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Drei Lieder für tiefe Stimme (und Klavier) op. 48
Texte von Jacob Haringer
Sommermüd
Wenn Du schon glaubst, Es ist ewige Nacht
Hat Dir plötzlich ein Abend
Wieder Küsse und Sterne gebracht.
Wenn Du dann denkst
Es ist Alles, Alles vorbei
Wird auch einmal wieder Christnacht
Und lieblicher Mai.
Drum dank Gott und sei still,
Daß Du noch lebst und noch küßt
Gar mancher hat ohne Stern
Sterben gemüßt.
Tot
Ist alles eins
Was liegt daran,
Der hat sein Glück,
Gar seinen Wahn.
Was liegt daran!
Ist Alles eins,
Der hat ein Glück!
Und ich fand keins.
Mädchenlied
Es leuchtet so schön die Sonne
Und ich muß müd ins Büro,
Und Ich bin immer so traurig,
Ich war schon lang nimmer froh.
Ich weiß nicht, ich kanns nicht sagen,
Warum mir immer so schwer,
Die anderen Mädchen alle
gehn lächelnd und glücklich einher.
Vielleicht spring ich doch noch ins Wasser,
Ach, mir ist alles egal,
Käm doch ein Mädchenhändler
Und es war doch Sommer einmal!
Ich möcht ins Kloster und beten
Für andre, daß's ihnen besser geht
Als meinem armen Herzen,
Dem hilft kein Stern, kein Gebet.
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