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1874 - 1900
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Arnold Schönberg - Biographie

1874
Arnold Schönberg wird am 13. September als Sohn des Samuel und der Pauline Schönberg (geb. Nachod) in Wien II., Obere Donaustraße 5 (vor der Eingemeindung der Wiener Vorstädte: Brigittenau 393), geboren. Samuel Schönberg wird im dortigen »Handels- und Gewerbeadreßbuch« als »Schuhw[aren]-F[abrikant]« geführt. Schönbergs am 20. Dezember 1872 geborene Schwester Adele stirbt am 8. Mai an Gehirnhautentzündung.

1876
Übersiedlung in die Theresiengasse 5 (ehedem Leopoldstadt 894). Geburt der Schwester Ottilie am 9. Juni. 

1880
Übersiedlung in die Taborstraße 48. Eintritt in die Volksschule (Kleine Pfarrgasse 33).

1882
Geburt des Bruders Heinrich am 29. April. Violinunterricht.

1883
»Als noch nicht neunjähriges Kind hatte ich angefangen, kleine und später größere Stücke für zwei Violinen in Nachahmung solcher Musik zu komponieren, die ich mit meinem Lehrer oder einem Cousin zu spielen pflegte. Als ich Violinduos von Viotti, Pleyel und anderen zu spielen vermochte, ahmte ich ihren Stil nach.«
(»Bemerkungen zu den vier Streichquartetten« 1949)

1885
Besuch der k.k. Oberrealschule in der Vereinsgasse

Komponiert Märsche, Polkas.

1886
Samuel Schönberg unterhält ein Kommissions- und Inkassogeschäft in der Kleinen Pfarrgasse 31.

1889
Tod des Vaters an einer Lungeninfluenza.

1891
Verläßt am 22. Januar die Schule (Link: Zeugnisse) und beginnt als Lehrling in der Privatbank Werner & Co.
»Alle Kompositionen, die ich vor meinem siebzehnten Jahr geschrieben habe, sind nichts als Imitationen solcher Musik, die mir zugänglich war. Die einzigen Quellen, aus denen ich schöpfen konnte, waren Violinduette und Arrangements von Opernpotpourris für zwei Violinen, wozu noch die Musik gerechnet werden darf, die ich durch Militärkapellen kennenlernte, die in öffentlichen Gärten Konzerte gaben.« (»My Evolution« 1949)

1892
Übersiedlung in die Große Stadtgutstraße 10
»Meyers Konversationslexikon (eine Enzyklopädie, die wir auf Raten kauften) hatte den langersehnten Buchstaben 'S' erreicht und ermöglichte es mir, unter 'Sonate' zu erfahren, wie ein erster Satz eines Streichquartetts gebaut sein sollte. Zu der Zeit war ich ungefähr achtzehn Jahre alt.« (»Bemerkungen zu den vier Streichquartetten« 1949)

1893
Übersiedlung in die Theresiengasse 5 (im folgenden Jahr umbenannt in Adambergergasse). 
Komponiert im Sommer in Kierling bei Wien das erste vollständig erhaltene Werk »In hellen Träumen hab ich Dich oft geschaut« für Gesang und Klavier nach einem Text von Alfred Gold, den Schönberg durch seinen Freund und Mentor David Josef Bach kennenlernte.

1894
Als Mitglied des Dilettantenorchesters »Polyhymnia« lernt er seinen künstlerischen Mentor und späteren Schwager Alexander Zemlinsky kennen. Übersiedelt in die Leopoldgasse 9
Erhält für das Schilflied einen Preis der »Polyhymnia«. Komponiert im Oktober Drei Klavierstücke.
     
1895  
Kündigung der Anstellung bei Werner & Co. Übernimmt Dirigate beim Mödlinger Gesangsverein »Freisinn«, dem Männergesangsverein Meidling sowie die Chormeisterstelle des Metallarbeiter-Sängerbunds Stockerau. 
»Ei du Lütte« für vierstimmigen gemischten Chor a capella.

1896  
Auf Anregung Richard Heubergers entstehen die Sechs Stücke für Klavier zu vier Händen. Arbeitet zwischen dem 1. September und 30. November an einer Serenade für kleines Orchester, welche unvollendet bleibt.

1897
Beginnt am 22. März mit einer Gavotte und Musette für Streichorchester (im alten Style).
Scherzo F-Dur für Streichquartett (datiert mit 27. Juli). Mädchenfrühling für Gesang und Klavier (datiert mit 15. September).
Legt Alexander Zemlinsky ein Streichquartett D-Dur vor.

1898
Konvertiert am 25. März vom mosaischen zum protestantischen Glauben.
Unterrichtet seine erste Schülerin Wilma Weber von Webenau
Bricht im Juli die Komposition der symphonischen Dichtung »Frühlings Tod« nach Nikolaus Lenaus Gedicht »Warum, o Lüfte, flüstert ihr so bang« ab. Zwei Gesänge op. 1 für eine Baritonstimme und Klavier (Herbst).
Auf Vermittlung Zemlinskys wird Schönbergs »Nulltes« Streichquartett D-Dur am 20. Dezember im Wiener Musikverein durch das Fitzner-Quartett aufgeführt.

1899 
Leitet den Männergesangsverein »Beethoven« in Heiligenstadt. Beginn der Beziehung zu Alexander Zemlinskys Schwester Mathilde. Sommeraufenthalt in Payerbach.  
»Die Beiden« für Gesang und Klavier (datiert mit 2. April). »Mailied« für Gesang und Klavier (8. bis 9. Mai). »Gethsemane« von Richard Dehmel für eine Männerstimme und Orchester (unvollendet). Vier Lieder op. 2 für eine Singstimme und Klavier (Sommer-Winter). Im September entsteht während eines Ferienaufenthalts mit Alexander von Zemlinsky und dessen Schwester Mathilde in Payerbach das Streichsextett Verklärte Nacht op. 4 (Endfassung datiert mit 1. Dezember) nach einem Gedicht von Richard Dehmel.

1900
Leitet Arbeiterchöre. Begegnung mit Alma Maria Schindler, der späteren Frau Gustav Mahlers.  
Beginnt am 12. Februar mit einer Symphonie in G-Dur (Fragment). Durch ein Preisausschreiben des Wiener Tonkünstler-Vereins wird Schönberg zur Komposition der Gurre-Lieder angeregt. Über die kompositorischen Eckdaten gibt er in einem Brief an Alban Berg Auskunft: »Im März-April 1900 habe ich den ersten und II. Theil komponiert. [...] März (also anfangs 1901) Rest vollendet!! Dann Instrumentation im August 1901 begonnen [...] Mitte 1902 fortgesetzt. [...]1903 zuletzt daran gearbeitet und fertig gestellt bis ca. Seite 118. Daraufhin liegengelassen und ganz aufgegeben! Wieder aufgenommen Juli 1910. Alles instrumentiert bis auf den Schlußchor. Den vollendet in Zehlendorf 1911.« »Gruß in die Ferne« für Gesang und Klavier (die 1. Fassung ist mit 19. August datiert).