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Blicke
Ich habe einerseits ein schlechtes Physiognomien-Gedächtnis,
konnte aber (früher) andrerseits mit wenigen Strichen das
Gesicht einer Person nach einmaligem Sehen aufzeichnen. Diesen
Widerspruch konnte ich mir nie erklären, bis ich entdeckte, dass
sie mit einer anderen Fertigkeit in Zusammenhang steht: ich kann
den Blick der meisten Menschen nachahmen! Und das kommt
daher, dass ich den Menschen nur in die Augen sehe (so dass ich oft
nicht wußte, ob einer Schnurrbart hat oder nicht). Darum auch
wurden meine Zeichnungen nach den ersten paar Strichen immer
schlechter; wenn ich Details hinzufügen wollte. Daher kommt es
wahrscheinlich auch, dass meine sogenannten »Visionen« immer
Blicke sind.
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Arnold Schönberg Center, Wien ( T 04.12)
Datiert: 1. Juni 1926.
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