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Variations on a Recitative for Organ (in D) op. 41 (1941)
Einführung
Aus der Korrespondenz zwischen Schönberg und William Strickland, dem Generalherausgeber
der Contemporary Organ Series, geht hervor, daß Schönberg Anfang August
1941 den Auftrag erhielt, für die Reihe eine Komposition beizutragen.
Er begann sofort mit einer dodekaphonen Sonate, Strickland bat jedoch
um eine Variationenreihe oder Suite. Ende August entschloß sich Schönberg
zur Komposition von Variationen über ein Rezitativ in d-Moll und verwarf
die Idee einer Sonate. Das Manuskript der Orgelvariationen wurde am 12.
Oktober 1941 vollendet. Wenngleich das Rezitativ eine in sich abgerundete
Form repräsentiert, entspricht es nicht dem gängigen Thema-Variationen-Schema;
vielmehr werden hier eine Reihe von Gedanken exponiert, welche erst später
weiterentwickelt werden. Das Thema enthält alle zwölf Töne der chromatischen
Skala. Hinsichtlich des Beginns und Endes ist D als Tonika möglich, d-Moll
wird jedoch nicht tonal ausformuliert. Die Variationen sind streng konstruiert
gestaltet, nicht nur im Hinblick auf die Taktzahl, sondern auch darauf,
daß die Rezitativtöne mehr oder weniger einen cantus firmus in jeder einzelnen
Variation bilden.
Schönberg war kein Experte für Orgel und vollendete mit den Variationen
op. 40 erstmals ein Werk für dieses Instrument. Die inhaltliche Beschäftigung
mit der Orgel geht jedoch bereits auf etwa 1904 zurück, als er in dem
Artikel »Die Zukunft der Orgel« darlegte, die Orgel entspräche als unzeitgemäßes
Instrument eher den Vorstellungen des Interpreten denn des Komponisten.
Leider existiert dieser Artikel nur als zweiseitiges Fragment und die
Zukunftsvisionen Schönbergs bleiben unthematisiert. In einem mit 10. Mai
1949 datierten Brief an Werner David, der die erste Berliner Aufführung
der Variationen op. 40 organisierte, entwarf Schönberg ein Orgelmodell,
das den Bedürfnissen eines modernen Komponisten gerecht würde. Das erdachte
Instrument sollte schmal und etwa eineinhalbfach so groß wie eine Reiseschreibmaschine
sein, mit sechs Registern, die jeweils den Umfang von sieben bis acht
Oktaven umfassen und alle dynamischen Schattierungen berücksichtigen.
© Arnold Schönberg Center
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