Versuch eines Tagebuchs[…] 2. Februar [1912 …] Dann kam Marc (ohne Frau, die krank war). […] Marc zeigte Brief von Loos, der über Oppenheimer schimpft, ihn Schwindler, Kokoschka-Kopisten nennt und vor ihm warnt. Wirkliches Unrecht, das man dem Oppenheimer tut: Einen, der unoriginell ist, muß man deswegen noch nicht Schwindler nennen. In Wirklichkeit ist Oppenheimer gewiß wenig sympathisch. Seine Bilder haben mich nie über sein Nicht- Genie getäuscht. Er ist ein »Lausbub«, aber kein Schwindler. Und seine Bilder haben nichts mit Kokoschka gemein. Also tut man beiden unrecht! Denn Kokoschka ist echt! – Marc ist ein ganz sympathischer Mensch. Etwas unklar und nicht sehr bedeutend. Er wird nicht lange mit Kandinsky zusammengehen. Insbesondere nicht, wenn man ihm das öfter, aber taktvoller nahelegen würde, als es der Brief eines Kunstfreundes tat, von dem er im Anschluß an Loos etwas präpotente Ratschläge (»gehen Sie zu Hans v. Weber, was der tut, ist wohlgetan« …) erzählte. […] __________ Arnold Schönberg Center, Wien (T 26.02)
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||

| Home > |
|
|