Verein für musikalische Privataufführungen
Quellen am Arnold Schönberg Center


 

Einführung

»Schönberg hat wieder eine herrliche Idee: [...] einen Verein zu gründen, der es sich zur Aufgabe macht, Musikwerke aus der Zeit ›Mahler bis jetzt‹ seinen Mitgliedern allwöchentlich vorzuführen.« (Alban Berg in einem Brief an seine Frau Helene vom 1. Juli 1918)

In Mödling wurde die Idee zum »Verein für musikalische Privataufführungen« geboren, dessen Gründung im November 1918 stattfand. In der ersten konstituierenden Generalversammlung des Vereins im Dezember wurde unter der Präsidentschaft Arnold Schönbergs ein Vorstand von 19 Mitgliedern seines Wiener Schüler- und Freundeskreises bestätigt. Der Verein setzte nicht nur als Pflegestätte von Novitäten sondern auch durch seine unkonventionelle Struktur neue Maßstäbe: Geheimhaltung des genaueren Programms (um einen »gleichmäßigen Besuch zu sichern«), Wiederholung von Werken, nichtöffentlicher Charakter der Vereinskonzerte, Verbot von Beifalls- oder Mißfallensbekundungen, um »Künstlern und Kunstfreunden eine wirkliche und genaue Kenntnis moderner Musik zu verschaffen«. Proben und Vereins-Konzerte fanden im Konzerthaus, Musikverein, Festsaal des Kaufmännischen Vereins sowie im Klub österreichischer Eisenbahnbeamter, den Schwarzwald’schen Schulanstalten und dem Festsaal des Ingenieur- und Architektenvereins statt. 1921 mußte der Verein aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seine Konzerttätigkeit einstellen.

Durch Schönbergs Nachlass ist ein großer Teil der vereinsinternen Korrespondenz, Mitteilungen, Konzertprogramme, Protokolle sowie weitere geschäftliche Unterlagen erhalten geblieben.

Zusammenstellung von Agnes Dürhammer

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