Drei Lieder für tiefe Stimme (und Klavier) [Three songs for low voice and piano] op. 48
1. Sommermüd (Jakob Haringer)
2. Tot (Jakob Haringer)
3. Mädchenlied (Jakob Haringer)
DURATION: ca. 6 Min.
DATE: 14./15. Januar 1933 (Nr. 1 »Sommermüd«), 17./18. Februar 1933 (Nr. 2 »Tot«), 18. Februar - 23. Februar 1933 (Nr. 3 »Mädchenlied«); Text: Jakob Haringer
FIRST PERFORMANCE: 16. Mai 1950, Los Angeles, Student Union (Peter Page, Bariton; Leonard Stein, Klavier)
FIRST PRINT: Bomart Music Publications, Hillsdale N.Y. 1952
VERSIONS: Fassung für Kammerorchester (René Leibowitz, 1949)
The work’s late opus number leads to the assumption that the Three Lieder Op. 48 are among Schönberg’s late pieces composed in America; but in fact he set the three poems by Jakob Haringer during his late Berlin period, in January and February 1933, in the strict twelve-tone mode of the Variations for Orchestra Op. 31. Due to the political events of that year and Schönberg’s flight to America via Paris, the Lieder were forgotten until Bomart Music Publications issued them in 1948.
Wenn Du schon glaubst, Es ist ewige Nacht Hat Dir plötzlich ein Abend Wieder Küsse und Sterne gebracht. Wenn Du dann denkst Es ist Alles, Alles vorbei Wird auch einmal wieder Christnacht Und lieblicher Mai. Drum dank Gott und sei still, Daß Du noch lebst und noch küßt Gar mancher hat ohne Stern Sterben gemüßt.
Tot Jakob Haringer
Ist alles eins Was liegt daran, Der hat sein Glück, Gar seinen Wahn. Was liegt daran! Ist Alles eins, Der hat ein Glück! Und ich fand keins.
Mädchenlied Jakob Haringer
Es leuchtet so schön die Sonne Und ich muß müd ins Büro, Und Ich bin immer so traurig, Ich war schon lang nimmer froh. Ich weiß nicht, ich kanns nicht sagen, Warum mir immer so schwer, Die anderen Mädchen alle gehn lächelnd und glücklich einher. Vielleicht spring ich doch noch ins Wasser, Ach, mir ist alles egal, Käm doch ein Mädchenhändler Und es war doch Sommer einmal! Ich möcht ins Kloster und beten Für andre, daß's ihnen besser geht Als meinem armen Herzen, Dem hilft kein Stern, kein Gebet.