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1874 - 1900
1901 - 1917
1918 - 1932
1933 - 1951
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1901
Am 18. Oktober heiratet Schönberg Mathilde von Zemlinsky in der lutherischen Pfarre, Wien, Innere Stadt. Die erste Wohnung des jungen Ehepaares liegt in Wien IX., Porzellangasse 53.
Übersiedlung nach Berlin im Dezember. Anstellung als Kapellmeister an Ernst von Wolzogens literarischem Kabarett »Überbrettl«.
Vom 18. Juni bis 28. Juli Arbeit an dem Opernfragment »Die Schildbürger« (dramatische Einrichtung der gleichnamigen Erzählung von Gustav Schwab). Komponiert zwischen April und September acht Lieder aus einer Anthologie »Deutscher Chansons« und bietet sie Ernst von Wolzogen (Gründer des Berliner literarischen Kabaretts »Überbrettl«) an, der aus dem Kompendium sowohl den »Nachtwandler« als auch »Jedem das Seine« erwirbt. Für das Wiener Theater »Zum lieben Augustin« komponiert Schönberg »Seit ich so viele Weiber sah« aus dem »Spiegel von Arkadien« von Emanuel Schikaneder. Die nach ihrem Entstehungsanlaß erst posthum benannten »Brettllieder« führen zu einer Anstellung Schönbergs als Kapellmeister am Berliner »Überbrettl«, welche er am 16. Dezember antritt.

1902
Geburt der Tochter Gertrude am 8. Januar. Auf Empfehlung von Richard Strauss wird Schönberg eingeladen, am Stern’schen Konservatorium in Berlin Unterricht in Harmonielehre zu erteilen. 
Uraufführung der »Verklärten Nacht« im Kleinen Musikvereinssaal in Wien durch das Rosé-Quartett am 18. März. Unterbrechung der Arbeit an den »Gurre-Liedern«. Begegnung mit Oscar Straus, Viktor Holländer, Bogumil Zepler sowie Robert Fischhof, deren Operetten er instrumentiert.

1903
Im Spätsommer kehrt Schönberg mit Frau und Tochter nach Wien zurück. Begegnung mit Gustav Mahler.
Bezieht mit Mathilde und Gertrude eine Wohnung in der Liechtensteinstraße 68/70.
»Deinem Blick mich zu bequemen« für Gesang und Klavier (1. Fassung datiert mit 3. Januar).
Im Februar vollendet Schönberg die im April des Vorjahres begonnene symphonische Dichtung »Pelleas und Melisande« op. 5. Arbeitet an dem als Fragment erhaltenen Chorlied mit Orchester »Darthulas Grabgesang« nach einer Goethe-Übersetzung. Schließt mit den Gottfried-Keller-Vertonungen »Geübtes Herz« und »Die Aufgeregten« die Sechs Lieder op. 3 ab – darunter auch »Freihold« (November 1900), »Hochzeitslied« (1901) und »Warnung« (Mai 1899).
Instrumentationen, Arrangements für Klavier zu zwei oder vier Händen, darunter die vierhändigen Klavierauszüge aus Rossinis Oper »Der Barbier von Sevilla«, Lortzings »Waffenschmied« sowie Schuberts »Rosamunde« für die Universal Edition in Wien. Beginnt Ende November mit der Erstniederschrift von »Das Wappenschild« (op. 8 Nr. 2, abgeschlossen im April 1904). Es folgt »Natur« nach einem Text von Heinrich Hart (op. 8 Nr. 1, komponiert zwischen 18. Dezember 1903 und 7. März 1904).

