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Vermutlich durch seinen Schwager Alexander Zemlinsky gelangte Schönberg in den Besitz der auch für die »Gurre-Lieder« herangezogenen deutschen Ausgabe der Gedichte Jacobsens (aus dem Dänischen von einem Wiener Philologen unter dem Pseudonym Robert F. Arnold ins Deutsche übersetzt und 1897 im Leipziger Verlag von Georg Heinrich Meyer veröffentlicht). Zemlinsky war zu jener Zeit Gründungs- und Vorstandsmitglied des Wiener Tonkünstlervereins, der einen Preis für einen Liederzyklus mit Klavier ausgeschrieben hatte. »Schönberg, der sich um den Preis bewerben wollte, komponierte Die früheste Datierung innerhalb des umfangreichen »Gurre-Lieder«-Konvoluts erscheint auf der Erstniederschrift zum ersten Gesang des Waldemar, die Angabe »Begonnen im März 1900« wurde von Schönberg offensichtlich erst nachträglich hinzugefügt, korrespondiert jedoch mit brieflichen Mitteilungen an Alban Berg mit Angaben zum Kompositionsbeginn. Das »Hochzeitslied« vom 31. März 1900 und die beiden vermutlich im selben Umfeld entstandenen Liedfragmente nach Texten von Jacobsen geben einen Hinweis darauf, daß Schönberg aus der Jacobsen-Ausgabe für den Kompositionswettbewerb des Tonkünstlervereins nicht ausschließlich die »Gurre-Lieder« sondern möglicherweise alternativ auch andere Gedichte aus der Ausgabe von 1897 zur Vertonung und Einreichung um den Preis in Betracht gezogen bzw. mit den »Gurre-Liedern« vielleicht sogar erst später begonnen haben mag. Die beiden Liedfragmente, deren Textvorlagen in der Leipziger Jacobsen-Ausgabe unmittelbar aufeinander folgen, sind nicht datiert, das Vollendungsdatum des »Hochzeitsliedes« schließt einen bereits früheren Beginn der Komposition nicht aus. Neben der von Zemlinsky in der Schönberg-Festschrift von 1934 publizierten Erinnerung an das Frühjahr 1900 gab Schönberg später seinen amerikanischen Schülern im Unterricht bekannt, er habe an dem Wettbewerb nicht teilgenommen, da er die als Klavierliederzyklus begon nenen »Gurre-Lieder« erst nach Ende der Einreichfrist fertig gestellt habe (überliefert durch seine Schülerin Dika Newlin in »Schoenberg Remembered«). Das »Hochzeitslied« wurde erst 1904 für den Druck im Dreililien-Verlag zusammen mit fünf weiteren Gesängen aus den Jahren 1899 – 1903 zu einer Sammlung zusammengestellt. Die Provenienz des neuerworbenen Autographs geht auf Schönbergs Bruder Heinrich zurück, der selber Sänger war. Schönberg schenkte das Manuskript Heinrich 1917 anläßlich dessen Verheiratung mit Bertel Ott, der Tochter des Salzburger Bürgermeisters. Seiner neuen Schwägerin widmete er zum selben Anlaß ein Exemplar des im selben Jahr erschienenen »Jakobsleiter«-Librettos. |
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