»[...]
Es bleibt dabei, dass Programm des Eröffnungskonzerts am 15. Dezember lautet: Brandenburgisches Konzert No. 1, Schönberg Kammersinfonie, Brandenburgisches Konzert No.4. Ich sprach mit meinem Manager sofort über die Materialfrage. Es gelang mir, den Betrag von $ 100.- durchzusetzen. Die erste Frage war: "Was ist mit den anderen Sätzen der Symphonie?" Ich erwiderte, es war ein Irrtum meinerseits, dass ich von anderen Sätzen sprach; es bleibt bei diesen Sätzen. Worauf betretenes Schweigen folgte. Ich werde natürlich alles tun, um unangenehme Diskussionen zu vermeiden.
Gleichwohl erlaube ich mir, Ihnen folgendes zu sagen: Als ich vor 1 1/2 Jahren bei meinem Sponsor anregte, bei Arnold Schönberg ein neues Werk "zu bestellen", war mein Hauptmotiv, Ihnen, der es im Grunde gar nicht notwendig hat, auf sterbliche Art zu helfen.
Auch finanziell. Wohlüberlegt, und vor allem Ihre Einwürfe wohl überlegt, die Sie mir in Westwood sagten, muss ich Ihnen in aller Freundschaft und Verehrung sagen: Sie haben Unrecht, und nützen sich nicht mit der Publikation dieses zweisätzigen Fragmentes. Ihr Einwurf, es handle sich um autobiographische Notwendigkeiten, ist sehr klug, aber literarisch. Von Bach über Haydn, Beethoven, Brahms, Richard Strauss, hätte das niemand gesagt. Einleuchtend und überzeugend ist nur Ihr Argument bezüglich Ihrer Unzufriedenheit mit dem von Ihnen bereits konzipierten neuen Adagio. Dagegen gibt es keine Einwände. Was ich Ihnen aber vorschlage, und ich beschwöre Sie, diesen Vorschlag nicht sofort abzulehnen, sondern ruhig zu überdenken, ist die Komposition eines dritten Mittelsatzes in der Dauer von etwa 5 Minuten. Ich bin überzeugt, dass ein Musiker Ihres - musikgeschichtlichen - Formates einen solchen Satz in wenigen Wochen herstellt.«

Arnold Schönberg an Henry Colbert, 31. Oktober 1940
»Under separate cover I sent you today the parts of my Kammersymphonie No. II in agreement with my conversations with Dr. Stiedry [...]. The package includes the following 40 parts: 6 Violin I, 6 Violin II, 5 Viola, 5 Violoncell, 4 Contrabass and 2 Flutes, 2 oboes, 2 Clarintes, 2 Bassoons, 2 Jorns (sic), 2 Trumpets.
Will you please send me with your next the fee of $100 upon which I have agreed with Dr. Stiedry. [...]«

Arnold Schönberg an Fritz Stiedry, 15. Dezember 1940
»Our living room full of friends and pupils admire you and your orchestra in the excellent performance of my chamber symphony. Many congratulations and thanks of all of you. Please write soon more details.«

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