1904  
Gründet mit Zemlinsky die »Vereinigung schaffender Tonkünstler«. Verbringt die Sommermonate bei den Eltern seines Jugendfreundes David Josef Bach in Mödling.
Im Wintersemester 1904/05 unterrichtet Schönberg an den »Schwarzwald’schen Schulanstalten« in der Wallnerstraße am Kohlmarkt. Seit Herbst zählen Alban Berg und Anton Webern zu seinen Schülern.
Skizziert im März eine Fuge für Streichquartett d-Moll, welche unvollendet bleibt. Arbeitet im Sommer zusammen mit Alexander Zemlinsky an Instrumentierung und Klavierauszug der Oper »Bergkönig« von Robert Fischhof sowie an seinem Ersten Streichquartett d-Moll op. 7 und den Orchesterliedern op. 8. Schließt am 3. Juli die Partiturreinschrift von »Nie ward ich, Herrin, müd« op. 8 Nr. 4 ab und beginnt mit »Voll jener Süße« op. 8 Nr. 5 nach einem Text von Petrarca. Arbeitet an einem Streichquintett in D-Dur (als Fragment überliefert) sowie weiter an den Orchesterliedern.

1905  
Verbringt den Sommer mit seiner Familie in Gmunden am Traunsee.
Uraufführung von »Pelleas und Melisande« op. 5 unter Schönbergs Leitung am 25. Januar im Großen Musikvereinssaal. Schließt am 6. April mit »Sehnsucht« die Sechs Orchesterlieder op. 8 und am 26. September in Gmunden am Traunsee das Erste Streichquartett d-Moll op. 7 ab. Vollendet im September/Oktober Acht Lieder op. 6, deren Entstehung teils bis Dezember 1903/Januar 1904 (»Verlassen«, »Traumleben«, »Ghasel«) zurückgeht und arbeitet an dem einsätzigen Fragment »Ein Stelldichein« (datiert mit 21. Oktober). Zwischen April und September enstehen sieben Kanons sowie Liedentwürfe und die Skizze zu einer Symphonie g-Moll.

1906  
Geburt des Sohnes Georg am 22. September.
Vollendet am 25. Juli in Rottach-Egern am Tegernsee die Kammersymphonie für 15 Soloinstrumente op. 9, »das letzte Werk meiner ersten Periode, das aus nur einem durchgehenden Satz besteht.« Beginnt die Zweite Kammersymphonie (vollendet 1940 als op. 38).

1907  
Beginn einer intensiven Beschäftigung mit der Malerei. Befreundet sich mit dem Maler Richard Gerstl.
Komponiert für ein Preisausschreiben »Friede auf Erden« op. 13 für gemischten Chor a capella; Entwürfe finden sich zwischen 14. August 1906 und 9. März 1907. In derselben Periode entsteht das Opernfragment »Und Pippa tanzt« nach Gerhart Hauptmanns »Glashüttenmärchen«.
Uraufführung der Kammersymphonie op. 9 durch die Bläservereinigung des Wiener Hofopernorchesters und das Rosé-Quartett im Großen Musikvereinssaal am 8. Februar. Zwischen März und April komponiert Schönberg Zwei Balladen op. 12 für Gesang und Klavier.
»Ich darf nicht dankend« op. 14 Nr. 1 für Gesang und Klavier (datiert mit 17. Dezember) und zahlreiche weitere Liedskizzen.

1908 
Verbringt den Sommer am Traunsee.
»In diesen Wintertagen« op. 14 Nr. 2 für Gesang und Klavier (datiert mit 2. Februar). Schließt in Gmunden am Traunsee das II. Streichquartett op. 10 ab, dessen Kompositionsbeginn auf März des Vorjahres zurückgeht. Der dritte Satz datiert mit 11. Juli, der zweite mit 27. Juli, auch der vierte Satz dürfte noch in Gmunden komponiert worden sein. Das Werk stellt sowohl in der Materialverwendung als auch gattungshistorisch – die Beteiligung einer Sopranstimme löst die Besetzungsnorm des Streichquartetts auf – eine Schnittstelle innerhalb Schönbergs Œuvre dar, das in jener Periode durch einen Bruch mit der musikhistorischen Tradition – Auflösung der Tonalität und Übergang zur expressionistischen Periode – gekennzeichnet wird. Uraufführung des II. Streichquartetts op. 10 am 21. Dezember durch das Rosé-Quartett und Marie Gutheil-Schoder.

1909  
Verbringt den Sommer zusammen mit seiner Familie, Alexander Zemlinsky, Alban Berg, Anton Webern und Max Oppenheimer in Steinakirchen bei Amstetten.
Entwirft eine Notenschreibmaschine, welche dem Patentamt in Wien vorgelegt wird.
»Am Strande« für Gesang und Klavier nach Rainer Maria Rilke (datiert mit 8. Februar). Komponiert im Februar und August Drei Klavierstücke op. 11 (»die erstpublizierte Musik dieser Art«, welche »demgemäß eine große Sensation herbeiführte«) und vollendet den im März des Vorjahres begonnenen Liederzyklus Fünfzehn Gedichte aus »Das Buch der hängenden Gärten« von Stefan George op. 15, mit dem er »alle Schranken einer vergangenen Ästhetik« durchbricht. 
Schönberg komponiert von 23. Mai bis 11. August in der Sommerfrische in Steinakirchen die Fünf Orchesterstücke op. 16 »(zwischen 1 und 3 Minuten Dauer) ohne cyklischen Zusammenhang [...] ein bunter ununterbrochener Wechsel von Farben, Rhythmen und Stimmungen.« Dort lernt er die junge Ärztin und Literatin Marie Pappenheim kennen, welche den Text zum Monodram »Erwartung« op. 17 verfaßt. Die Erstniederschrift dieser Komposition für Sopran und Orchester entsteht zwischen 27. August und 12. September. Die Partitur ist mit 4. Oktober datiert.

1910 
Bezieht eine Wohnung in Hietzing, wo er sich intensiv mit der Malerei beschäftigt.
Erste Ausstellung der Gemälde in der Galerie Heller, Wien. Lesungen an der Akademie für Musik.
Am 14. Januar wird in Wien der erste Teil der »Gurre-Lieder« aus dem Klavierauszug erstaufgeführt.
Mit 8. Februar datieren zwei der Drei Stücke für Kammerorchester, Nr. 3 bleibt Fragment. Schließt im Juni den Text zur Oper »Die glückliche Hand« op. 18 ab und beginnt am 9. September mit der Komposition, welche im November 1913 vollendet wird.

1911  
Begegnung mit Wassily Kandinsky. Bezieht Ende September eine Wohnung in der Villa Lepcke, Berlin-Zehlendorf, Machnower Chaussee & Dietloffstraße. Vorträge über »Ästhetik und Kompositionslehre« am Stern’schen Konservatorium. Vier Gemälde werden in der Ausstellung Der Blaue Reiter« in der Münchener Galerie Thannhauser gezeigt.
Am 19. Februar entstehen die ersten fünf der Sechs kleinen Klavierstücke op. 19, das letzte wird unter dem unmittelbaren Eindruck von Gustav Mahlers Begräbnis am 17. Juni 1911 skizziert. Im Juli schließt Schönberg sein im Vorjahr begonnenes theoretisches Hauptwerk, die »Harmonielehre«, mit einer Widmung an Gustav Mahler ab; am 7. November die Reinschrift der »Gurre-Lieder«-Partitur, am 9. Dezember »Herzgewächse« op. 20 für hohen Sopran, Celesta, Harmonium und Harfe.
Uraufführung von »Friede auf Erden« op. 13 (Fassung mit Orchester), mit dem Philharmonischen Chor und dem Wiener Tonkünstler-Orchester unter der Leitung von Franz Schreker am 9. Dezember in Wien.

1912 
Reist auf Einladung Zemlinskys nach Prag, wo er »Pelleas und Melisande« dirigiert und eine Gedächtnisrede auf den im Vorjahr verstorbenen Gustav Mahler hält. Schüler und Freunde – darunter Wassily Kandinsky, Webern und Gütersloh – geben im Verlag Piper &  Co. in München die Anthologie »Arnold Schönberg« heraus.
Am 12. Juni stirbt Mathildes Mutter Klara Zemlinsky. Reist nach einem Amsterdam-Aufenthalt im Dezember nach St. Petersburg, um dort im Rahmen der Siloti-Konzerte »Pelleas und Melisande« zu dirigieren.
Generalbaß-Bearbeitung von Georg Matthias Monns Konzert für Violoncello und Orchester g-Moll für die »Denkmäler der Tonkunst in Österreich«. Vertont auf Anregung der Schauspielerin Albertine Zehme am 12. März das erste von einundzwanzig Gedichten aus Albert Girauds »Pierrot lunaire« für Sprechstimme und Kammerensemble, deren Stimmführung und Klänge von Schönberg als »geradezu tierisch unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegungen« beschrieben werden.
Uraufführung der Fünf Orchesterstücke op. 16 unter der Leitung von Sir Henry Wood am 3. September in London. Uraufführung von »Pierrot lunaire« op. 21 am 16. Oktober in Berlin. Entwirft Ende des Jahres das Oratorium »Seraphita« als Teil einer sich über drei Abende erstreckenden Trilogie (bleibt Fragment).

1913 
Skandal während eines Konzertes mit Werken von Schönberg, Berg, Webern, Mahler und Zemlinsky Ende März in Wien. Übersiedelt im Mai nach Berlin-Südende, Berlinerstraße 17a.
Erhält erstmals ein Stipendium der Mahler-Stiftung, weitere Stipendien folgen 1914 und 1918.
Uraufführung der »Gurrelieder« unter der Leitung von Franz Schreker am 23. Februar im Großen Musikvereinssaal in Wien. Skizzen zu Stücken für Kammerensemble und Orchester. Vollendet am 9. November das Orchesterlied »Seraphita« op. 22 Nr. 1 und am 20. November die Oper »Die glückliche Hand« op. 18

1914 
Dirigiert die »Gurrelieder« in Leipzig und die Fünf Orchesterstücke op.16 in London.
Uraufführung der Lieder Nr. 2, 5 und 6 aus den Orchesterliedern op. 8 unter der Leitung von Alexander Zemlinsky am 29. Januar in Prag. November-Dezember: komponiert die Orchesterlieder »Alle, welche dich suchen« op. 22 Nr. 2 (vollendet am 8. Januar 1915) und »Mach mich zum Wächter deiner Weiten« op. 22 Nr. 3 (vollendet am 14. Januar 1915).

1915 
Dirigiert Beethovens IX. Symphonie im April in Wien. Rückkehr nach Wien im Oktober, bezieht in Hietzing, Gloriettegasse 43, eine Wohnung. Rückt im Dezember zum k.k. Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 ein.
Setzt mit dem »Totentanz der Prinzipien« (Textmanuskript, datiert mit 15. Januar) die im Vorjahr begonnene Arbeit an einer großangelegten Symphonie für Soli, Chor und Orchester (Fragment) fort. Beginnt kurz danach mit dem Text zum (unvollendeten) Oratorium »Die Jakobsleiter« (das ursprüngliche Konzept sah den »Totentanz« als dritten und »Die Jakobsleiter« als vierten Satz der Symphonie vor).

1916 
Absolviert von März bis Mai die Brucker Reserveoffiziersschule und wird im Juli aufgrund von Atembeschwerden in die Ersatzkompanie versetzt. Vorläufige Enthebung im Oktober nach einem Ansuchen des Wiener Tonkünstler-Vereines.
Komponiert für einen Kameradschaftsabend den Marsch für Streichquartett und Klavier »Die eiserne Brigade«. Bearbeitung des Kaiserlichen Grenadier-Marsches und des Österreichischen Grenadier-Marsches von Neipperg für Symphonieorchester (unvollendet). Schließt am 1. November mit »Vorgefühl« die Vier Lieder für Gesang und Orchester op. 22 ab.

1917
Wiedereinberufung in die Armee im September und endgültige Enthebung im Dezember wegen körperlicher Untauglichkeit.
Konzipiert ein »Liebeslied« für Violine, Bratsche, Violoncello und Harmonium nach einem Text von Rainer Maria Rilke (unvollendet). Beendet im Mai den Text zur »Jakobsleiter« und beginnt im Juni mit den musikalischen Skizzen, welche 1918, 1921-1922 fortgesetzt werden.